Entlastung durch Notdienstbezirk?

Dr. Thomas Riebschläger zeigt die Karte mit den vier Notdienstbezirken, welche von der KVN zusammengelegt werden sollen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

KVN plant die Zusammenlegung der lokalen Notdienstbezirke

ALTWARMBÜCHEN (bgp). Die FDP hatte neben der Nominierung von Christiane Hinze als Kandidatin für den Landtag noch einen Beitrag von Dr. Thomas Riebschläger auf der Tagesordnung stehen. Der niedergelassene Landarzt informierte die Versammlung über die geplante Zusammenlegung der lokalen Notdienstbezirke durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN).
Bisher hatten die vier Kommunen Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen und die Wedemark jeweils einen eigenen Notdienstbezirk für die Versorgung von Patienten außerhalb der Sprechzeiten niedergelassener Ärzte. Ab dem nächsten Jahr sollen diese Gebiete zu einem Notfallbezirk zusammengefasst werden. Was für manche zwar längere Wartezeiten bedeutet, soll für die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte Entlastung bringen.
Für akute Notsituationen wie Unfälle, Herzinfarkt oder Schlaganfälle gilt der Rettungsdienst über die Notfallnummer 112 als erste Anlaufstelle für schnelle Hilfe. In anderen Situationen, bei denen erkennbar kein Notfall vorliegt, ist nach Praxisschluss des behandelnden Arztes oder Hausarztes ein diensthabender Arzt über den Kassenärztlichen Notdienst unter der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116 117 erreichbar. Der Dienst wird am Montag, Dienstag und Donnerstag ab 19.00 Uhr und Mittwoch sowie Freitag ab 15.00 Uhr, an den Wochenenden und an Feiertagen geleistet.
Über die Leitstelle wird der diensthabende Arzt mit dem Patienten verbunden, dessen Behandlung nicht bis zum nächsten Werktag warten kann. In der Regel erfolgt ein Hausbesuch und bei Bedarf die Verordnung benötigter Medikamente. In vielen Fällen wird der ärztliche Notdienst von niedergelassenen Ärzten geleistet.
Das seit Jahren bestehende System mit dem „Taxi-Doktor“ ist auch für Kinder und Jugendliche gedacht, die einer Behandlung in minder schweren Fällen außerhalb der Sprechzeiten bedürfen. Damit soll verhindert werden, dass die Notaufnahmen wegen leichter Fälle aufgesucht werden und Kapazitäten für die akuten Notfälle unnötig gebunden werden.
Zusätzlich zu dem diensthabenden Arzt im Notdienst für den zusammengelegten Bereich in den vier Kommunen soll am Krankenhaus Großburgwedel eine Notfallpraxis eingerichtet werden, welche außerhalb der regulären Sprechzeiten geöffnet sein soll. „Es gibt Patienten, die zwar behandelt werden müssen, aber durchaus mit dem Auto vorbeikommen können“, berichtete Riebschläger.

Die Anbindung an das Krankenhaus ermögliche im Bedarfsfall eine schnelle Einweisung, entlaste aber andernfalls die Notaufnahme von den minderschweren Fällen.
Die Umsetzung des Konzeptes mit der Kombination aus einem Arzt im Notdienst und der Notfallpraxis am Krankenhaus ist laut Riebschläger bis Mitte Januar, spätestens im zweiten Quartal 2018 von der KVN vorgesehen. In einer Versammlung sollen die Ärzte auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Von der Zusammenlegung verspreche man sich eine Entlastung vor allem der Kollegen im ländlichen Bereich, erklärte Riebschläger und machte deutlich, dass dort die Belastung durch zu leistende Notdienste besonders hoch sei. Die Fahrten seien durch das größere Gebiet mit 120 000 Einwohnern für den „Taxi-Doktor“ zwar weiter, aber in Kombination mit der geplanten Praxis am Krankenhaus sei Entlastung für die Kollegen in Sicht. Diese hatten häufig schon freiberufliche Ärzte für die Notdienste engagiert, um ihrer Verpflichtung überhaupt noch nachkommen zu können.