Edeka-Markt in Wettmar besteht jetzt ein Jahr

Kleine selbstgefertigte Lebkuchenhäuschen durfte die Kita-Gruppe mit nach Hause nehmen. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Nahversorger, der mit dem Ort Wettmar lebt

WETTMAR (ti). Er hat eine lange Vorgeschichte. Im Widerstand der Anlieger gegen den Markt an der Hauptstraße wurden alle Rechtsmittel ausgeschöpft, die dieser Staat zu bieten hat. Am Ende gab es gar eine Art „Lex Wettmar“ für das Raumordnungsprogramm des Landes. Dennoch, der Markt wurde gebaut - und er ist eine Erfolgsgeschichte für die Einwohnerinnen und Einwohner von Burgwedels zweitgrößtem Ortsteil und den umliegenden Ortsteilen Engensen und Thönse. Jetzt besteht er ein Jahr. Anlass für eine Geburtstagswoche.
„Ein Jahr erst?“, wundert sich eine Kundin und drückt damit kurz und bündig aus, dass der Markt am östlichen Ortsrand von Wettmar bereits eine Selbstverständlichkeit beim Einkaufen für die Menschen vor Ort ist. Herausgestellt wird die freundliche Bedienung und das Entgegenkommen, wenn es einmal Probleme gibt.
Der Markt sei gut etabliert, lässt dazu die Zentrale von Edeka Minden-Hannover verlauten. Er ist einer von etwa 1300 sogenannten Regie-Märkten, welche der Handelsriese zurzeit bundesweit betreibt. Das bedeutet, dass der Standort Wettmar von der Zentrale aus geleitet wird.
Nach einer halbjährlichen Einführungsphase ist Kevin Schneevoigt jetzt Marktleiter. Der studierte Betriebswirt hat das Managementprogramm von Edeka durchlaufen, war vorher stellvertretender Marktleiter in Bad Nenndorf und hat jetzt in Wettmar seine erste Stelle in leitender Position angetreten. Reizvoll findet er hier die prompten Rückmeldungen aus der Kundschaft. Das sei in großen Märkten nicht so, meint er. Es erleichtere die Arbeit am Sortiment – eine ständige Aufgabe für alle Märkte.
Von Anfang an als Vollsortimenter geplant, verfügt der Wettmarer Markt über eine beachtliche Spannbreite im Angebot. Mehr als 1000 Produkte sind zu haben. Es wird weit mehr als der tägliche Bedarf im Lebensmittelbereich abgedeckt. Dazu kommen Sonderangebote und Aktionen, wie zurzeit in der „Geburtstagswoche“, in der jede Menge Rabatte gewährt und Verkostungen angekündigt wurden.
Bereits zu Beginn der Adventszeit war eine Kita-Gruppe zum Basteln und Schlecken eingeladen worden und bis zum 4. Dezember konnten Stiefel gebracht werden. An diesem Sonnabend werden sie nachmittags gefüllt vom Nikolaus persönlich zurückgegeben. Ein Höhepunkt sollte am Donnerstag das Anschneiden der Geburtstagstorte sein. Da hatte Kevin Schneevoigt sich allerdings ein größeres Interesse versprochen. Zwei mit dem Namen kunstvoll verzierte Riesentorten standen bereit. Zwar sei am Donnerstagmorgen viel mehr Betrieb gewesen als üblich. Die „Gratulanten“ kamen aber eher sporadisch, nahmen zum Teil auch Tortenstücke mit nach Hause und nur wenige ließen sich in der Café-Stube nebenan nieder. „Wir sind so froh, dass wir den Markt hier haben“, bekundete die Teilnehmerin einer kleinen Tischrunde, „Eigentlich dürfen wir doch so etwas gar nicht mehr essen.“ Die Seniorinnen genossen die Torte trotzdem, diskutierten, was man überhaupt noch zu sich nehmen darf, und lobten, dass sie nun alles, was sie brauchen an Ort und Stelle haben können. Ob es nun frisches Obst und Gemüse ist, die große Auswahl an der Käsetheke oder in der Fleisch- und Wurstabteilung. Und dann das Café! Sie erinnerten sich an gemütliche Kaffeerunden und Stunden, die sie im Laufe des Jahres beim Frühstück mit Nachbarn oder Vereinskolleginnen hier verbracht haben. „Es heißt ja auch Mühlen-Café“, bemerkte eine und fand es gut, wieweit sich der Markt auf Wettmar eingestellt habe.