Ein großer Tag für die Ludwig-Harms-Kirche

Landesbischof Ralf Meister (3. v.l.) verabschiedet sich per Handschlag von den Gottesdienstbesuchern. (Foto: Renate Tiffe)

Landesbischof Ralf Meister hielt die Predigt

FUHRBERG (ti). Es hörte sich so einfach an: „Unser Pastor hat auf einem Sprengelkonvent den Landesbischof nach Fuhrberg eingeladen und er hat zugesagt.“ Tatsächlich hat es zwei Jahre gedauert, bis die Termine passten. Ralf Meister, seit 2012 im Amt, besucht in diesem Jahr auch kleinere Kirchengemeinden. Am vergangenen Sonntag konnten nun Pastor Enno Junge und die Fuhrberger Kirchengemeinde den hohen kirchlichen Würdenträger in ihrer kleinen Kirche begrüßen.
47 Jahre ist es her, seit ein Landesbischof in der Fuhrberger Ludwig-Harms-Kirche geweilt hatte. Im Jahr 1967 hatte Hanns Lilje das restaurierte und mit seinem jetzigen Namen versehene Gotteshaus neu geweiht. Dietrich Dobrodt vom Kirchenvorstand erinnerte an dieses Datum und hieß den hohen Gast herzlich willkommen.
In seiner Predigt mit Zitaten aus einem Gedicht des schwäbischen Lyrikers Albrecht Goes öffnete Meister den Zuhörern zunächst den Blick für das Naheliegende, für die Landschaft ringsum, für die Jahreszeit. Trugen die Menschen früher im Herbst die Vorräte für den Winter zusammen, so sei das heute nicht mehr üblich. Damit sei aber auch die Achtsamkeit für das Leben danach verloren gegangen. Ausgehend von der uralten Kultur der Bevorratung von Nahrungsmitteln leitete er über zu den Gedanken des Christentums an das kommende Leben. Die Vorräte, die für das Leben mit Gott geschaffen werden, seien nicht materiell oder ideell und könnten nicht eingeschlossen bleiben, betonte der Landesbischof. Die Freiheit des Glaubens sei unbezahlbar und unendlich.
Es war ein feierlicher Gottesdienst im Licht der vorherbstlichen Sonne - mit viel Musik, welcher der Posaunenchor und der gemischte Chor EnCanto unter der Leitung von Andreas Schröder die besondere Prägung gaben. Viele Besucher aus den anderen Burgwedeler Ortsteilen hatten sich ebenfalls eingefunden. Die Kirche war gefüllt, aber nicht überfüllt.
Versehen mit dem Segen des Landesbischofs verließen die Gottesdienstteilnehmer die Kirche. Vor der Kirchentür wurde jeder einzelne von ihnen nicht nur von Pastor Junge sondern auch von Ralf Meister mit einem persönlichen Handschlag verabschiedet.
Wie bei feierlichen Anlässen üblich wurde im Anschluss an den Gottesdienst ins Gemeindehaus eingeladen, eine Einladung, der auch Ralf Meister folgte. Ein Büfett mit Kuchen und Schnittchen, vorbereitet von der „Fuhrberger Spargelwirtschaft“, erwartete die Gäste. Der Chor MGV Liederkranz unter der Leitung von Naom Nußbaum trug mit seinen Liedern zum weiteren Gelingen des Nachmittags bei, darunter natürlich auch mit dem Fuhrberger Lied, für das Fritz Garms den Text geschrieben hatte.
Erinnerungen an frühere Kirchfeste wurden aufgefrischt. So erzählte Fuhrbergs Ortsbürgermeister Heinrich Neddermeyer, der in der Kirche bei den Bläsern mitgewirkt hatte, eine Begebenheit von dem Besuch Liljes. Als es im Gemeindesaal, der damals sicher noch nicht so komplett ausgestattet war wie heute, mächtig zog, meinte der Landesbischof trocken: „Auch frische Luft ist gottgefällig.“ Eine Bemerkung, die zum geflügelten Wort in Fuhrberg wurde.