Entspannter Kunstbummel durch Burgwedel

Wiebke Meyer-Kutz (l.) hatte sich einen Ring aus dem Sortiment von Goldschmiedin Margarete Fischer (r.) ausgesucht. Angelika Behrens (Mitte) stellte farbintensive Stoffbilder aus. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Bürgermeister Axel Düker freute sich sein gelungenes Portrait, das Fotograf Michael Plümer gefertigt hatte.
BURGWEDEL (bs/bgp). Mit einem kleinen Empfang vor dem Amtshof ist am Samstag das Kunstwochenende eröffnet worden. Bei herrlichstem Sommerwetter nahm das KIB-Orgateam die leichte Verspätung des Gastredners gelassen. Bürgermeister Axel Düker machte es kurz: Es gab viel Lob für die aufwendige Organisation und natürlich ein dickes Dankeschön für den Imagegewinn, den „Kunst in Bewegung“ Jahr für Jahr der Kommune beschert.
In kleiner Runde ging es anschließend zu den Künstlern, die im Amtshof ihre Werke präsentierten.
„Das ist ja richtig gut getroffen“, freute sich Düker beim Anblick seines Portraits, das Fotograf Michael Plümer gemeinsam mit Bildern weiterer Burgwedeler Persönlichkeiten in seiner Ausstellung präsentierte. „Es ist die Kommunikation über die künstlerische Arbeit“, begründet Plümer seine Teilnahme an KiB.  Gleich ins Gespräch verwickelt wurde auch Volker Wruck, der mit seinen großformatigen Ilustrationen Unkonventionelles ins Licht rückt. 
Maler Kurt Bendels, der seine Bilder in der Grundschule Im Mitteldorf präsentierte, hatte bereits in der ersten Stunde ein Bild verkaufen können und freute sich auf noch viele Kunstfreunde. Die erhofften Besuchermassen blieben allerdings aus. So hätte sich Goldschmiedin Margarete Fischer mehr Resonanz gewünscht. „Sie haben mir den Tag gerettet!“, sagt sie lachend zu Wiebke Meyer-Kutz, die sich einen der Sterling-Silberringe mit einem goldfarbenen Außenring aus Messing übergestreift hat.
Nach intensiver Betrachtung und Beratung durch die Goldschmiedin reift ihr Entschluss, den Ring für sich zu kaufen. Fischer greift zu einem Werkzeug, um den Ring an den Finger genau anzupassen: „Das ist ein Kugelpunzen aus Stahl“, erklärt sie und hämmert vorsichtig darauf. Nun gleitet das Unikat ganz leicht auf den Ringfinger der Kundin.
Angelika Behrens hat Bilder aus buntem Stoff im IKM ausgestellt. „Meine Schwester hat mich zu der Ausstellung überredet“, sagt die Hobbykünstlerin und berichtet erfreut, dass die leuchtenden Bilder auf viel positive Zustimmung gestoßen seien. Im Gegensatz zu den Goldschmiedearbeiten von Margarete Fischer stehen ihre Exponate nicht zum Verkauf. „Ich möchte die Menschen dazu anregen, aus Stoffresten schöne Bilder zu machen“, begründet sie ihre Teilnahme an Kunst in Bewegung. Da sie nicht malen könne, habe sie vor einigen Jahren mit einem Stoffmusterbuch und einfachen Motiven das „Upcycling“ von Stoffresten begonnen. Mittlerweile habe sie fünfundachtzig Bilder gefertigt, von denen eine kleine Auswahl im IKM ausgestellt sei. Tiere, Gebäude oder Phantasiebilder mit Industriebauwerken in Kombination mit den Beatles auf einem 3-D-Zebrastreifen seien Motive, die offenbar beim Publikum besonders gut ankämen. Ein Stadtbild mit Fenstern aus Spitzenstoff sei einem Mann ins Auge gefallen, erzählt Behrens von einem besonders berührenden Moment des Kunstwochenendes. Er habe darin eine ihm bekannte Stadt gesehen und sei freudestrahlend mit einem Foto wiedergekommen und habe gesagt: „Da, das ist Sanaa im Jemen!“.
In der Seniorenbegegnungsstätte hatten junge Nachwuchskünstler ihre Werke aufgebaut. Die Kindermalgruppe „Atelier smune“ mit drei Mädchen und drei Jungen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren präsentierte ihre Arbeiten. Zeichnungen mit Bleistift und Buntstift zeigten bunte Küchlein oder Alltagsgegenstände und gaben Einblick in die Vielfalt der Techniken und Möglichkeiten, die von der Gruppe ausgeschöpft wurden. „Es war immer mal etwas los“, fasst die vierzehnjährige Franziska Dippe das Kunstwochenende zusammen. Das ein oder andere Bild aus der Künstlergruppe sei auch schon schon verkauft worden, ließ sie wissen.