Ein Jahr Axel Düker Bürgermeister (SPD) – die CDU vermisst Impulse für die Stadt Burgwedel

Der Landtags- und Regionsabgeordnete Rainer Fredermann, Mitglied auch der CDU-Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt und Burgwedeler CDU-Vorsitzender, beklagt unter anderem die mangelnde Zusammenarbeit mit Bürgermeister Axel Düker von der SPD. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - Stellungnahme des Parteivorsitzenden Rainer Fredermann

GROSSBURGWEDEL (ti). Ein Jahr steht Axel Düker jetzt im Amt des Bürgermeisters an der Spitze der Stadt Burgwedel. Seine Partei, die SPD, hat bereits eine positive Bilanz abgegeben. Naturgemäß sieht die Stellungnahme der CDU anders aus. Sie ist die Mehrheitspartei im Burgwedeler Rat. Eine schwierige Situation, mit der beide Seiten, wie es scheint, noch nicht recht umzugehen wissen. Der Parteivorsitzende Rainer Fredermann - der eine dezidierte Aufzählung der Kritik seiner Partei am Bürgermeister auch auf der Homepage seiner Partei im Internet veröffentlicht hat, stand nach der jüngsten Ratssitzung zu Gespräch bereit.
Der Christdemokrat zeigt sich enttäuscht, dass die Hand, die seine Partei nach der Wahl des neuen Bürgermeisters ausstreckte, um gemeinsam zum Wohle der Stadt zu arbeiten, nicht recht angenommen wurde
Die von Düker beschworene und vielzitierte Transparenz, die Offenheit gegenüber dem Bürger, sei jedenfalls bei der CDU-Fraktion im Rat nicht angekommen, so Fredermann. Es gebe zu wenig Informations- und Meinungsaustausch.
Zwar sei die CDU durch die lange Tätigkeit von Bürgermeistern ihrer Partei etwas verwöhnt, räumte er ein. Das zur Zeit dargebotene Maß an Zusammenarbeit reiche jedoch nicht aus, wie sich zuletzt bei der Frage der Gewerbesteuererhöhung gezeigt habe. Stattdessen sei eine steigende Orientierung Dükers hin zur Gemeinde Wedemark und zur Region Hannover zu beobachten.
Viele der laufenden Vorhaben der Stadt seien bereits von Dükers Vorgänger Hendrik Hoppenstedt angeschoben und beschlossen worden, wie die Straßen- und Kanalsanierungen und der Umbau des Busbahnhofs.
Bis zur Unterschriftsreife gebracht worden ist die Befriedung der Würmsee-Siedlung. Die Folgen der „Medizinstrategie 2020“ der Region für das Burgwedeler Klinikum seien zuerst von der CDU aufgezeigt worden, was schließlich zu der Zusage geführt habe, dass die Geburtshilfe- und Frauenstation erhalten bleiben soll. Eine wirtschaftliche Überprüfung des Krankenhauses hätte vorher durchgeführt werden müssen. Innerhalb des Verfahrens - wie von SPD und „Grünen“ gefordert - erschließe sich der Sinn nicht mehr. Trotz des angekündigten neuen Schulgesetzes der Landesregierung sei die Einrichtung einer IGS im Jahr 2016 in Burgwedel noch nicht so sicher, wie von den Sozialdemokraten gern dargestellt.
Die CDU vermisse vor allem neue Impulse für die Entwicklung der Stadt, sagt Fredermann. Erfahrungsgemäß seien sie zu erwarten, wenn „ein Neuer“ sein Amt antritt. In Burgwedel sei davon nichts zu merken.
Dass es der Stadt gut gehe, sei wirklich nichts Neues. Dass dies so bleibe, verlange eigene Initiativen des Stadtoberhauptes. Von vielfältigen Wirtschaftskontakten werde zwar geredet, sie zeigten sich aber nicht in der Realität. Ein Wirtschaftsförderer, wie vor der Wahl angekündigt, sei nicht in Sicht.
Fredermann gibt zu, dass im Laufe des Jahres außerordentliche Herausforderungen wie der SüdLink auf die Kommune zugekommen seien, und auch die Probleme mit der Y-Trasse verlangten besonderen Einsatz. Er versprach, dass seine Partei und die CDU-Fraktion im Rat sich weiter mit viel Engagement einbringen werden, um für die Stadt zu den besten Lösungen zu kommen.