Ein fröhliches Fest der Begegnung im Isernhagenhof

Im Isernhagenhof wetteiferten das Jugend-Rotkreuz und die Bethlehem-Kirchengemeinde beim Kinderschminken, die Quiltgruppe lud ein zum Herstellen kleiner Kissen und die Realschule zeigte, wie Freundschaftsbänder selbst zu machen sind. (Foto: Renate Tiffe)
Isernhagen: Isernhagenhof |

Großer Erfolg für die Arbeit des Flüchtlings-Helfer-Netzwerkes

ISERNHAGEN FB (ti). In Zeiten des immer mehr bedrängenden Flüchtlingszustroms hat das Isernhagener Helfer-Netzwerk zu einem Fest der Begegnung im Isernhagenhof eingeladen.
Und der Erfolg hat den Initiatoren recht gegeben - zeigte es sich doch, dass es neben den Aktivitäten und der Mühsal des Alltags auch Formen des Miteinanders gibt, die leicht und beschwingt daherkommen können, ohne große Schwierigkeiten in der Kommunikation. Die Besucherzahl war weit über Erwarten groß, sowohl von Seiten der Einheimischen wie auch der Flüchtlinge. Auch viele Politiker, sowohl der kommunalen wie der höheren Ebenen, mischten sich unter die Gäste.
Wer wollte, konnte gleich am Eingang zum Foyer einen Button mit seinem Namen anfertigen und sich damit kenntlich machen. Schlicht mit „Barbara – Helfer-Netzwerk“ stellte sich dessen Leiterin vor, die Ärztin Barbara Schindewolf-Lensch. Das Kind einer Flüchtlingsfamilie auf dem Arm – welche Isernhagen schon verlassen hat - freute sie sich über den „unglaublichen“ Zuspruch, den das Fest gefunden hat, vor allem auch über das Mittun der Flüchtlinge, die an der Organisation beteiligt waren und die mit für die reichlich bestückten Buffets gesorgt haben.
Um das Offizielle ging es nicht an diesem Tag. Sabine Müller und der Flüchtlingsbetreuer der Gemeinde, Yilmaz Baris, führten durch das Programm, wo es nötig erschien. Spontan richtete der Bürgermeister ein kurzes Wort an die Gäste. Dankbar für die Arbeit des Helfer-Netzwerkes, sagte Arpad Bogya, es komme vor allem darauf an, dass die Flüchtlinge den Blick nach vorn richten könnten.
Dazu müsse die Gesellschaft beitragen, die Gemeinde könne bei dieser Aufgabe nur unterstützend wirken. Suhail Yousef übersetzte ins Arabische. Gerade bei dieser Veranstaltung zeigte sich, dass es schon viele funktionierende Nachbarschaften in Isernhagen gibt.
Ausgerichtet auf die Familien, vermittelten viele Kinder und Jugendliche dem Fest seinen lebendigen Charakter. Die Angebote der Isernhagener Vereine und Institutionen drinnen wie draußen waren entsprechend gestaltet. Das Wetter ließ es zu, dass sich Schlangen an der Kletterwand von TuS und TSV bildeten, dass beim Tischfußball unentwegt Betrieb war und andere Beschäftigungsmöglichkeiten im Freien genutzt wurden.
Drinnen wetteiferten das Jugend-Rotkreuz und die Bethlehem-Kirchengemeinde beim Kinderschminken, die Quiltgruppe lud ein zum Herstellen kleiner Kissen und die Realschule zeigte, wie Freundschaftsbänder selbst zu machen sind. Der Höhepunkt für die Kinder – und nicht nur für sie - war sicher das Aufsteigen der Wunschluftballons am Ende des Nachmittags.
Davor gab es Mitmach-Aktionen von der Bühne aus. Gemeinsam übten sich Jugendliche und Erwachsene in Tanzschritten. Mit einem ihrer Chöre im Hintergrund animierte Anne Drechsel zum Mitsingen. Singen verbinde auch ohne viele Worte, bemerkte sie und wünschte, „dass ganz viele sich trauen“. Und das taten sie. Zuletzt erklangen drei Friedenslieder.
Nicht nur Isernhagener genossen die anregende Atmosphäre des Festes. Auch zahlreiche Burgwedeler hatten sich eingefunden. Er sei neugierig gewesen bekannte Rainer Fredermann und bedauerte ein wenig, dass Burgwedel kaum über ein so passendes Ambiente für eine Veranstaltung dieser Größenordnung verfügt. Und Bedri Özdemir, der mit der ganzen Familie erschienen war, freute sich mit über den Erfolg des benachbarten Helfer-Netzwerkes. „Wir können voneinander lernen“, meinte er. Das Rad müsse nicht immer neu erfunden werden.