Ein Zertifikat für die neue Straßenbeleuchtung

Freude bei Ines Wagenknecht, Bürgermeister Arpad Bogya und Joost Götze: Für das Straßenbeleuchtungsprojekt ist die Gemeinde Isernhagen mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ von der Deutschen Energie-Agentur ausgezeichnet worden. (Foto: Renate Tiffe)

Manche Anlieger sind unzufrieden – Brief vom Bürgermeister

ALTWARMBÜCHEN (ti). An sich könnten Politik und Verwaltung in Isernhagen zufrieden sein. Das 1,1 Millionen-teure Projekt „energieeffiziente Straßenbeleuchtung“ steht kurz vor dem Abschluss. Soeben hat die Gemeinde von der Deutschen Energie-Agentur das Label „Good Practice Energieeffizienz“ dafür verliehen bekommen. Manche Anlieger sind jedoch mit den neuen Lampen nicht einverstanden. Sie haben sich auf eine Art und Weise zu Wort gemeldet, über die Bürgermeister Arpad Bogya jetzt seinen Ärger nicht verhehlen mochte.
Überflüssig, zu hell, zu hoch – das sei der Grundtenor derjenigen gewesen, die die neue Form der Beleuchtung vor ihrer Haustür ablehnen. Darüber hinaus habe es Anmerkungen gegeben, die jeder Beschreibung spotteten. Am geschmacklosesten sei wohl der Vergleich mit den Flutern an der Berliner Mauer gewesen, so Bogya. Er wird in der kommenden Woche einen Brief an die betreffenden Bürger schreiben, in dem das Projekt noch einmal erläutert wird. Dazu werde es individuelle Ergänzungen geben, kündigte er an.
Nicht gelten lassen wollte der Bürgermeister das Argument, dass die Maßnahme „über die Köpfe der Bürger hinweg“ geschehen sei. Seit 2008 haben sich Rat und Verwaltung mit der Erneuerung der Beleuchtung befasst. Es sei genug informiert und darüber berichtet worden. Wie in kaum einer anderen Kommune habe die Verwaltung das Projekt begleitet und Gespräche mit den Anliegern geführt. In etwa 50 Fällen habe es Probleme gegeben wie in der Flachdachsiedlung am Haffweg in NB berichtete Ines Wagenknecht, Mitarbeiterin der Verwaltung.
Verstehen kann Bogya dagegen, dass sich viele Bürger nicht gerade über die Kosten freuen, die sie nach dem Niedersächsischen Kommunalabgabengesetz zu tragen haben. Etwa 450 000 Euro kommen insgesamt auf sie zu. 135.000 Euro hat der Bund aus Fördermitteln gezahlt. Die ersten der aufwendig zu erstellenden Rechnungen, bei denen neben Grundstücksgröße und Grenzlänge noch acht andere Kriterien eine Rolle spielen, werden den Einwohnern Altwarmbüchens noch in diesem Jahr ins Haus geschickt. Die anderen Ortsteile folgen bis April/Mai 2013.
Die „energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung“ wie sie die Urkunde beschreibt, war nach über 30 Jahren notwendig geworden. Lampen in Höhen bis zu 3,70 Meter und in verschiedenen Ausführungen spendeten nur noch ein diffuses Licht. Quecksilberdampflampen werden 2015 europaweit verboten. Nach vielfachen Ausbesserungen über die Jahre hat die Verwaltung 2009 ein elektronisches Straßenbeleuchtungskataster erarbeitet, das ab 2011 zur Umsetzung kam. Vorher gab es schon einige Pilotprojekte.
Im Komplettaustausch aller Lampen in den Ortsteilen wurden 820 LED-Leuchten auf den neuen 5-Meter-Masten installiert. Je höher der Mast ist, umso breiter fällt der Lichtstrahl von oben nach unten auf den Fußweg, erläuterte Joost Götze, der für das Projekt zuständig ist. Dadurch gebe es keine Hell-Dunkelzonen mehr und die Fußwege werden sicherer. Statt des Dimmens verringere eine Elektronic-Schaltung die Lichtleistung zwischen 19.00 und 6.00 Uhr. Zurzeit werden abschließend die Straßenbeleuchtungen in Kirchhorst und Neuwarmbüchen mit Lohne erneuert.
Wie der Bürgermeister darstellte, handelt es sich bei der Beleuchtungs-Sanierung um die – neben der Dämmung von Privathäusern – effektivste Methode zum Stromsparen in der Gemeinde. Der Energieverbrauch reduziere sich um 43 Prozent. Damit werde Geld frei, das weniger Anlass zur Steuererhöhung gebe, so Bogya.