Erntefest in Fuhrberg – ein Dorf feiert sich selber

Außerordentlich gut besucht und von allen genossen wurde das Fuhrberger Erntefest. (Foto: Renate Tiffe)
 
Nach der schwungvollen Tanzvorführung der Volkstanzgruppe, mischten sich am Ende auch tanzbegeisterte Zuschauer darunter. (Foto: Renate Tiffe)

Buntes Treiben rund um Kirche und Gemeindehaus

FUHRBERG (ti). Alle zwei Jahre laden Ortsrat und Kirchengemeinde in Fuhrberg zum Erntefest ein.
Innerhalb von 15 Jahren hat sich das jahreszeitliche Dorfereignis rund um Kirche und Gemeindehaus zu dem entwickelt, als das es sich am vergangenen Sonntag darstellen konnte: als ein großes Fest, bei dem sich die Fuhrberger auch ein wenig sich selber feiern, ihre Dorfgemeinschaft in Zeiten des Wandels. Klar, dass Jung und Alt auf den Beinen war und das Zusammensein genoss, zumal sich auch das Wetter von seiner schönsten frühherbstlichen Seite zeigte.
Alle, die das Jahr über das Leben im Dorf prägen, hatten Gelegenheit, sich zu präsentieren, die Vereine und Verbände, die Handwerks- und kleinen Gewerbefirmen, die Hofläden und die Gastronomiebetriebe. Letztere waren mit einem Aufgebot vertreten, das auf Veranstaltungen dieser Art ihresgleichen sucht. Grünkohl und Brägenwurst sowie die altbewährte Kartoffelsuppe waren unter vielen anderen Speisen die begehrtesten vom Heidehotel Klütz. Als Kontrastprogramm bot u.a. die Sportgasstätte appetitlich zubereitete Pizza-Teile und den hauseigenen italienischen Wein aus der Campagna an. Auch sonst gab es an Getränken, alkoholischen wie nichtalkoholischen keinen Mangel, auch zum Probieren, wenn es um die selbstgemachten Beerenweine ging.
„Alles was der Garten hergibt“ stellte Familie Wöhler vom Birndschnieder Hof heraus, nicht ohne eine Belehrung für die Käuferinnen und Käufer dabei zu haben. „Marmeladen gibt es nicht mehr“. Nach einer EU-Verordnung dürfen die hierzulande üblichen Produkte nur noch als „Fruchtaufstrich“ bezeichnet werden.
Im Gemeindehaus war unterdessen das üppige Kuchenbüfett aufgebaut worden, für das Heuers Hof sich zuständig zeigte. Eine nicht zu überbietende Augenweide waren, die mehr als 35 Torten. „Wie soll ich mich da entscheiden“, stand eine Besucherin davor. Einen ganzen Berg von orientalischen Speisen hatten „Fuhrbergs Neubürgerinnen“ vorbereitet, wie sie liebevoll vom Flüchtlings-Helferkreis genannt wurden.
Auch die Kinder brauchten sich nicht zu langweilen. Das stadtbekannte Kinderkarussell war da, die Kita lud zum Schminken ein. Wer wollte konnte bei der Fuhrberger Tischlerei ein vorgefertigtes Insektenhotel mit Schilf- und Strohhalmen komplettieren. Das Interesse war groß, ebenso wie beim „pfundigen“ Sägen des Forstverbandes.
In der Mittagszeit stieg plötzlich Rauch auf dem erstaunlich weiträumigen, malerischen Gelände unter den alten Eichen auf. Die Feuerwehr machte mit einer Brandübung auf ihr 125-jähriges Jubiläum aufmerksam, das vom 7. bis 9. September 2018 begangen werden soll. Zum Einsatz kam die alte Spritze mit der Muskelkraft von Feuerwehrmännern in ihren früheren Uniformen.
Weniger spektakulär ging es etwas später vor der Kirche bei den Tanzvorführungen der Volkstanzgruppe zu. Die roten Röcke flogen und manche der Zuschauer, junge wie ältere, reizte es zum Mitmachen, was großzügig gewährt wurde Ihren Platz regelrecht selbst erobern musste sich die Feuerwehrkapelle, um nachmittags mit ihren markanten Klängen das Fest musikalisch zu bereichern.
Mit dem Segen im Gottesdienst am Morgen in der Kirche hatte das Erntefest begonnen, das ja auch ein Erntedankfest war. Mit dem kirchlichen Segen vor dem Gemeindehaus wurde es beendet – was nicht ausschloss, dass für manche der Nachhauseweg noch länger bevorstand.