Ein ruhiges Jahr bei der Wettmarer Freiwilligen Feuerwehr?

Ortsbrandmeister Karsten Weigt (links) mit Bernd Thiemann, Uwe Räther und Erhard Kohn (rechts), der für 50 Jahre in der Feuerwehr geehrt wurde. (Foto: Renate Tiffe)

Warten auf den Feuerwehr-Bedarfsplan – Sorgenkind Jugendfeuerwehr

WETTMAR (ti). Noch immer werden die Aktivitäten an der Zahl der Brandeinsätze gemessen, der urprünglichen Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehren. Danach war 2015 in Wettmar ein ruhiges Jahr gewesen, wie Ortsbrandmeister Karsten Weigt bei der Jahreshauptversammlung im vollbesetzten Saal der Gaststätte „Waldschänke“ bekannt gab. Tatsächlich bewegt sich aber viel mehr in dem insgesamt 453 Mitglieder zählenden Ortswehr.
Bei den sechs Brandeinsätzen handelte es sich bis auf den Brand in der Würmsee-Siedlung im wesentlichen um Entstehungsbrände. Vier Sicherheitswachen kamen dazu. Stark zugenommen hat die Zahl der technischen Hilfeleistungen auf 15 gegenüber dem Vorjahr als es nur 10 waren. Mit Übungsstunden, mit der Aus- und Fortbildung sowie den zahlreichen Beteiligungen an Feuerwehr- und anderen örtlichen Veranstaltungen kam in der Einsatzstatistik für alle Abteilungen eine Gesamtstundenzahl von 11.426 zusammen, welche die Aktiven der Feuerwehr für die Dorfgemeinschaft geleistet haben.
Die Feuerwehr Wettmar ist gut aufgestellt. 50 Aktive sind in den Löschgruppen tätig, zehn Mitglieder zählt die Jugendwehr und 22 der Musikzug. Zusammen mit der Zahl der Alterskameraden und Förderer von 371 ergibt sich die oben genannte Gesamtstärke der Wehr.
Wie alle Wehren in der Stadt warten auch die Wettmarer auf den angekündigten Feuerwehrbedarfsplan. Er soll etwas „Größeres, Neues für Wettmar“ bringen, das vieler Überlegungen bedarf, wie Lothar Urban, der Vorsitzende im Feuerschutz-Auschuss des Rates andeutete. Das Ergebnis werde ein Fahrplan für die kommenden Jahre sein, betonte Bürgermeister Axel Düker. In diesen Tagen werden die Kommandos zu einer ersten Besprechung zusammenkommen.
Sowohl der Jugendwart der Stadtfeuerwehr Michael Gilles wie auch der stellvertretende Wettmarer Ortsbrandmeister Ingo Bähre, der vor Ort ebenso für den Nachwuchs zuständig ist, beklagten den Rückgang bei den Kindern und Jugendlichen, die bei den Feuerwehren mitmachen wollen. In Wettmar, wo stets ein besonderes Augenmerk auf die Jugendarbeit gerichtet wurde und etwa 20 Mitglieder üblich waren, sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr von 15 auf zehn. Die Anforderungen der Ganztagsschulen und die Konkurrenz der anderen Vereine spielen da eine Rolle. Es soll nun verstärkt geworben werden, u.a. auch in den Grundschulen. Ein neuer Flyer steht zur Verfügung. Ab 9 ½ Jahren können Mädchen und Jungen in die Feuerwehr eintreten.
Nicht ohne Sorgen betrachten die Feuerwehrleute auch die zunehmende Zahl der technischen Hilfeleistungen. Statt als Helfer in Notfällen werde die Feuerwehr von vielen als Dienstleister in allen möglichen Situationen herangezogen, monierte der stellvertretende Stadtbrandmeister Dirk Hemmann. „Es ist soviel einfacher, bei einem heruntergefallenen Ast auf der Straße per Handy 112 anzurufen, statt selbst aus dem Auto zu steigen“, meinte ein Feuerwehrmann. „Wir rücken dann vielleicht mit neun Leuten aus - alles ehrenamtlich und in unserer Freizeit.“
Befördert in den Löschgruppen wurden Bastian Kreipe zum Feuerwehrmann und Steven-Ray Jones, Steven Kalina und Jens Weisner zu Hauptfeuerwehrmännern.
Für 40-jährige Mitgliedschaft im aktiven Dienst wurden Uwe Räther und Bernd Thiemann ausgezeichnet. 50 Jahre gehört Erhard Kohn der Feuerwehr in den einsatznahen Abteilungen an. Als Ehrung erhielt er das Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen. 40 Jahre förderndes Mitglied ist Jürgen Frey, der als einziger bei der Verleihung der Urkunde anwesend war. Aus Krankheitsgründen konnte Ernst-Heinrich Köneke nicht an der Versammlung teilnehmen. Er gehört der Ortswehr 60 Jahre an.