Ein Leben ohne Musik kann sich niemand vorstellen

(Foto: Swenja Steinseifer)
 
(Foto: Swenja Steinseifer)

Musikschule feierte 40. Geburtstag im Isernhagenhof

ISERNHAGEN (svs). Er sitzt am Tisch und sortiert die Post. Blöder Regen. Mahnung, Rechnung, war klar – Rechnung. „Wenn ich einmal reich wär“ wünscht sich Sänger Harald Hein in seinem Musical-Programm. Eine finanziell stabilere Lage wünscht sich auch Andreas Fingberg-Strothmann, Leiter der Musikschule Isernhagen & Burgwedel. Seit 40 Jahren wird in der Musikschule eine Sprache gelehrt, die jeder versteht – Musik.
Stefan Flüeck, eine feste Größe im Radiogeschäft, startete seine musikalische Laufbahn in der Musikschule Isernhagen & Burgwedel. Genau wie Madeleine Marcheel, die zum 40. Geburtstag der Schule freche und nachdenkliche Songs auf die Bühne der Scheune im Isernhagenhof rockt. Am vergangenen Samstag brachten ehemalige und aktuelle Schüler fetzige, rockige, poetische und witzige musikalische Darbietungen auf die Bühne. Um danach mit DJ Stefan Flüeck die vergangenen 40 Jahre tanzend Revue passieren zu lassen.
„The Splendids“ – das fünfköpfige Gesangsensemble und Florian Westermann am Klavier eröffneten die Party im Isernhagenhof – mit „The Way you are“ von Bruno Maas. Chöre gehören seit 1982 zum Repertoire der Musikschule, die 1972 mit 56 Schülern und zwei Lehrkräften gegründet wurde. Heute unterrichten 45 Musiker 1063 Schüler. Rund 68 Veranstaltungen im Jahr stellt die Musikschule auf die Beine. „Aber es kommt nicht alle Tage vor, dass wir auf gleich zwei Preisträgerinnen eines Bundeswettbewerbs stolz sein können“, sagt Andreas Fingberg-Strothmann.
Am Flügel begleitet von Leonie Jannack entführt Harald Hein seine Zuschauer in die „Welt der Reichen“ und bringt sie zum Schmunzeln, zum Nachdenken. Reich müsste man sein. Ein Leben ohne Musik kann sich der 17-Jährige nicht mehr vorstellen. „Am Bundeswettbewerb habe ich teilgenommen, um zu testen, wie groß meine Chancen wären“, sagt er. Denn es zieht ihn auf die Bühne, aber auch die Risiken sind dem Nachwuchstalent klar. „Musik kann eine brotlose Kunst sein“, räumt der talentierte Nachwuchssänger, Schauspieler und Tänzer ein, der sich dem Musical und der Oper verschrieben hat. Finanziellen Zuschuss wünscht sich auch Andreas Fingberg-Strothmann. Die Musikschule steht mit den Gemeinden in Verhandlung. „Wir können die Personalkostensteigerung in absehbarer Zeit nicht mehr aus eigener Kraft finanzieren“, sagt er. Seit 2005 leitet er die Musikschule zusammen mit Nicola Bodenstein-Polito.
Mit sieben Jahren startete Madeleine Marcheel hier, im Isernhagenhof, ihre musikalische Laufbahn. Heute studiert sie Jazz, Pop und Rock in Osnabrück und sagt „danke“. Genau wie der mittlerweile bekannte Radiomoderator Stefan Flueck. Von ihm gibt es nach Madelein Marcheels Auftritt Musik aus den letzten 40 Jahren auf die Ohren. Weitere 40 Jahre wünscht er der Musikschule Isernhagen & Burgwedel. Seit 1972 spricht man hier eine Sprache, die jeder versteht. Die berührt, die viel zu geben hat. Für Harald Hein bedeutet Musik Lebensfreude pur. „Musik ist ein ewiger Quell der Freude“, sagt das Nachwuchstalent. Wie es mit der Musikschule weiter geht, entscheiden die Gemeinden. „Wir hoffen, dass wir uns so einigen können, dass wir die nächsten zwei, drei Jahre so wie jetzt weiter arbeiten können“, hofft Fingberg-Strothmann.