Ein Wochenende der interkulturellen Begegnung

Nicht nur Grüne Löffel leuchteten. Die eindrucksvolle Lichtinstallation der Künstlerin Birgitta Martin, die im Rahmen des Aktionswochenendes der Initiative „Interkulturelles Miteinander“ gezeigt wurde. (Foto: Renate Tiffe)
 
Ein großes Büfett mit Speisen aus aller Frauen Länder war aufgebaut, für viele die Grundlage und Überleitung zum Gedankenaustausch und zu persönlichen Gesprächen. (Foto: Renate)

Miteinander-Initiative der Frauen hatte eingeladen – mit randvollen Programm

GROSSBURGWEDEL (ti). Eingebettet in das Wochenende von „Kunst in Bewegung“ vollzog sich in der Senioren-Begegnungsstätte in Großburgwedel ein Wochenende der interkulturellen Begegnung. Eingeladen hatte die Initiative „Interkulturelles Miteinander“ der Frauen und viele, viele kamen – auch die Männer der muslimischen Frauen, trotz des islamischen Fastenmonats Ramadan.
Zweifellos wirkte die Lichtinstallation „Grüne Löffel leuchten“ der Künstlerin Birgitta Martin als Anziehungspunkt. In einem abgedunkelten Raum war eine runde, etwa mannshohe, nach hinten gewölbte Konfiguration von fluoreszierenden Löffeln zu betrachten, ein Kunstwerk, dessen „auffangende“ Anordnung, extra für Burgwedel erdacht, niemand unbeeindruckt ließ.“Was bleibt“ hatte ihm die Künstlerin als Titel gegeben, um auf die wirklich elementaren Dinge im Leben hinzuweisen, eben dem Löffel zum Essen. Darum herum rankten sich für Kinder und Erwachsene Workshops mit einem leuchtendem Werkstoff. Wer wollte, konnte seine persönliche „Löffelgeschichte“ aufschreiben.
Das war ein Teil der Veranstaltung. Ein anderer war, dass die Initiative sich zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vorstellte und eine willkommene Resonanz erfuhr. Geboten wurde, neben der Kunst ein randvolles Programm mit einer Foto-Ausstellung zum Werden der Initiative, mit Musik, Tanz der Kinder, und Vorträgen. Wobei der sorgfältig erarbeitete Vortrag von Regina Knips über den „Umgang mit Nahrungsmitteln“ etwas zu kurz kam. Die Mehrzahlder Gäste widmeten sich da schon konkret dem Essen, was – siehe oben – das „wichtigste im Leben“ ist, wie eine junge Teilnehmerin fröhlich verkündete. Ein großes Büfett mit Speisen aus aller Frauen Länder war aufgebaut, für viele die Grundlage und Überleitung zum Gedankenaustausch und zu persönlichen Gesprächen.
Davor aber hatte der offizielle Teil stattgefunden, mit einem Rückblick von Regina Gresbrand, die mit ihrer Initiative „Kunst für Kinder“ (KuK) 2007 den Anstoß gegeben hatte, für die gesamte.Entwicklung, die für Burgwedel als großes Plus anzusehen ist. Bis hin zu diesem Wochenende der interkulturellen Begegnung ist die Burgwedelerin der unermüdliche Motor für das achtsame Aufeinanderzugehen was Flüchtlinge und Zuziehende in der Stadt betrifft. Integration vollzieht sich auf ganz unterschiedlichen Wegen in den Kommunen.
Zu KuK, von Anfang an mit vielen Veranstaltungen präsent in der Stadt, kam auf Anregung der Mütter das Interkulturelle Frauenfrühstück hinzu, ebenfalls gut in der Öffentlichkeit verankert. Seit nun die Gleichstellungsbeauftragte „wegen Arbeitsüberlastung“ zu diesen, bei den Migrantinnen sehr beliebten Treffen, nur noch viermal im Jahr einladen will, hat sich die „Initiative Interkulturelles Miteinander“ herausgebildet, die sich im privaten Rahmen trifft und zu dessen hartem Kern zwölf Frauen gehören. Sie stellten sich bei der Eröffnungsveranstaltung vor, was für Musliminnen keine Selbstverständlichkeit ist.
In seiner Begrüßungsrede würdigte der Bürgermeister das Engagement der Frauen in ihrer Freizeit. Integration falle nicht vom Himmel, meinte Axel Düker. Sie bestehe aus ungezählten Mosaiksteinen, von denen Regina Gresbrand schon viele zusammengetragen habe. Für Erwachsene sei das Einleben nicht so einfach. Die meisten der anwesenden Frauen lebten schon länger in Burgwedel. Aber fast täglich kommen neue Familien hinzu, die es nach Kräften zu unterstützen gelte.
Er habe bisher viel von Aufgaben gehört, aber nur wenig von den Chancen, die sich durch die Zuwanderung ergeben, sagte Michael Kranz, der Vorsitzende vom neugegründeten Verein „Kunst und Migration“ in seiner kurzen Ansprache. Es laufe bereits viel in Burgwedel. Ziel des Vereins sei es, den geschilderten Aktivitäten ein Dach zu geben, und damit die Voraussetzungen für eine gemeinsame Stadtkultur zu schaffen.
Düker und auch die Ausländerbeauftragte der Region Arife´akcam-Hytrec hatten die Bedeutung des Vereins hervorhoben, dem als Pendant zum sozialdemokratischen Bürgermeister mit Michael Kranz ein prominenter Vertreter der Mehrheitspartei CDU im Rat vorsteht