„Eine Welle der Hilfsbereitschaft geht durch Deutschland“

Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil im Gespräch mit in der Flüchtlingsarbeit engagierten Bürger/innen. (Foto: Dana Noll)

Ein Beitrag von Dana Noll - Landesregierung empfing Ehrenamtliche der Flüchtlingsarbeit

HANNOVER/REGION (dno). Viele freiwillige Helfer/innen engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit mit großem persönlichen Einsatz. „Das ist bürgerliches Engagement in Reinform“, so der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Als kleines Dankeschön, stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren, waren jetzt 250 Bürger/innen, die in Aufgaben der Flüchtlingsholfe aktiv sind, in das Alte Rathaus in Hannover eingeladen.
„Sie helfen den Menschen, die Not kennen, heißen sie bei uns willkommen, stellen sich den Herausforderungen und - sie tun es selbstlos“, würdigte die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Cornelia Rundt.
60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Allein acht Millionen, etwa die Hälfte der Bevölkerung, hat ihre Heimat Syrien verlassen. Und obwohl gemessen daran, der Anteil, der nach Deutschland kommt, noch relativ gering ist, reden wir doch von Tausenden Flüchtlingen, denen wir Zuflucht und Perspektiven geben müssen – das sagt nicht der Verstand oder die europäischen Gesetze und Bestimmungen – das sagt unser Herz!
„Wir müssen uns unsere Mitmenschlichkeit erhalten“, so Stephan Weil. Natürlich sind die Kommunen gefragt, aber auch jeder Einzelne kann einen kleinen Beitrag dazu leisten. So wie die ehrenamtlichen Helfer/innen, die den Flüchtlingen nicht nur beim Neustart in unserem Land helfen, sondern damit auch als „gute Botschafter für Niedersachsen“ agieren.
„Ich bin stolz und froh darüber, Bürger eines Landes zu sein, indem solche engagierten Menschen leben“, so Weil. Auch im Ausland wurde diese Welle der Hilfsbereitschaft würdigend gesehen.
Dennoch hatte der Abend auch einen bitteren Beigeschmack. Kurz zuvor wurden die Grenzen zu Österreich vorübergehend geschlossen. Ein trauriger Tag für den „europäischen Gedanken, der von Freiheit und Einigkeit“ geträumt hatte. „Das verschafft uns aber eine kleine Verschnaufpause, führt aber nicht zur Lösung des Problems“, so Weil.
Die Lesung von Luc Degla, einem Schriftsteller aus dem westafrikanischen Benin, der wöchentlich in einer Braunschweiger Tageszeitung eine Kolumne veröffentlicht, lockerte die Veranstaltung und erheiterte die Gäste. Sein „kleiner Ratgeber für Ausländer“, die hier mit täglichen Herausforderungen zu kämpfen haben und sich durch die deutsche Sprache mit Wörtern wie „Eiertanz, Affentheater oder Busenfreundin“ kämpfen müssen, erntete viel Beifall.
Nach dem Auftritt des Flüchtlingschors Hannover unter der Leitung von Mohsen Rashidkhan, der alle Gäste zum mitsingen bewegte, blieb am Buffet viel Zeit mit den anwesenden Politikern, unter anderen auch mit der Niedersächsischen Integrationsbeauftragten Doris Schröder-Köpf, ins Gespräch zu kommen.