Eine Frage des Vertrauens

Kommentar zur Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters in Burgwedel

BURGWEDEL. Das mit der Demokratie ist so eine Sache: wird geheim gewählt, so kann das Ergebnis immer eine Überraschung mit sich bringen – wie nun auch in Burgwedel. In aller Regel ist davon auszugehen, dass der zweitstärksten Fraktion im Rat, in diesem Fall der SPD, ein stellvertretender Bürgermeister-Posten zugestanden wird. In der vergangenen Ratsperiode nahm die allseits geschätzte Angela Brix dieses Ehrenamt für die Sozialdemokraten wahr.
Doch nun steht die Burgwedeler SPD ohne dieses Amt da. Ihr Bewerber Bedri Özdemir hatte gegen den Überraschungs-Kandidaten Visel keine Chance. Natürlich ist es einfach, nun den „schwarzen Peter“ der CDU zuzuschieben, die für die geheime und damit im „Angst freien Raum“ stattfindende Wahl verantwortlich zeichnet. Doch auch das täuscht nicht darüber hinweg, dass das Tief der Burgwedeler SPD hausgemacht ist. Die Querelen vor der Wahl, die dazu geführt haben, dass sich lang verdiente und über die Parteigrenzen hinweg hoch angesehene Genossinnen und Genossen mit Grausen abgewendet haben, ist nur ein Indiz dafür, dass hier einiges im Argen liegt.
Das Amt des ehrenamtlichen Vertreters des Bürgermeisters setzt vor allem eines voraus: Vertrauen! Dieses Vertrauen muss erworben werden – das hat die SPD offensichtlich bei ihrer Kandidaten-Kür völlig vergessen. Vertrauen auf breiter Basis bedingt als erste Voraussetzung ein vertrauensvolles Miteinander in den eigenen Reihen und schließlich auch bei denen, die man braucht, um die Zukunft zu gestalten. Davon ist die SPD Burgwedel derzeit weit entfernt. Und es bedauerlich, dass Bedri Özdemir frühzeitig der Gefahr ausgesetzt wurde, zur tragischen Figur zu werden. So viele Hoffnungsträger hat die hiesige SPD auch nicht.
Birgit Schröder