Eindeutiger Elternwille: Dreiviertel wollen eine IGS für Burgwedel

Ungewohnte Einigkeit im Schulausschuss zur Schaffung einer IGS in Burgwedel: Der Antrag auf Varianten- und Kostenermittlung fiel einstimmig. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ergebnis der Befragung zur Schullandschaft im Schulausschuss

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am Dienstag stellte Christiane Concilio, Leiterin des Sozialamts der Stadt Burgwedel, im Schulausschuss die Ergebnisse der Elternbefragung zur Entwicklung der Schullandschaft in Burgwedel vor.
Die Ergebnisse überraschten in ihrer Eindeutigkeit: 1522 Fragebögen für acht Jahrgänge hatte die Veraltung verschickt. 49,6 Prozent der Adressaten haben ihre Fragebögen zurückgeschickt. 23,26% der Rückläufer möchten alles so beibehalten wie bisher. 76,74% wollen eine Veränderung der schulischen Angebote in Burgwedel. Soweit die Analyse der Grundfrage dieser Erhebung.
Aber was wollen die Eltern konkret? Auch darauf gab es eindeutige Antworten. Bei einer IGS mit Standort Isernhagen sprechen sich 32% für die IGS aus, 19% für den Weiterbestand des Gymnasiums und 4,0 % für die Oberschule in Burgwedel. 43% der Rückläufer haben dazu keine Meinung.
Die zweite Variante mit einer IGS in Großburgwedel bringt wieder ein eindeutiges Ergebnis: 62% sprechen sich für eine IGS in Burgwedel aus, 20% für das Gymnasium und 17% machen keine Angaben. Damit, so formulierte es Ortrud Wendt, Ausschussmitglied von der CDU, hätten sich die Eltern mit großer Mehrheit für eine IGS in Großburgwedel ausgesprochen und die Oberschule gewissermaßen abgewählt. Diese Einschätzung teilten alle anderen Mitglieder und Fraktionen im Ausschuss vom Grundsatz her auch.
Was ist den Eltern wichtig? Diese Frage stand als nächste im Raum: Die sogenannte Durchlässigkeit stehe offenbar oben an, ebenso die Vielfalt und Qualität der Nachmittagsangebote, kleinere Klassen, gute Lehrerversorgung, die Möglichkeit zum Abitur in der Sekundarstufe II zu gelangen und gut ausgebildetes Personal, führte Christiane Concilio aus. Mögliche weitere Schritte könnte nun die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zu verschiedenen Varianten einer IGS unter Berücksichtigung der rechtlichen Situation, der Gebäudesituation und der Schülerbeförderung sein.
Die meisten Ausschussmitglieder zeigten sich ein wenig überrascht darüber, dass der Elternwille ausgesprochen differenziert ausgefallen sei und einen hohen Bedarf an Veränderung in der Burgwedeler Schullandschaft ausweise und relativ eindeutig sei in der Bewertung. Ortrud Wendt schlug dann vor, einen Antrag a zu stellen, die Veraltung möge eine Machbarkeitsstudie bis zur nächsten Ausschusssitzung am 17. Juli erarbeiten.
In der anschließenden Diskussion erläuterte Christiane Concilio, dass die Gemeinde Isernhagen bei der Schaffung einer IGS auf einen Partner angewiesen sei, wohl aber die Stadt Burgwedel mangels ausreichender Schülerzahlen für eine IGS. Deswegen solle man sich nicht ausschließlich auf einen IGS-Standort Burgwedel versteifen, sondern die Option für Isernhagen offen halten.
Karin Beckmann von der SPD schlug vor, Burgwedel als Standort für die IGS in die erste Wahl zu nehmen, die baulichen Voraussetzungen hier seien sehr günstig dafür. Isernhagen sei aus Burgwedeler Sicht zweite Wahl. Man solle jetzt fragen: Wie kann man die IGS in Burgwedel realisieren? Die Ermittlung der Kosten könne später stattfinden.
Edgar Kolze von der CDU schlug einen Prüfantrag für die Verwaltung vor, die rechtlichen Bedingungen für eine IGS in Burgwedel auszuloten. Bürgermeister Axel Düker bezeichnete die Faktenlage als klar. Gegenwärtig sei wieder große Bewegung in der Schulpolitik. Die Verwaltung müsse einen Auftrag erhalten, das Gespräch mit der Landesschulbehörde zu suchen, um zu erfahren, wie eine Lösung für eine IGS in Burgwedel aussehen sollte.
Abschließend beantragte der Ausschuss, die Verwaltung möge verschiedene Varianten für eine IGS in Burgwedel und auch die Kosten dafür ermitteln. Der Antrag wurde einstimmig gefasst.