Ende der IGK eingeläutet

Kein neuer IGK-Vorstand: Betroffenheit bei Wahlleiter Gregor Schneider, Carsten Knisch und Karlheinz Schridde (v.l.n.r.).

Burgwedel ohne Stadtfest, Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmarkt

GROSSBURGWEDEL (bs). Seit Monaten wurde bereits die Neuausrichtung der Interessengemeinschaft Großburgwedeler Kaufleute diskutiert, am Mittwochabend, 22. März, im Restaurant Springhorstsee trat der gesamte Vorstand zurück – ohne Nachfolge. Damit ist das Ende der über 40 Jahre erfolgreichen Geschichte der IGK im ersten Schritt eingeläutet.
Eine letzte Chance zur Rettung der Interessengemeinschaft wird es noch im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitte Juni 2017 geben. Findet sich dann kein neuer Vorstand, wird die IGK aufgelöst.
Dies bedeutet im Klartext: es wird künftig kein Buntes Burgwedel, kein Stadtfest, keinen Jazz unter Sternen, keine festliche Weihnachtsbeleuchtung und keinen Weihnachtsmarkt der IGK mehr geben. Alle Vermögenswerte der Interessengemeinschaft von den Weihnachtsbuden bis hin zur Weihnachtsbeleuchtung müssen verkauft werden. Der Erlös geht an die Stadt Burgwedel mit der Auflage, die Summe einer wohltätigen Institution zugute kommen zu lassen.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatten der langjährige IGK-Chef Karlheinz Schridde und sein Stellvertreter Carsten Knisch verkündet, für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Die Bedeutung der jüngsten Mitgliederversammlung war also allen bekannt. 101 IGK-Mitglieder waren schriftlich zur Versammlung eingeladen. Abgesehen von der Vorstandsriege, nahmen nicht einmal ein Viertel der Kaufleute und Gewerbetreibenden an dieser Sitzung teil. Nicht nur der Vorstand, auch der Großteil der anwesenden Einzelhändler zeigte sich betroffen über das hohe Maß an Desinteresse.
Als Wahlleiter Gregor Schneider nach der Entlastung des Vorstandes um Vorschläge für die neu zu besetzenden Ämter bat, blieb es still im Saal. „Jetzt gehen in Großburgwedel tatsächlich die Lichter aus“, murmelte ein alteingesessener Geschäftsinhaber enttäuscht. Doch es war offensichtlich, dass sich kein IGK-Mitglied dieser Aufgabe stellen wollte.
Betreten wurde noch die ein oder andere Frage gestellt, unter anderem nach der beliebten Mai-Veranstaltung „Buntes Burgwedel“. Dies müsse dann anderweitig – aber nicht unter dem Dach der IGK – organisiert werden, beschied Karlheinz Schridde. Der IGK-Vorstand bleibt bis zur außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni kommissarisch im Amt, werde aber keine Veranstaltungen mehr durchführen. Lediglich die Veranstaltung „Kunst in Bewegung“ werde es weiterhin geben, da KIB nur organisatorisch unter dem Dach der IGK firmiert.
In die gedrückte Stimmung hinein, formulierte Thorsten Schirmer, Vertreter der Medien HAZ/NP und MARKTSPIEGEL, sein Entsetzen über Situation: „Was ist hier eigentlich los? Das ist doch Ihre Stadt! Ich verstehe Sie nicht! Was hier über 40 Jahre aufgebaut wurde, treten Sie mit den Füßen – das bedeutet großen Schaden für die Stadt!
Per Vorstandsbeschluss könnten alle großen Aufgaben extern vergeben werden und der Rest ist sei nicht viel, zeigte Schirmer eine mögliche Lösung auf. „Sie sind hier in der Luxus-Situation, dass Sie sogar jemanden haben, der das alles gegen entsprechenden finanziellen Ausgleich machen will“, führte Thorsten Schirmer weiter aus.
Diese Neuausrichtung müsse natürlich finanziert werden. Nicht nur mit einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, sondern vor allem durch Sponsoring.
Diesbezüglich könne die IGK mit seiner vollen Unterstützung rechnen. Er sei bereit sowohl mit ansässigen Unternehmen wie auch mit der Politik entsprechende Gespräche zu führen.
Unter dem Strich würde die externe Auftragsvergabe, den Arbeitsaufwand des 1. Vorsitzenden so reduzieren, dass außer der Organisation der jährlichen Mitgliederversammlung, nicht mehr ganz viel übrig bliebe, erläuterte Schirmer. „Sie haben jetzt drei Monate Zeit … über diese Lösung nachzudenken! Wenn ich in Burgwedel wohnen würde, ich würde mich glatt selbst nach vorn setzen!“