Erwachsene Neu-Leser werden ab 2015 zur Kasse gebeten

Für Kinder, Jugendliche und alle bisherigen Leser der Bücherei in Großburgwedel bleibt die Nutzung des Medienangebotes weiterhin kostenlos.

Kulturausschuss empfiehlt Abschaffung der Senioren-Ermäßigung

GROSSBURGWEDEL (bs). Während die Deutsche Fußball-Elf im letzten Vorrundenspiel gegen die USA antrat, tagte im Rathaus Großburgwedel der Kulturausschuss. „Wir haben uns Zeit gelassen und immerhin ein Zuhörer war da“, schmunzelte Hans-Joachim Rödiger (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses, mit Blick auf die etwas unglückliche Terminierung der Sitzung.
Beraten wurde über eine neue Gebührenstruktur für die Bücherei Großburgwedel, die Abschaffung der Senioren-Ermäßigung für Veranstaltungen im Rahmen des Kulturellen Herbstes/Frühlings sowie über einen Antrag der Bürgerinitiative Sue Ryder auf eine finanzielle Förderung.
Bezüglich der Einführung einer neuen Gebührenordnung hatten die Ausschussmitglieder über zwei Entwürfe zu beraten. Eine einmalige Anmeldegebühr für die Ausstellung eines Leseausweises oder alternativ eine Jahresgebühr bei Ausstellung und zusätzlich eine jährliche Gebühr zur Verlängerung des Ausweises. Darüber hinaus stand eine Erhöhung der Mahngebühren bei Überschreitung der Leihfristen zur Debatte.
Fraktionsübergreifend herrschte Einigkeit darüber, dass die Bücherei eine wesentliche Einrichtung der Leseförderung sei und der Zugang hierzu möglichst niedrigschwellig bleiben müsse. Damit war die angedachte Jahresgebühr vom Tisch. Allerdings sollen Neukunden der Bücherei ab 2015 eine einmalige Gebühr von zwölf Euro für die Ausstellung eines Leseausweises bezahlen. Dies gelte jedoch nur für Leser ab 18 Jahren, so die Empfehlung des Ausschusses an den Rat. Darüber hinaus solle der Rat beschließen, die Entgelte bei Überschreitung der Leihfristen anzuheben. Seit 20 Jahren seien diese Gebühren unverändert und nicht mehr zeitgemäß. Wer also sein Buch nicht pünktlich zurückgibt, muss sich darauf einstellen, nicht mehr mit 25 Cent pro Medium und Woche, sondern mit 50 Cent zur Kasse gebeten werden.
Nicht unumstritten war die schon in der Öffentlichkeit diskutierte Abschaffung der generellen Senioren-Ermäßigung für die Veranstaltungsreihe Kultureller Frühling/Herbst im Amtshof. Bisher konnten Senioren der Stadt Burgwedel grundsätzlich zum ermäßigten Preis von acht Euro (regulär 15 Euro) dieses kulturelle Angebot nutzen. „Die pauschale Subventionierung dieser Gruppe sei nicht mehr zeitgemäß“, hatte die SPD in ihrem Antrag begründet und vorgeschlagen, die Ermäßigung auf fünf Euro herabzusetzen, dann allerdings auch nur für Schüler, Studenten und Bürger mit Grundsicherung.
Letztlich einigten sich die Fraktionen auf einen Kompromiss: Der ermäßigte Eintrittspreis bleibt bei acht Euro und in die Gruppe derjenigen, die den reduzierten Kartenpreis in Anspruch nehmen können, werden noch Inhaber der Ehrenamtskarte mit aufgenommen. Alle weiteren Konzertbesucher zahlen den regulären Eintrittspreis von 15 Euro. Darüber hinaus empfahlen die Ausschussmitglieder die Einführung eines kundenfreundlichen Abonnements mit festem Sitzplatz für vier bzw. fünf Veranstaltungen zum Preis 48 beziehungsweise 60 Euro.
Der Antrag der Bürgerinitiative Sue Ryder auf finanzielle Unterstützung wurde an den Verwaltungsausschuss weitergegeben, der Mitte Juli tagen wird.