Ein zauberhaftes Märchen wie aus „1001 Nacht“

Der Djinn macht Hassan ein zwiespältiges Angebot: Zwei von sechs Teilen seines Lebens, soll er ihm überlassen und aus dem kahlköpfigen Jungen soll ein Dichter werden. (Foto: Anna Kentrath)

KuK präsentierte „Die Abenteuer des Hassan Katchel“

BURGWEDEL (ak). Kalt und verregnet startete das Wochenende am Freitagnachmittag, bestes Wetter also, um es sich drinnen gemütlich zu machen und einer spannenden Geschichte zu lauschen. Diese Möglichkeit bot sich im Amtshof in Großburgwedel, wo die Initiative Kunst und Kultur für Kinder (KuK) zusammen mit der Seniorenbegegnungsstätte Burgwedel zur persischen Märchenaufführung „Die Abenteuer des Hassan Katchel“ geladen hatte, gespielt vom Ensemble Theatrum und dem Märchentheater Fingerhut.
KuK-Initiatorin Regina Gresbrand begrüßte die zahlreichen Besucher, Kinder wie auch Erwachsene mit den Worten: „Ich freue mich, dass so viele Mamas, Papas, Omas und Opas hier sind, sonst gäbe es nämlich auch keine Märchen“. „Märchen sind viel, viel älter als Bücher“, berichtete sie weiter, die „ganz viel mit dem Leben zu tun haben, Lebensweisheiten vermitteln.“ Früher saß man dicht beieinander, etwa am Feuer, die Kinder hätten sich dicht an die Erwachsenen kuscheln können, sollte es einmal zu spannend werden. „Schaut einmal nach rechts und links und gebt Eurem Nachbarn die Hand, damit wir ein Wir-Gefühl entwickeln“, riet sie den Besuchern im Amtshof.
Mit dem persischen Märchen „Die Abenteuer des Hassan Katchel“ wartete dann auch ein ganz besonderes Erzählvergnügen auf die Zuschauer, denn dieses Märchen ist bis vor Kurzem noch nur erzählt und so von einer Generation an die nächste weitergegeben worden. Erst 1970 hat es einen iranischen Film dieser Geschichte gegeben, der nun als Grundlage für die deutsche Übersetzung diente, die Vahid Shahidifar, hier in der Rolle des Hassan, in eine Bühnenfassung gebracht hat. Zusammen mit Judith Kruder und Frank Schenke, verzauberte Vahid Shahidifar den Amtshof mal in einen orientalischen Basar, mal in ein Türkisches Bad, die drei Schauspieler sangen, spielten und dichteten sich in die Herzen der kleinen und großen Zuschauer.
Ein ungewöhnliches Märchen, mit einem ungewöhnlichen Helden, der anfangs gar nicht heldenhaft wirken wollte, denn Hassans Merkmal ist sein vollkommen kahler Kopf, weswegen er von den Kindern seiner Umgebung immer wieder als Kürbiskopf beschimpft wird. Doch die Liebe zur Stimme eines Mädchens und die Begegnung mit einem Djinn, der ihn im Tausch gegen einen Teil seines Lebens einen Wunsch anbietet, verändern Hassans Welt und lassen ihn in ungeahnte Abenteuer eintauchen. Ein Held mit Schwächen und Stärken, mit dem man sich identifizieren kann, der sich dadurch auszeichnet, dass er sich selbst immer treu bleibt.
Ein orientalisches Märchen, wie aus „1000 und einer Nacht“ mit Puppenspiel, farbenfrohen Kostümen und jeder Menge Musik, persisch-traditionell, begleitet vom rhythmischen Trommelspiel bis hin zum persischen Rap. Eine Freude für Ohren und Augen und einer Geschichte zum Nachdenken, denn das Märchen endet mit einem Geheimnis, der Auseinandersetzung mit dem Tod.