Drachenboot-Rennen lockte Scharen zum Springhorstsee

Hartes Finish: Auf den letzten Metern schob sich das Drachenboot mit der Nummer 3 an seinem Konkurrenten vorbei und siegte im Zwischenlauf. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Nur schwer voneinander zu unterscheiden, die Mitglieder der unterschiedlichen Teams und die vielen Besucher, die sich diesen Spaß nicht entgehen lassen wollten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

24 engagierte Teams lieferten sich spannende Wettkämpfe

GROSSBURGWEDEL (hhs). Er ist seit vielen Jahren ein Pflichttermin, nicht nur für die Burgwedeler, sondern für alle aus der Region, die Freude am Wassersport haben, zumal an einem, der sportliche Höchstleistungen bietet und zugleich eine ganze Menge für's Auge: der jährliche Termin für das Drachenbootrennen auf dem Springhorstsee.
Jedes Jahr steigt die Zahl der Besucher, die dabei sein wollen, wenn die gut zehn Meter langen, schmalen Boote im Spurt über die knapp 250 Meter lange Strecke getrieben werden. Das war am Samstag wieder der Fall und alle – Teilnehmer und Gäste – kamen auf ihre Kosten.
Was braucht man für ein Drachenbootrennen? Das sind zum einen mindestens zwei der großen Boote, etwa 18 Männer und Frauen, die bereit sind, bei jedem Wind und Wetter diese schaukelnden Schiffchen mit dem Paddel über das Wasser zu jagen. Dazu für jedes Boot einen Trommler, der den Paddlern den Takt vorgibt, und einen Mann/Frau am Steuer, der das Drachenboot auf Kurs hält. Alle zusammen benötigen dann so etwa 36 Paddel, mindestens den „Fahrtenschwimmer“ und jede Menge Gottvertrauen.
Beim Rennen am Springhorstsee wurden vier Drachenboote gleichzeitig eingesetzt, also verdoppelt sich das Equipment noch einmal. Bei insgesamt 21 Teams waren das knapp 500 Sportlerinnen und Sportler einschließlich ihres Begleitpersonals und der immer benötigten Helfer, die wie gewöhnlich im letzten Moment noch einen Spurt zur persönlichen Ausrüstung hin und zurück hinlegen müssen, weil einer der Athleten dort etwas ganz wichtiges vergessen hat.
Corina „mit einem n“, darauf legte sie wert, ist eine von diesen unersetzlichen Helferinnen. Kurz vor einem der Rennen in der Zwischenrunde, alle Mitglieder ihres Teams knieten schon im Boot, als sie den Schrei hörte: „Coooriiina, mein Brustbeutel...“. Corina flitzte wie der Blitz den Strand hoch und nach ein paar Sekunden wieder hinunter zum Boot, warf den Brustbeutel zu einer jungen Frau, die diesen glücklich auffing. Dann legte das Boot ab und bewegte sich zum Start.
Corina grinste: „Das ist immer so. Antje hatte ihren Talisman vergessen. Ohne den geht es nicht“. Und mit Talisman ging es dann richtig gut. Das Team gewann diesen Zwischenlauf mit einem sagenhaften Endspurt auf den letzten Metern und zog später ins Halbfinale ein.
Und die Zuschauer, es waren an diesem Tag mehrere Hundert gekommen, wussten die sportlichen Leistungen zu würdigen. Sie zollten den Sportlerinnen und Sportlern kräftigen Beifall, wenn sie ins Ziel kamen. Einziger Wermutstropfen für Zuschauer wie Sportler war der böige kalte Wind am Samstagnachmittag. Dieser bereitete manchem Drachenboot-Team arge Schwierigkeiten vor dem Start, die Boote nebeneinander in ihren Bahnen ruhig liegen müssen und auf das Startsignal warten. Die Angriffsfläche der Drachenboote ist groß, und bei dem böigen Seitenwind waren sie nur schwer auf Position zu halten.
Es handelte sich wie jedes Jahr um ganz unterschiedliche Teams. Da war zum einen die große Gruppe der Firmenmannschaften, die offenbar mehrmals jährlich für das Drachenbootrennen trainieren. Eine Mannschaft des Restaurants Springhorstsee war auch dabei, es belegte am Ende einen neunten Platz. Schließlich reine Hobbyteams, die sich eigens für diese Veranstaltung zusammenfinden, und dann sind da auch noch Mannschaften aus Vereinen und Institutionen.
Dabei ist es gar nicht so einfach, aus 20 Sportlern ein Team zu schmieden, das jeweils steuerbord und backbord im Gleichtakt das Paddel ins Wasser steckt und beinahe senkrecht nach hinten durchzieht. Wenn dabei das Wasser spritzt, wird die Fahrt unruhig und langsam, spritzt es nicht, dann gleitet das Boot schneller werdend dahin. Toller Sport mit hohem Unterhaltungswert.