Drei Tage im Zeichen des Schützenfestes in Wettmar

Eine besondere Ehrung gab es von der Arbeitsgemeinschaft Burgwedeler Schützenvereine für den langjährigen Vorsitzenden von „Gut Ziel“ Wettmar, Joachim Schluckebier-Risse, die Volker Speckmann aussprach. (Foto: Renate Tiffe)
 
Drei Kapellen, der Feuerwehrmusikzug Wettmar, der Fanfarenzug Schützen Corps Lehrte und der Fanfarenzug Thönse sorgten beim Festumzug am Sonntag für den musikalischen Schwung. (Foto: Renate Tiffe)

Freude über den längsten Festumzug seit Jahren

WETTMAR (ti). Traditionell wird in Wettmar zum Volks- und Schützenfest eingeladen. Das Volksfest, das eigene Königswürden einschließt, ergab sich in der Vergangenheit sozusagen von selbst. In letzter Zeit werden da vom Ortsrat neue Akzente gesetzt. Die Scheibe des Volkskönigs/der Volkskönigin wird am Sonntag ausgetragen im Rahmen des großen Umzugs, an dem sich viele Wettmarer Vereine beteiligen. So war es auch diesmal, als sich der längsten Umzug seit Jahren mit viel Musik durch das Dorf bewegte – das festliche Finale eines gelungenen Volks- und Schützenfestes.

Der erste Umzug findet üblicherweise am Freitag statt, wenn die Schützen ihre Vorjahreskönige und den Ortsrat abholen und einen Kranz am Ehrenmal niederlegen. Pünktlich um 20.00 Uhr begann dann der Kommers im Festzelt auf dem Platz an der Thönser Trift. Nach dem Familiennachmittag hatten sich auf dem Festplatz viele Jugendliche eingefunden, die schon einmal die Lage auf dem Festplatz mit Karussells und Autoskooter und den vielen Buden erkundeten.

Nicht ganz glücklich verlief der Anfang beim Kommers. Die Kinder- und Jugendkönige zuerst zu proklamieren, war sicher eine berechtigte Idee. Dass dies „ganz unkonventionell“ noch vor der allgemeinen Begrüßung durch den Schützenvorsitzenden geschah, ergab eine gewisse Schieflage, die aber der erwartungsvollen Stimmung im Zelt keinen Abbruch tat. Angesichts der hohen Temperaturen an dem Tag fielen die Grußworte von Bürgermeister und Ortsbürgermeister denkbar kurz aus und auch der Vorsitzende Andreas Genske beschränkte sich unter dem Motto „Dabeisein ist alles“ auf die Einladung zum Feiern - was mit dem gemeinsamen Essen begann und dem Tanz nach Mitternacht endete.

Zum Kommers gehören die Ehrungen für langjährige und verdiente Mitglieder des Schützenvereins. Mit Ehrennadeln in Gold des Kreisschützenbundes wurden Herbert und Gisela Wimmer ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung gab es von der Arbeitsgemeinschaft Burgwedeler Schützenvereine für den langjährigen Vorsitzenden von „Gut Ziel“ Wettmar, Joachim Schluckebier-Risse, die Volker Speckmann aussprach.
Den ersten Tusch der Feuerwehrkapelle hatte es an diesem Abend für die neue Kinderkönigin Aylina Tas gegeben. Für die Jugendscheibe, die Marian Krüger gewann, hatte der Ortsrat die Patenschaft übernommen. Zum ersten Mal ausgeschossen worden war der Kinder-Bogen-Pokal. Malte Hädrich konnte es gar nicht erwarten, Kette und Pokal überreicht zu bekommen.
Die Scheibe der Damenkönigin wurde am Sonnabend am Schützenhaus angenagelt. Kathrin Wölki, engagierte Sportschützin, die mehreren Vereinen angehört, wohnt nicht in Wettmar. Zu „Gut Ziel“ kam sie, um das Freihandschießen zu trainieren. Bereits zum zweiten Mal Schützenkönig – mit dem gebührenden Abstand von vier Jahren – wurde Rico Hädrich, bei dem am Lönsweg die zweite große Sause stattfand. Von anmutigen Schmetterlingsmädchen begleitet wurde die Juniorenkönigin Melissa Schluckebier-Risse.
Nach dem Ball am Samstagabend zeigten sich die Schützen und ihre Gäste am Sonntagmittag erstaunlich frisch, als sie zum Festumzug antraten. Drei Kapellen, der Feuerwehrmusikzug Wettmar, der Fanfarenzug Schützen Corps Lehrte und der Fanfarenzug Thönse sorgten unterwegs musikalisch für Schwung. Gutgelaunt kam die Menge der Teilnehmenden auf dem Wimmer-Hof an der Hauptstraße an, dem „Wohnsitz“ der Volkskönigin Vanessa Bierwirth. Ortsbürgermeister Michael Kranz lobte den großen Umzug als „einer Königin würdig“. Unter zehn Fahnen und Standarten fand der Königstanz statt. Allein der Heimatverein war mit einem Wagen und zwanzig Mitgliedern in ihrem Müller-Outfit vertreten.
Unterdessen hatten sich schon die ersten Gäste für die Kaffeetafel im Festzelt niedergelassen. Es war ein großartiges Bild, als sich am Ende die Kapellen und die Schützen in Dreierreihe vor der Bühne aufstellte. Andreas Genske, nun etwas schwach bei Stimme aber strahlend über den gelungenen Ablauf des Festes verriet schon einmal etwas für nächstes Jahr. Dann wolle er zusammen mit seiner Frau Ursula um die Königswürde schießen, sozusagen eine Königs-Doublette solle es werden.