„Emanzen“ wurden zur Stütze des Schützenvereins

Die Parade der geehrten Damen: v.l. Christa Theurer, Hilde Prozell, Dietlinde Rieckenberg, Apolonia Bähre, Christa Krüger, die Abteilungsvorsitzende Gisela Wimmer. Im Hintergrund Werner Bösche und Birgit Winter. (Foto: Renate Tiffe)
 
Die Jubiläumsscheibe erhielt Cornelia Loll (Mitte) aus der Hand von Schießsportleiter Mirco Stolzenberg und der Vorsitzenden der Damenabteilung, Gisela Wimmer (rechts). (Foto: Renate Tiffe)

60 Jahre Damenabteilung bei „Gut Ziel“ in Wettmar

WETTMAR (ti). Sie können nicht nur schießen, sondern auch feiern, die Schützen von „Gut Ziel“ Wettmar - auch über die alljährlichen dreitägigen Schützenfeste hinaus. Jüngster Anlass war das 60-jährige Bestehen der Damenabteilung, das zünftig mit einer offiziellen Feierstunde, mit einem gemeinsamen Essen und anschließendem Tanz bis in die frühen Morgenstunden begangen wurde.
Es war eine lange Liste von Gästen, welche die Damenleiterin Gisela Wimmer zu begrüßen hatte. Neben der Prominenz aus Politik und Schützenwesen waren auch Schützen aus befreundeten Vereinen erschienen, bis hin zu den Lindener Schützen, denen es zu verdanken ist, dass die Wettmarer auch beim großen Schützenausmarsch in Hannover mit vertreten sind.
Dem Vereinsvorsitzenden Andreas Genske blieb es vorbehalten, neben einem mehrfachen „Danke, Danke, Danke“ auch zurückzublicken in die Anfangsjahre der Damenabteilung. Man schrieb das Jahr1956 und es war durchaus nicht üblich, dass sich acht Frauen zusammentaten und auf Gründung einer eigenen Abteilung bestanden. Das Wort „Emanzen“ würde heute in der Luft liegen. Und aus den Annalen des Vereins berichtete Genske, dass es manchem wackeren Schützenbruder beim Ausmarsch schwergefallen sein dürfte, „hinter einem Rock herzulaufen“.
Immer hatten die Frauen in Wettmar ein gewichtiges Wort mitzureden. Das ist bis heute so geblieben. Von den sieben Mitgliedern im Vorstand sind vier weiblich, was mit großem Beifall und dem dreifachen „Gut Ziel“ im Stehen von der Festgesellschaft gewürdigt wurde. 71 Damen über 21 Jahre zählt die Abteilung derzeit. Der Lobesworte gab es viel an diesem Abend. Genske hob mit Recht die vorzügliche Arbeit bei Veranstaltungen hervor: „Ihr seid die Stütze des Vereins.“ Es gibt viele Veranstaltungen im Wettmarer Schützenhaus, dank der hervorragenden Schießsportanlagen.
Bei den Worten allein blieb es nicht. Zur Feier des Tages war eine Extra-Scheibe ausgeschossen worden. Schießsportleiter Mirco Stolzenberg, aus Jux mit einem Rock bekleidet, übergab die begehrte Trophäe an die Siegerin des Wettbewerbs, Cornelia Loll. Und dann folgte eine Ehrung der anderen. Gisela Wimmer erhielt aus der Hand von Kreisdamenleiterin Birgit Winter für ihre über 20-jährige Tätigkeit als Leiterin der Damenabteilung die goldene Nadel des Deutschen Schützenverbandes, verbunden mit der dringenden Bitte, doch bis zum 25-Jährigen dabeizubleiben. Ihre Stellvertreterin, Dietlinde Rieckenberg, wurde mit der Bronze-Nadel ausgezeichnet. Anschließend bekam der Vorsitzende des Burgdorfer Kreisschützenverbandes, Werner Bösche, viel zu tun. Christa Krüger erhielt die Ehrennadel in Silber des Kreisschützenverbandes, und mit der goldenen Nadel des Fachverbandes Schießsport wurde Apolonia Bähre geehrt, die 20 Jahre lang an der Spitze der Damenabteilung gestanden hatte. Eine besondere Würdigung wurde den beiden anwesenden Gründungsmitgliedern Christa Theurer und Hilde Prozell für ihre 60-hährige Mitgliedschaft im Deutschen Schützenbund zuteil. Bösche steckte ihnen die Ehrennadel in Bronze und Gold an. Mit der Parade aller Geehrten endete der offizielle Teil.
Was nicht ausschloss, dass es dann erst so richtig losging. Nach der gemeinsamen Stärkung beklatschten die Schützen zwei Sketche der Wettmarer Laienspielgruppe. Dann wurde auf Anhieb das Tanzbein geschwungen. Zwischendurch war aber noch Zeit für eine besondere Ehrung, die sich die Damen für ihren am meisten verdienten Schützenbruder Holger Brunkhorst ausgedacht hatten. Als bewährter Scheibenannagler, jeweils in anderer Verkleidung, erhielt er einen vergoldeten Scheibenhalter mit entsprechender Scheibe. Weiterer „Stimmungsaufheller“ bedurfte es nicht mehr für ein rauschendes Schützen-Fest.