Ein großer Tag für die Burgwedeler Feuerwehr

Das HLF in voller Beleuchtung und mit Girlanden bekränzt – allerdings auch in Nebel gehüllt, sodass es anfangs kaum zu erkennen war. (Foto: Renate Tiffe)
 
Begeistert begutachteten die Feuerwehrkameraden das Innenleben des neuen HLF. (Foto: Renate Tiffe)

Hilfeleistungsfahrzeug übergeben – Stadt investierte 355.000 Euro

GROSSBURGWEDEL (ti). Grossburgwedel (ti). Im 130. Jahr ihres Bestehens konnte die Freiwillige Feuerwehr ein Ereignis feiern, das manche als einen Quantensprung in der Feuerwehrtechnik bezeichnen. Die Stadt übergab offiziell das neue Hilfeleistungsfahrzeug (HLF) an die Verantwortlichen. 355.000 Euro ließ sie sich das Hightech-Gefährt mit den Allround-Qualitäten für die Sicherheit der Bürger kosten.
In der großen Fahrzeughalle hatten etwa 150 Feuerwehrleute und ihre Gäste an weißgedeckten Tischen Platz genommen. Auf der Seite war im Rücken der Feuerwehrkapelle ein Riesenkoloss unter einer weißen Plane verborgen. Im Raum daneben bereiteten die Feuerwehrfrauen das Essen für die anschließende Vesper vor. Alles war auf eine große Feier eingestellt.
Karsten Rüdiger, Großburgwedels Ortsbrandmeister, ließ es gemächlich angehen. Er verwies auf das 130-jährige Bestehen der Wehr und enthüllte zusammen mit seinem Stellvertreter Tibor Biszok das neue Ehrenbord mit all den Namen der Feuerwehrleute, die über 25 (Schilder in Silber) oder 40 Jahre (Schilder in Gold) den Dienst zum Wohle der Bevölkerung versehen hatten. Gestiftet wurde das Bord von den Angehörigen auf Wunsch des verstorbenen Kameraden Georg Ganski.
Der stellvertretende Stadtbürgermeister Jörg Heuer, der für den „abhanden gekommenen Bürgermeister“ eingesprungen war, erläuterte, was es für eine Bewandtnis mit dem neuen Fahrzeug hat. Mit seiner hochtechnisierten Ausrüstung könnten „ein Stück weit“ die Menschen bei den gefahrvollen Einsätzen ersetzt werden. Immer schwieriger werde es, genügend Leute für die schnellen Einsätze am Tag zusammenzubekommen. Viele von ihnen arbeiten außerhalb von Burgwedel. An den aufwändigen Planungsarbeiten seien nicht wenige Burgwedeler Feuerwehrleute beteiligt gewesen, sodass das Fahrzeug individuell für ihre Belange hergestellt werden konnte. Es müsse nun auch 30 Jahre halten gab er dem Stadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg bei der Schlüsselübergabe mit auf den Weg. Karsten Rüdiger gab zu etwas aufgeregt zu sein, als er die Schlüssel erhielt. Es sei „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen bei dem Fahrzeug, bekannte er. Gebaut wurde es von der Firma Rosenbauer in Luckenwalde und über deren Niederlassung in Bremen ausgeliefert. Über die Konzeption habe sich schon sein Vorgänger Gedanken gemacht. Mitte kommenden Jahres solle ein weiterer dieser 19-Tonner zur Verfügung stehen. Flugs rechnete der Ortsbrandmeister vor, dass in den nächsten zehn Jahren damit noch eine erhebliche Geldsumme gespart werde, weil die derzeit im Betrieb befindlichen Fahrzeuge nach mehr als 20 Jahren ersetzt werden müssten.
Und dann war es soweit: „Licht aus“ gab Rüdiger das Kommando. Die Plane wurde abgezogen und das HLF stand in voller Beleuchtung und mit Girlanden bekränzt da – allerdings auch in Nebel gehüllt, sodass es anfangs kaum zu erkennen war.
Viele der Feuerwehrleute machten sich auf, um das reiche Innenleben zu begutachten. Seit drei Wochen finden bereits Schulungen für die Einsatzkräfte statt und sie werden noch vier Wochen dauern, erklärte der Ortsbrandmeister. Statt bisher neun Männern an Besatzung könnten jetzt fünf starten. Die Atemschutzgeräteträger könnten sich schon während der Fahrt ausrüsten und sicher aussteigen.
Gesteuert werden die Funktionen des Hilfeleistungslöschfahrzeugs über einen Computer, der in der Fahrerkabine und im Heck über zwei Displays per Touchpad bedient wird. Es gibt unendlich viele Neuerungen, die den Einsatzleuten Zeit und Kraft sparen. Für die unangenehmen Folgen bei den Rettungseinsätzen ist jetzt ein Hygienebord da. Ein Lichtmast zum Ausfahren ist vorhanden, und Wasserwerfer und Seilwinde befinden sich oben auf dem Auto. Ein 60 Meter langer Schlauch kann sofort ausgefahren werden. Der Pressesprecher Jörg Hendricks zeigt die Geräte zur Wasserversorgung und zur Verkehrssicherung. „Die kann ein Mann allein bedienen, während wir das bis jetzt immer zu dritt machen mussten.“