Eine Inka-Stadt in den Fuhrberger Wasserwerksforsten

Diese Gruppe war damit beschäftigt, zwei neue Wassergeister für den Trinkwasserlehrpfad zu basteln. (Foto: Hans Hermann Schröder)

40 Kinder auf Zeitreise in die Geschichte Südamerikas

FUHRBERG (hhs). Wanderer und Spaziergänger staunten nicht schlecht, wenn sie Mitte dieser Woche an der alten, so genannten „Bach'schen Jagdhütte“ nahe Fuhrberg in den Forsten von enercity, den Wasserwerken für die Stadt Hannover, vorbei kamen.
Dort war eine kleine Inka-Stadt entstanden, mit Wohnunterkünften, Werkstätten, einem Stadttor, einer Töpferei mit selbst gebautem Brennofen und sogar einem Sonnentempel. Insider ahnten es schon: Hier waren wieder etwa 40 Kinder als Teilnehmer einer Ferienpassmaßnahme der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark am Werk, sich in die Zeit des sagenumwobenen Volks der Inka in Südamerika begeben hatten.
Es war nun schon das fünfte Mal, dass diese Ferienpassmaßnahme an der Bach'schen Jagdhütte stattfand. Bernd Tschirch. Leiter der Kinder- und Jugendkunstschule, erklärte, man pflege seit nunmehr 18 Jahren beste Kontakte zu enercity. Schon am Bau des Wasserlehrpfades im Jahr 2000 hatte die Jugendkunstschule mitgearbeitet. Im Rahmen dieses Projektes hätten sich die Schülerinnen und Schüler auch um die Wassergeister gekümmert, und sie hätten mit den Förstern im Rahmen einer Waldführung eine Menge über Wald und Wasser erfahren.
Die Jugendkunstschule Wedemark sei, wie viele andere Schulen auch ein gern gesehener Gast in den Wasserwerksforsten, bestätigte Christiane Bardeck von der Abteilung Kommunikation bei enercity. Die Zusammenarbeit habe sich über die Jahre gut entwickelt, auch bei den Pflanzaktionen, die das Forstamt anbiete. Man fühle sich als Partner und als Sponsor und unterstütze sich gegenseitig gern.
Am Montag nahmen die Ferienpasskinder das Gelände in Besitz. Zunächst mussten alle sich dem Thema „Inka“ annähern. Dabei kamen Fragen auf: Was hatten die Inka an Kleidung und mit welchen Symbolen war diese verziert? Über welche Zahlungsmittel verfügten sie? Gab es ganz wichtige Gebäude und wie bauten sie ihre Häuser, welche Gebrauchsgegenstände waren wichtig?
Dann ging es an die Arbeit: Die einen sorgten für Kleidung und Goldschmuck, andere für die typischen Stirnbänder.
Eine Gruppe mauerte noch am Montag einen Brennofen, um darin später die selbst angefertigten Töpferarbeiten zu brennen, und natürlich auch Brot. Der Ofen geriet besser als erwartet: Er brannte am Mittwoch so heiß, dass die Töpferarbeiten vor Hitze zersprangen. Aber das Brot soll prima geschmeckt haben.
Und schließlich die Pyramide des Sonnengottes. Dieses Prachtexemplar, etwas abseits gelegen, aber wie überliefert, höher als alle anderen Inka-Gebäude. Und sie ist gewiss ein Unikat, denn sie schien aus Fertigbauteilen zu bestehen. Auch die Pyramide war mit Inkasymbolen geschmückt, und es war beeindruckend zu sehen, wie intensiv sich die Kinder in die Welt dieses sagenumwobenen Volkes Südamerikas hinein gedacht hatten.
Am Mittwoch, zum späten Nachmittag war dann Schluss mit dem dreitägigen Inka-Leben. Die Eltern holten ihre Kinder wieder ab und bestaunten alles, was der Nachwuchs in diesen drei Tagen erbaut und geschaffen hatte.