Ein fröhliches Fest der Kulturen in Isernhagen

Die Vorsitzende des Helfernetzwerkes Barabara Schindewolf-Lensch begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. (Foto: Renate Tiffe)
 
Clinic-Clown Bruno zog die Kinder in seinen Bann und verteilte rote Nasen. (Foto: Renate Tiffe)

Wöhler-Dusche-Hof bot den idealen, sommerlichen Rahmen

ISERNHAGEN NB (ti). Alle Voraussetzungen für das Gelingen eines Festes mit dem Isernhagener Helfernetzwerk waren gegeben: der Nordhannoversche Bauernhaus-Verein hatte auf seinen Museumshof eingeladen. Das Wetter spielte mit, es lockte ein buntes Programm aus heimischer wie aus orientalischer Kultur. Und die Besucher strömten in Scharen in Richtung der bekannten Adresse in Isernhagen NB - trotz vielfältiger anderer Angebote an diesem Sonntag.
Die Willkommensgrüße der Vorsitzenden das Bauernhaus-Vereins, Dr. Inge Hanslik, der Vorsitzenden des Helfernetzwerks, Dr. Barbara Schindewolf-Lensch, und von Ortsbürgermeisterin Renate Matz-Schröder fielen erfreulich kurz aus und wurden zusammengefasst übersetzt. Im Hintergrund wartete schon Clinic Clown Bruno, der die sonntäglich gekleideten Kinder auf Anhieb in seinen Bann zog. Das Fest konnte beginnen, ein Fest für alle, für Jung und Alt, für Einheimische wie Zugezogene.
Sein Schwerpunkt verlagerte sich auf das weitflächige Gelände hinter dem Hof. Was nicht bedeutete, dass auch der laufenden Ausstellung im Haus die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Im Obstgarten spielte die Band der Musikschule Isernhagen Bluesrock. Es gab wie immer Kaffee und Kuchen, diesmal auch aus dem Backhaus im abgelegenen Teil des Grundstücks geliefert.
Auf der Wiese hinter dem Garten entfaltete sich das volle Leben aus zwei Welten. Ungenutzt blieb nur das vorsorglich aufgestellte große Zelt. Die meiste Anziehungskraft ging zunächst von dem langgezogenen Büfett aus mit heimischen Salaten und all den würzigen orientalischen Speisen, die Neuzugezogene wie schon länger hier wohnende Migrantinnen gern zubereitet hatten. Es galt zu probieren und zu informieren. Wo lässt sich die Verständigung unter den Menschen leichter üben, als an Tischen beim gemeinschaftlichen Essen? Sprachschwierigkeiten? Immer war vom Helfernetzwerk jemand in der Nähe, der erklären und notfalls einen herbeiholte, der übersetzen konnte.
Eine angeregt fröhliche Stimmung breitete sich aus, mit spontanen Einlagen der Gäste. Ein Trommelwirbel deutete an, dass sich eine kurdische Tanzgruppe formiert hatte. Vorher hatte ein Tauziehen unter den Jugendlichen für viel Spaß gesorgt. Über allem schwebte eine märchenhafte Falterfrau auf Stelzen. Unzählige Handys wurden gezückt. „Es ist ein herrlicher Tag, ein Geschenk des Lebens“, jubelte Flora Collin vom Internationalen Frauentreff, die mit sechs Neuzugezogenen das Fest besuchte. Harald Dreyer vom Vorstand des Nordhannoverschen Bauernhausvereins, Initiator und unentwegter Organisator, resümierte: „Wir freuen uns, dass wir den schönen Rahmen stellen konnten. es gibt viele interessante und aufregende Momente.“
Bei den Vorbereitungen hatte sich das Helfernetzwerk, kurz HNW genannt, viel einfallen lassen und hiesige Vereine eingeladen. Der Verein Schachdrachen hatte sich mit sechs Brettern gleich rechts vom Eingang niedergelassen und vermittelte den Eindruck angestrengten Denkens. Wer dagegen ins orientalische Leben eintauchen wollte, war in der sog. Shisha-Lounge richtig. In stilechter Umgebung zog die neuzugezogene Syrerin Susan Favawati an der wohlriechenden Wasserpfeife mit Apfelgeschmack.
Auf der anderen Seite hatte Beate Rossbach ihren Stand aufgemacht mit Spenden von Büchern, die an die Besucher gebracht werden sollten – mit hoffentlich großem Gewinn am Ende. Das Geld geht an die Flüchtlingshilfe für Sprachkurse, sagte sie.
„Wir sind weiter dringend auf Spenden angewiesen.“