Ehrenamtliches Engagement im Fokus

So sieht ehrenamtliches Engagement in der Region Hannover aus: Die geehrten Ehrenamtlichen mit der stellvertretenden Regionspräsidentin Petra Rudszuck. (Foto: Claus Kirsch, Region Hannover)

43 Bürgerinnen und Bürger für ihr Engagement von Regionspräsidentin Rudszuck ausgezeichnet

REGION HANNOVER (r/bs). Sie betreuen junge Flüchtlinge, organisieren Seniorentreffs oder setzen sich für den Naturschutz ein: Ehrenamtliche gestalten das Leben in ihrer Stadt oder Gemeinde aktiv und nachhaltig mit.
In der Veranstaltung „Ehrenamt - Engagement im Fokus!“ würdigte die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck diesen Einsatz. „Das Engagement der vielen Freiwilligen in der Region Hannover trägt einen wichtigen Teil dazu bei, dass unsere Gesellschaft sozial und lebenswert bleibt. Mit ihrem Einsatz schaffen die Ehrenamtlichen Werte und stärken das Miteinander. Allen, die sich in Vereinen, Initiativen, Gruppen oder als Einzelpersonen engagieren, gebührt besondere Anerkennung und Dank.“
43 Menschen aus den Kommunen der Region Hannover bekamen im Rahmen der Veranstaltung ein Dankeschön, zum Teil stellvertretend für eine Gruppe oder ein Projekt.
Die mit 18 Jahren jüngste Geehrte ist Marlene Wieker aus Burgdorf, die sich für Flüchtlinge einsetzt. Sie betreut unter anderem einen Kinderspieltreff und hat Lernpatenschaften übernommen. Kurt Beckhaus aus Hannover ist mit 90 Jahren der älteste Geehrte. Im Arbeitskreis heimische Orchideen e. V. beteiligt er sich seit fast 30 Jahren an der Biotop-Pflege auf den Orchideenwiesen des Vereins und setzt sich so aktiv für den Artenschutz ein.
Aus dem Verbreitungsgebiet des Marktspiegel-Verlags wurden folgende Personen geehrt:
Aus Burgdorf: Jan-Hendrik Busch engagiert sich seit 2013 in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde St. Paulus – zum Beispiel in der Konfirmanden-Betreuung. Auf Kirchenkreisebene unterstützt er bei Sommerfreizeiten und Spendenprogrammen und ist Delegierter des Kirchenkreistages und des Kirchenkreisjugendkonventes. Beim TSV Burgdorf übernimmt Jan-Hendrik Busch zudem seit 2013 ehrenamtlich die Aufgabe des Hallen- und Stadionsprechers.
Dieter Rohles hat 2011 die Gründung des Burgdorfer Mehrgenerationenhauses mitinitiiert und zu einem hohen Anteil aus eigener Tasche finanziert. Bis heute engagiert er sich in allen Belangen des Mehrgenerationenhauses und in der Flüchtlingshilfe. So spendete er 2016 anlässlich seines 70. Geburtstages rund 40 Fahrräder für Geflüchtete. Ein Jahr später kaufte er für 16 Wohneinheiten der Flüchtlingsunterkunft Fernsehgeräte. Darüber hinaus ist Dieter Rohles seit 2011 als Schiedsmann in der Stadt Burgdorf und seit 2013 als ehrenamtlicher Richter beim Landgericht Hildesheim tätig. 2015 verfasste er eine Denkschrift zum Thema „Engagementpolitik - gestern, heute, morgen“.
Marlene Wieker hat schon im Alter von zwölf Jahren zusammen mit ihrer Mutter Geflüchtete bei Stadtführungen, Teestunden und Schwimmbadbesuchen begleitet. 2013 inszenierte die Schülerin mit der Theater-Projektgruppe „Heimat“ mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern und zwei heimatvertriebenen Senioren ein Theaterstück. Seit 2014 begleitet die heute 18-Jährige im Mehrgenerationenhaus Burgdorf einen wöchentlichen Kinderspieltreff für derzeit rund 40 Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Darüber hinaus hat Marlene Wieker 2015 die Partnerschaft für einen sechsjährigen Jungen aus Syrien übernommen und begleitet nun ihn und seine Mutter in allen Lebenslagen. Außerdem engagiert sie sich für die Deutsch-Ersthilfe und hat zwei Lernpatenschaften übernommen.

Aus Uetze: Hans-Volker Nordmann sorgt für frisches Grün im öffentlichen Raum: Bereits vor Jahren hat er damit begonnen, parallel zu den Wegen im Fuhsepark Frühjahrsblüher zu pflanzen und auf eigene Kosten einen Baumlehrpfad anzulegen. Rund 40 kartierte und mit Plaketten versehene Baumarten sind dort mittlerweile zu finden. Auch an anderen Stellen hat er auf öffentlichen Flächen Pflanzen gesetzt.
Rainer Lindenberg wird als Sprecher des Vorstands stellvertretend für die Freibadgenossenschaft Hänigsen geehrt. Die Genossenschaft hat das Freibad 2011 von der Gemeinde Uetze übernommen und durch viel Engagement vor der drohenden Schließung bewahrt. Das Motto des Bades lautet „Das Bad von allen für alle“. Ein Großteil der anfallen Arbeiten wird ehrenamtlich erledigt: Freiwillige betreuen die Kasse, pflegen die Grünanlagen und übernehmen sonstigen Unterhaltungsarbeiten. Auch Abrechnung, Marketing und Planung werden von Freiwilligen übernommen. Das Freibad ist mittlerweile Ort für viele Veranstaltungen, auch in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen. Wegen seiner „besonderen Stellung, die das Bad im gesellschaftlichen Leben einnimmt und somit das Gemeinwohl nachhaltig stärkt“, erhielt es 2016 den „Public Value Award“ der Deutschen Gesellschaft für Badewesen.

