„Diner en blanc" - Die besondere Atmosphäre in Weiß

Ein wunderbares Erlebnis: Das diner en blanc im Foyer des Alten Hauses. (Foto: Renate Tiffe)

Festliche Tafel im Foyer des Alten Hauses in Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (ti). „Gestern Abend im Foyer des Alten Hauses. Da tafelte eine festliche Gesellschaft, ganz in Weiß“. Das diner en blanc, zu dem der Kunstverein Burgwedel-Isernhagen eingeladen hatte, war Donnerstag eines der Marktgespräche in Großburgwedel.
Wegen des wetterwendischen Sommerabends hatte sich die Tischgemeinschaft spontan unter das schützende gläserne Dach begeben. An sich war die grüne Außenanlage des Hauses als attraktiver Ort für das Abendessen in Weiß vorgesehen, wie es den Ursprüngen des diner en blanc entspricht.
Spontaneität ist allerdings auch eines seiner wesentlichen Elemente. Erst nachmittags um 15.00 Uhr war den Teilnehmern der Treffpunkt um 19.00 verraten worden. Schon kurz nach Beginn saß man in weißer Kleidung an der feingedeckten weißen Tafel mit Leuchtern und Blumenschmuck, vor sich ein dreigängiges Menü, das die Damen kurzerhand aus ihren Picknick-Körben zauberten. Alles, was diesen Abend verschönte, hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitgebracht. Das angeregte Tischgespräch ergab sich wie von selbst. Ein wenig fehlten die weißen Hüte der Damen. Einige von ihnen hatten einen Federschmuck für das Haar gewählt.
Zum dritten Mal hatte der Kunstverein zu dem Ereignis eingeladen, das einmal eins der gesellschaftlichen Ereignisse vor Ort werden könnte. Gäste außerhalb des Vereins sind ausdrücklich erwünscht und waren auch diesmal dabei. „Wenn ich an die 5.000 in jedem Jahr in Paris denke“, sinnierte der Vorsitzende des Vereins Stefan Rautenkranz und erinnerte an den Ursprungsort. Diejenigen, die schon zum dritten Mal dabei waren, kamen durchaus ins Schwärmen: „Uns geht es richtig gut hier“. „Ein schöner Abend“. „Das letzte Mal hat es uns so gefallen, dass wir dieses gemeinsame Essen einfach nicht mehr missen möchten“. Eine Dame hatte auch eine Anekdote parat: Als vor dem ersten diner das weiße Jackett für den Ehemann fehlte, war man aus Kostengründen an ein anderes Fachgeschäft geraten, hatte aber vergessen, das Label „Chefkonditor“ zu entfernen. Eine junge Dame suchte intensiv das Gespräch mit dem gestandenen Pädagogen. Sie sei Konditorlehrling verriet sie dann im weiteren Verlauf ...
Die Gespräche untereinander sind ein wesentlicher Teil des Abends. Man unterhält sich in lockerer Runde mit dem Nachbarn von neben an. Aus Lohne war eine Straßengemeinschaft erschienen. Man lernt andere Menschen kennen. Die besondere Atmosphäre, das Ambiente in Weiß wirkt ausgesprochen anregend. Ausgangspunkt ist das gemeinsame Speisen. Der Gazpacho und der Antipastiteller werden gelobt, aber auch ganz schlicht der selbstgemachte Kartoffelsalat: „So einen guten Kartoffelsalat habe ich noch nie gegessen.“ Unverzichtbar ist das Dessert am Ende, die Käseplatte oder auch die Erdbeercreme. Und auch der Espresso darf nicht fehlen. Für die technische Bewältigung sind die Herren gefordert.
Nach drei Stunden ist das diner en blanc zu Ende. Der Kunstverein spendiert Wunderkerzen zum Finale eines unvergesslichen Sommerabends.