Ein barocker Weihnachtsbaum auf dem Engenser Dorfplatz

Engensen hat sich in diesem Jahr für eine eher breite und weit ausladende Fichte als Weihnachtsbaum entschieden. Wer noch eine Lichterkette beisteuern möchte, wende sich an den Ortsbürgermeister. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ausladende Fichte benötigte jede Menge Weihnachtsschmuck

ENGENSEN (hhs). Ende vergangener Woche hatten die Engenser bereits ihren Weihnachtsbaum aufgestellt, ein mächtig ausladende Fichte, mit einer Unzahl von Zapfen daran bis in den unteren Bereich des Baums. Pech nur, dass für den vergangenen Samstag und Sonntag Sturmböen angesagt waren: Der Engenser Prachtbaum war einer dieser Böen nicht mehr gewachsen und brach direkt über der Bodenhülse ab, ein Schicksal, das auch andere große Weihnachtsbäume mit ihm teilen mussten. Auch den Großburgwedeler Baum auf dem Domfront-Platz hatte der Wind zu Boden gezwungen.
Kein Problem, sagten die Engenser. Sie griffen zur Motorsäge und kürzten ihre Fichte unten etwas, nun steht sie wieder, und am Donnerstagabend bat der Ortsrat zum allgemeinen Baumschmücken. In den beiden vergangenen Jahren war es zu diesem Termin schon immer recht weihnachtlich gewesen. Es hatte jeweils geschneit, das sorgte auf dem Dorfplatz für eine ganz besondere Atmosphäre. Am Donnerstag dieser Woche aber war es kühl und ohne Schnee wirklich etwas finster, und schließlich begann es auch zu regnen.
Das bremst aber keinesfalls den Elan aller Beteiligten an der Schmückaktion. Zunächst wurden die Lichterketten angebracht, unendlich viele, aber immer noch nicht genug, wie einige Engenser meinten. Der Baum mit seinen weit und leicht geschwungenen Ästen bietet auch gewaltig Platz für Beleuchtung. Einige Mitbürgerinnen und Mitbürger gingen kurzerhand nach Hause und holten weitere Lichterketten. Andere sagten ihrem Ortsbürgermeister Friedhelm Stein zu, noch die ein oder andere Kette zu finanzieren.
Nach einer guten Stunde und zum Teil waghalsiger Arbeit mit Leitern und für ganz oben, wo keine Leiter heran reicht, mit einem Steiger, sah das alles schon sehr schön aus mit dem Licht. Einige finstere Bereiche finden sich aber immer noch an dem ausladenden Baum. Wer dem aus eigenen Mitteln abhelfen möchte, wende sich an den Engenser Ortsbürgermeister.
Schließlich der Höhepunkt der Schmückaktion: Der Baumschmuck war an der Reihe. Die Mitglieder des Ortsrats, der Feuerwehr und viele Besucher gingen ins Schützenhaus und kamen einige Augenblicke später wieder mit einer ganzen Reihe großer Kartons, aus denen der Engenser Baumschmuck heraus schimmerte. Auf Nachfrage sagte Ortsratsfrau Ilona Laue, es hätten sicherlich auch in diesem Jahr wieder alle Engenser Mitbürgerinnen und Mitbürger wieder gebastelt, um ausreichend Schmuck für ihren Weihnachtsbaum zu haben. Ihr fiele jedenfalls kaum jemand ein, der sich an der Vorbereitung nicht beteiligt habe.
Das Aufhängen dieser selbst gebastelten Dekorationen ging dann sehr schnell wieder mit Leitern und dem Steiger. Die Kugeln, Sterne, Sonnen, Pakete, Monde und Sternschnuppen waren aus bunt glitzerndem Staniolpapier und mittels Draht wie zu einer Perlenkette aufgereiht. Diese „Ketten“ wurden um die Äste des Weihnachtsbaum gewunden, und nach einer weiteren Stunde war der Engenser Weihnachtsbaum 2011 komplett. Dann bewunderten alle ihr Werk vom Boden aus, und man war allenthalben zufrieden mit dem Ergebnis. Es gab noch das ein oder andere Glas Glühwein, und eigentlich waren sich auch in diesem Jahr alle sicher: Engensen hat wieder den schönsten Weihnachtsbaum.