Aus Burgwedel: Heiner Hoppe ist seit mehr als 30 Jahren Kassenwart der Freiwilligen Feuerwehr Engensen und seit zwölf Jahren aktives Mitglied der Musikzüge Engensen und Ramlingen/ Ehlershausen. Ob Weihnachtsfeiern, Maibaumaufstellen, Schützenfest oder Volkstrauertag – Heiner Hoppe ist bei vielen Ereignissen und Feiern als musikalischer Begleiter dabei. Daneben ist Heiner Hoppe Mitglied des Kirchenvorstands der St.-Marcus-Gemeinde in Wettmar und arbeitet im Finanzausschuss des Kirchenkreises Burgwedel- Langenhagen mit.
Friedrich Kruse macht sich seit 30 Jahren für Sportangebote für Behinderte stark. 1987 übernahm er als Abteilungsleiter in der Turnerschaft Großburgwedel (TSG) den Behindertensport - seinerzeit eine praktisch einmalige Einrichtung. Heute besteht die Abteilung aus acht Gruppen mit 95 Mitgliedern. Friedrich Kruse legte den Grundstein für die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und ebnete so neuen Gruppen wie der Herzsportgruppe (ab 1987) sowie Präventions- und Rehabilitationssportgruppen für Krebs, Schlaganfall- und Parkinsonpatientinnen und -patienten in der Nachsorge (ab 1992) den Weg. Auch die Organisation einer zehntägigen Oster-Freizeit für Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung, die zusammen mit dem Behindertensportverein Hannover angeboten wird, liegt seit 30 Jahren in den Händen des Burgwedelers. Ein weiteres Steckenpferd ist seit Jahrzehnten das Fußballtraining mit Menschen mit geistiger Behinderung.

Aus Isernhagen: Heiko Weichert ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv. Den Kulturverein Kulturtresen, dessen Vorsitzender er ist, hat er initiiert und ab 2014 aufgebaut. Der Verein veranstaltet Kleinkunstabende, Vorträge, Theater und Workshops; im Mittelpunkt steht jedoch Livemusik. Neben internationalen Musikerinnen und Musikern treten auch Lokalgrößen auf. Die kostenlosen Angebote des Vereins sind mittlerweile weit über die Gemeinde Isernhagen hinaus bekannt. Heiko Weichert gehört zudem zum Organisationsteam des jährlichen „Moorfestes Altwarmbüchen“ und ist seit 2011 in der Kommunalpolitik in Isernhagen aktiv.

Aus Lehrte: Bernd Narjes ist seit 2007 jede Woche in verschiedenen Kindertagesstätten in Lehrte zu Gast und bringt Kindern ab vier Jahren das Zeichnen bei. Neben dem Spaß am Kreativen fördert der Zeichenunterricht die feinmotorische Kompetenz der Kinder und ihre Konzentrationsfähigkeit. Die entstandenen Kunstwerke werden für alle sichtbar in den Kitas ausgestellt.

Aus Sehnde: Timo Gewohn spielt seit seiner Kindheit Handball im TVE Sehnde - mittlerweile in der ersten Herrenmannschaft. Nebenbei ist er als Schiedsrichter in der Region Hannover aktiv und seit 2015 Jugendwart der Handballabteilung des TVE Sehnde. Er ist verantwortlich für die Organisation des Trainings und den Spielbetrieb von 15 Kinder- und Jugendmannschaften, organisiert Veranstaltungen wie Kinderolympiaden und das Rasenplatzturnier und kümmert sich um die Teilnahme des Vereins an regionalen und internationalen Turnieren.
Heinz-Siegfried Strelow brennt für Heimatkunde und Regionalgeschichte. Er ist Schriftführer des Heimatbunds Sehnde, stellvertretender Vorsitzender des Regionalmuseums Sehnde, das er mitgründete, Landesvorsitzender des Heimatbundes Niedersachsen sowie stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich. Bei heimatkundlichen Ereignissen und Veranstaltungen wie der Aufstellung von Gedenksteinen oder Exkursionen ist er eine feste Größe.
Frank Tilgner ist seit mehr als 55 Jahren Mitglied im Männerturnverein Wassel von 1897 e.V. und seit 2003 dessen erster Vorsitzender. Der Neubau einer Sporthalle war Frank Tilgner ein besonderes Anliegen: Er gründete 2005 eine Planungsgruppe und wurde zur treibenden Kraft für die Realisierung des Baus. Dank erheblicher Eigenleistungen des MTV Wassel konnte der Bau im Juli 2007 als multifunktionale Sporthalle und Veranstaltungssaal eröffnet werden. Das neue Gebäude ist seitdem Mittelpunkt und Treffpunkt für alle im Ort.