Erster Kirchenneubau seit 20 Jahren

Beginn eines berührenden Weihegottesdiensts vor der Tür: Pfarrer Matthias Kameth, ganz links, hatte Bischof Trelle begrüßt, der sogleich den Einzug in die neu erbaute Kirche begann.

Bischof weihte Heilig-Kreuzkirche in Altwarmbüchen

ALTWARMBÜCHEN (hhs). Es war für alle Christen ein beinahe unglaubliches Ereignis am vergangenen Sonntag: Zum ersten Mal seit 20 Jahren wurde im Bistum Hildesheim hier in Altwarmbüchen eine neu erbaute Kirche geweiht. Bischof Norbert Trelle war gekommen, um diesen uralten Weihritus vorzunehmen. Auch er spürte wie alle der mehr als 350 anwesenden Gäste das Besondere dieses Tages: Heute komme es häufiger vor, dass er katholische Gotteshäuser entweihen müsse. „Eine Kirchweihe dagegen erreicht ganz andere emotionale Dimensionen, die Freude ist fast überschwänglich“, sagte er, als Pfarrer Matthias Kaleth ihn vor der Kirchentür begrüßte.
Die Liturgie der Kirchweihe beginnt vor der Kirchentür. Erster Teil ist der Einzug: Bischof Trelle klopfte mit dem Bischofsstab dreimal an das Kirchenportal und forderte die Gläubigen im Innern auf, die Tür zu öffnen. Im Innern erläuterte er den weiteren Fortgang. „Wir dürfen hier die Heiligen erleben und wir erinnern uns der Taufe des Herrn im Jordan“, sagte er.
Beim Überschreiten des Portals zeichnete der Bischof mit seinem Stab ein Kreuz auf der Schwelle. Nun zog er mit allen Konzelebranten, Messdienern, Pfarrer Kameth und den weiteren Helfern aus dem Umfeld des Bischofs, in den Kirchraum ein. Bischof Trelle erläuterte zu Beginn den weiteren Fortgang.
Der Weihgottesdienst folge der Taufe des Herrn. Alle wesentlichen Teile und Bereiche des Gotteshauses werden gesalbt, mit Weihwasser gesegnet und mit dem Kreuz versehen. Er segnete das Weihwasser, entzündete die Osterkerze und benetzte anschließend die Gemeinde mit Weihwasser. Anschließend salbte Bischof Trelle die zwölf Kreuze, die an die zwölf Jünger erinnern. Es folgte die Segnung des Ambo, das ist das Stehpult, an dem die Lesungen stattfinden. In seiner Predigt ging er kurz auf die Geschichte des Kirchenneubaus ein. Die Heilig Kreuz Gemeinde sei immer eine starke gemeinde gewesen. Sie habe sich nach Kriegsende entwickelt. Die alte Kirche an der gegenüberliegenden Straßenseite aus dem Jahr 1971 sei immer ein Provisorium gewesen. „Die Freude an Gott ist unsere Stärke“, sagte er, und: „Die Freude an Gott besitzt eine Dynamik nach vorn“. Der Rückbesinnung zu verfallen sei ein Fehler. „In Zeiten des Umbruchs ist es nur wichtig, wie tief und fest der Glaube gegründet ist“. Diese neu erbaute Kirche sei ein Ort des Ankommens und des Bleibens. Er hoffe, dass sie nach der Dynamik des Unterwegsseins die Ruhe zumVerweilen biete, ebenso die Chance zu bleiben und zu feiern. In dieser Kirche werden Christen ihre Gemeinschaft feiern.
Dann sprach er die Gemeinde direkt an. Dieser neuen Kirche werde in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit entgegengebracht. Er lobte den anwesenden Architekten für seine gelungene Arbeit. „Breite Fensterfronten sorgten nicht nur für viel Licht sondern auch für eine symbolische Öffnung nach draußen, „dort wo die Menschen ihrer Wege gehen. Es ist eine Architektur, die den Menschen draußen zum Verweilen innen einlädt“.