Eine große Herausforderung für die Lebensberatungsstelle

Sorgen um die Zukunft der Lebensberatungsstelle macht sich Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Herrmann. (Foto: Renate Tiffe)

Es fehlen die Sachkosten für die Erziehungsberatung – Auf Spenden angewiesen

ISERNHAGEN/BURGWEDEL (ti). Anfang dieses Jahres wurde die Lebensberatungsstelle in Isernhagen von der Region Hannover mit der Aufgabe der Erziehungsberatung für die drei Kommunen Burgwedel, Isernhagen und Wedemark betraut (wir berichteten). Das ist ein Erfolg und eine Anerkennung für die bisherige Tätigkeit der sozialen Einrichtung. Wie es sich jetzt herausstellt, sind allerdings mit den 200.000 Euro, welche die Region jährlich dazu zur Verfügung stellt, nur die Personalkosten abgedeckt.
Das heißt, dass die Sachkosten selbst aufgebracht werden müssen. „Eine große Herausforderung uns“, wie ihr Geschäftsführer Hans-Jürgen Herrmann anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts 2015 herausstellte.
Mit der örtlichen Verlagerung trägt die Region dem wachsenden Bedarf an Erziehungsberatung Rechnung, auf die es einen Rechtsanspruch gibt. Für die Eltern, die von diesem Dienst Gebrauch machen möchten, bedeutet dies, dass sie nicht mehr auf die Erziehungsberatungsstelle in Burgdorf angewiesen sind, dass sie mehr in der Nähe Hilfe bei ihren Problemen erwarten können. 2,75 Personalstellen werden von der Region finanziert. So weit so gut.
Für die Lebensberatungsstelle ist damit eine wesentliche Erweiterung ihrer Aufgaben verbunden, die mehr Räumlichkeiten und eine entsprechende Ausstattung erfordert. Glücklicherweise hat es sich so ergeben, dass im Erdgeschoss des Gebäudes am Lohner Hof die dort ansässige ärztliche Praxis ausgezogen ist. 150 Quadratmeter an Fläche stehen damit zur Verfügung, die zur Zeit für die neuen Erfordernisse vorbereitet werden. Die Erziehungsberatung soll vorerst künftig ausschließlich dort stattfinden.
Damit entstehen aber auch erhebliche Sachkosten, angefangen mit der Miete sowie für die Anschaffung beispielsweise von Mobiliar und PCs. Eine Summe von etwa 20.000 bis 30.000 Euro jährlich könnte dafür zusammenkommen. Entsprechende Mittel sind derzeit nicht vorhanden. „Wir brauchen dringend Sponsoren und Spender“, so Herrmann.
Mit den bereits vorhandenen Erziehungsberatungsstellen der Region wird sich die Einrichtung in Isernhagen ohnehin lange nicht vergleichen können. Die Frage ist, wie sich die drei Kommunen der neuen Lage stellen werden, die über die Regionsumlage bereits an den vorhandenen Stellen beteiligt sind. Werden sie geneigt sein, zusätzliche Mittel aufzubringen?
Fest steht, dass es im laufenden Jahr nicht leicht ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensberatungsstelle. Der Umstellungsprozess hat bereits begonnen. Dabei war bereits 2015 von großen Anstrengungen geprägt, verursacht durch große wirtschaftliche Sorgen, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Nur mit Mühe konnte das bisherige Angebot an Beratungsleistungen aufrecht erhalten bleiben, das sich als dringender denn je erweist.
Insgesamt 759 Beratungsfälle weist die Statistik für das vergangene Jahr aus, davon 226 aus Burgwedel, 189 aus Isernhagen und 195 aus der Wedemark. Hauptgründe für die Inanspruchnahme waren in erster Linie Partnerschafts- und Familienprobleme, gefolgt von Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld und auf dem Arbeitsplatz und vielen anderen. 80 Fälle von Schwangerenkonfliktberatung hatte es gegeben und 61 bei der allgemeinen Schwangerenberatung.
Wie Herrmann erläuterte, werde künftig das Angebot der Lebensberatungsstelle mehr von Flüchtlingen genutzt werden. Bislang gebe es bereits Verbindungen über die Helfernetzwerke, die eine gute Arbeit leisten. Die reiche aber auf Dauer nicht aus.