Ein neuer „Bürgertreffpunkt“?

Elke Coordes (rechts) trug die Ergebnisse der Ideenbörse vor. (Foto: Renate Tiffe)

Ideenbörse zur Erweiterung und Vertiefung des Angebots

GROSSBURGWEDEL (ti). Es war ein großes Pensum, das der Kulturausschuss in seiner Dezember-Sitzung zu bewältigen hatte, mit mehr als drei gewichtigen Themen.
Dazu kam, dass sich einige Ratsleute durch die Verwaltung nicht angemessen informiert sahen - Herausforderungen, welche Ratsneuling Dr. Babette Zühlke-Thümler (CDU), die Ausschuss-Vorsitzende, zu meistern hatte. - Einen breiten Raum in den Beratungen nahm die Senioren-Begegnungsstätte (SBS) ein, ihr Ist-Zustand und ihre Entwicklung in der Zukunft.
Das Thema war keineswegs neu. Spätestens beim 25-jährigen Jubiläum im Sommer war mit einer gewissen Dringlichkeit davon gesprochen worden. Im November fand nun eine sog. „Ideenbörse“ statt, an der 30 Personen teilnahmen, darunter Nutzer und Kooperationspartner der Einrichtung. Über das Ergebnis, gegliedert nach den Schwerpunkten „Angebote und Aktivitäten“, „Beratungsangebote“ und „Offener Treffpunkt“, gab die Leiterin, Elke Coodes Auskunft.
Davor stand die Auswertung einer Befragung der Gruppen des Hauses, die Elisabeth Geib-Kaiser, die stellvertretende Leiterin, vortrug. 99 Gruppen sind zur Zeit in der SBS tätig, mit durchschnittlich 14 Anwesenden. Zu 71 Prozent sind es Frauen, die beteiligt sind. Mit 32 Prozent stellen die 70- bis 79-Jährigen die größte Nutzergruppe, gefolgt von den 80-bis 89-Jährigen. An dritter Stelle stehen die 60- bis 69-Jährigen. Unter 50 Jahren ist kaum jemand dabei. Etwa zwei Drittel der Nutzer kommen aus Grossburgwedel, die Ortsteile sind nur schwach vertreten.
An diesem Punkt hakten die Ratsmitglieder ein. Die Fahrgemeinschaften, die Elisabeth Geib-Kaiser zur Abhilfe anriet, schilderte Wettmars Ortsbürgermeister Erwin Fette (Die „Grünen“) als schwierig. Und Rudolf Gutte („Die Unabhängigen“) meinte, dass es auch in den Ortsteilen Veranstaltungen gebe, die teilweise mit den Angeboten der SBS konkurrierten. Michael Kranz (CDU) schlug vor, dass die Verwaltung einmal prüfen möge, wieweit dies tatsächlich der Fall ist.
Ganz viel Ideen und eine regelrechte Aufbruchstimmung habe es bei der Ideenbörse gegeben, berichtete Elke Coordes. Im Grundsatz gehe es darum, Bestehendes zu unterhalten und generationsübergreifende Angebote hin zu einem offenen Treffpunkt zu machen. Menschen mit Behinderungen sollten in die Gruppen integriert werden, Großeltern sollten mit ihren Enkeln zusammen basteln können, das interkulturelle Miteinander müsse gefördert werden.
Bei den Aktivitäten werden Sportangebote außerhalb der TSG und Autogenes Training empfohlen, sowie ein offener Treff für Instrumentalisten und abends ein Gesprächskreis Englisch für die Jüngeren. Gewünscht werden außerdem ein offenes Cafe´ für alle und ein Tanztee in den Wintermonaten.
Schon vieles vorhanden ist bei den Beratungsmöglichkeiten. Denkbar wäre aber auch eine engere Zusammenarbeit mit der Lebensberatungsstelle, mit dem Hospizdienst und der Schuldnerberatung mit Sprechzeiten in der SBS, meinten die Teilnehmenden der Ideenbörse. Eine Ernährungsberatung könnte generationsübergreifend gestaltet werden, es sollte eine Anlaufstelle für das Ehrenamt und Formularlotsen geben. Auch die technische Ausstattung der Einrichtung rückte in den Blick. Ein schnellerer Internetanschluss müsse her und die Akustik optimiert werden. Eine mobile Bühne werde gebraucht.
Wie sich dies alles mit den Kapazitäten der Einrichtung vereinbaren ließen, fragten Fette und Gutte vorsichtig an. Die Angebote entwickelten sich weiter, beschied die Erste Gemeinderätin Christiane Concilio. Es gehe im wesentlichen um das Gefühl der Zugehörigkeit.
Wünsche, Wünsche, Wünsche – eine zündende Idee für einen neuen Namen der SBS, der schon sehr lange gefordert wird, war allerdings auch diesmal nicht dabei. Umstritten war der Begriff Senioren-Begegnungsstätte von Anfang an.