Ein etwas anderes Krippenspiel begeisterte in Thönse

Die Weihnachtsgeschichte wurde mit Hilfe der Besucher des Gottesdienstes modern interpretiert. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Im Gottesdienst wurde die Weihnachtsgeschichte wieder aktuell

THÖNSE (bgp). Die Jugend der Kirchengemeinde St. Marcus hatte Menschen aller Generationen zu einem Jugendgottesdienst eingeladen. Die Wettmarer Kirchenband „Ackersalat“ sorgte für moderne musikalische Untermalung in der Kapelle.
Zunächst schien alles wie im normalen Weihnachtsgottesdienst zu sein. Die Krippe stand im Altarraum, ein künstliches Hirtenfeuer brannte. Zum Auftakt spielte die Band „Ackersalat“ jedoch eine poppige Hymne.
Schon bald aber erschienen statt der heiligen drei Könige drei außerirdische junge Frauen, die sich über die weihnachtlichen Gepflogenheiten der Erdlinge und die Geschichte von „Jesus und Christa“ informieren wollten.
Nach und nach schlüpften unter der Regie von Pastorin Reni Kruckemeyer-Zettel immer mehr Besucher des Gottesdienstes in die Rollen von Maria, Josef und ihrem außerirdischen haarigen Begleiter, den sie anstelle des Esels mit sich führten. Hüte erhielten diejenigen aufgesetzt, die gerne als Hirten im Altarraum erscheinen wollten. Unterdessen sang die Gemeinde Musikstücke in Deutsch und Englisch, und die Band unterstützte sie dabei professionell mit Musik und Gesang.
Die jugendlichen Schauspieler spielten und improvisierten mit großem Elan und sie gestalteten den Gottesdienstes auf ungewohnte aber frische Weise. Humorvolle Einlagen überdeckten dabei allerdings nicht den ernsten Hintergrund hinweg, den die Jugendlichen kritisch Thematisieren wollten: Es ging ihnen vor allem um das Fremdsein in einer eingeschworenen Gemeinschaft, deren Vorbehalte gegen „Fremdes“ man nur durch die Bereitschaft zu gegenseitigem Kennenlernen überwinden kann.
Die Handlung nahm die Angst vor fremden Menschen und Veränderungen auf. Sie wurde durch Josef und die schwangere Maria verkörpert, die sich dringend um eine Bleibe bemühen mussten und zunächst von den Einheimischen abgewiesen wurden. Durch das beherzte Eingreifen mutiger und hilfsbereiter Menschen fand sich schnell eine Lösung und sie wurden untergebracht.
So wurde aus der zweitausend Jahre alten bekannten Geschichte um die Geburt Jesu eine Lösung aufgezeigt für die gegenwärtigen Vorbehalte und Ängste gegen Flüchtlinge. Diese zeitgemäße Interpretation und Umsetzung als Science Fiction Story bewies, wie aktuell die Weihnachtsgeschichte auch heute noch ist.
„Die Machthabenden treffen Entscheidungen und das Volk muss es ausbaden“ war nur eine Äußerung von vielen, die den Bezug zu totalitären Staaten herstellten, aus denen viele Millionen Menschen flüchten und sich um eine neue Existenz in den Unwägbarkeiten der „Fremde“ bemühen müssen. Der Jugendgottesdienst entließ seine Besucher jedoch mit einer freudigen Botschaft in Anlehnung an den neuesten Kinofilm: „Aus Star Wars wurde Star Peace. Möge die Macht mit Euch sein“.