Die Qual der Wahl beim Kauf des Weihnachtsbaumes

Die Nadeln der Blaufichte sind Stecknadel spitz und für Kinder und Haustiere eine große Gefahr. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Prächtig gewachsen sind diese Nobilis und Nordmannstannen in diesem Jahr. Werden sie etwa Mitte Dezember erst geschlagen, dann bleiben sie bis in den Januar hinein frisch. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Gefährdung von Kindern und Haustieren durch Fichtennadeln

BURGWEDEL (hhs). Welcher Weihnachtsbaum ist der richtige, und wie kann ich den richtigen Weihnachtsbaum zu Hause schließlich auch möglichst lange frisch halten, so dass er nicht gleich nach den Feiertagen seine Nadelpracht auf den Teppichen verteilt? Die Antworten auf diese Fragen sind Erfahrungswerte, die sich manchmal auf schmerzhafte oder teure Weise ergeben haben. Es ist genau abzuwägen, welche Risiken ein Weihnachtsbaum birgt, welcher andere diese eher ausschließt.
In hiesigen Breiten beherrschen Rotfichte, Blaufichte, Nordmannstanne, Nobilistanne und selten Coloradotanne den Markt der Weihnachtsbäume. Nun geschieht die persönliche Auswahl in aller Regel nach dem eigenen Geschmack, und das birgt eben manches Risiko.
Der Unterschied zwischen allen Fichten- und Tannenarten liegt darin, dass auch frisch geschlagene Fichten harte Nadeln haben, die spitz wie Stecknadeln sind. Wer kleine Kinder hat oder auch Haustiere, die um den Prachtbaum herumtollen, sollte über diese Eigenschaft ganz besonders nachdenken. Die harten spitzen Fichtennadeln haben schon für viele Feiertagsbesucher bei Augenärzten gesorgt. Gerät die Nadel ins Auge, sind die Schmerzen bei Kind, Hund und Katze groß und die Arztrechnung hoch. Es sind schon Fälle bekannt geworden, bei denen Betroffene ihr Augenlicht verloren haben. Und Eltern kleiner Kinder wie Haustierbesitzer wissen: Man kann nicht immer aufpassen.
Diese Gefährdung ist bei allen Tannenarten weitaus geringer einzuschätzen. Alle Tannen haben weiche, vorn abgerundete Nadeln. Gerät eine Nadel ins Auge, solange der Baum frisch ist, dann ist das unangenehm und tut weh, aber die Nadel dringt nicht in das Auge ein. Zudem bleiben die Nadeln lange an den Zweigen hängen. Sie fallen erst ab, wenn der Baum knochentrocken ist. Auch den Trocknungsprozess lässt sich hinausschieben, wenn man einen Baumständer mit Wasserreservoir benutzt. Man muss nur alle zwei Tage daran denken, diesen wieder aufzufüllen.
Auch sollten Eltern und Haustierbesitzer darüber nachdenken, ob sie nicht besser anstelle der brennenden Kerzen auf hochmoderne Technik zurückgreifen sollten. Mancher Weihnachtsbaum ist schon in lodernden Flammen aufgegangen, weil die Nadeln an der brennenden Wachskerze Feuer gefangen haben, weil das Kind oder das Tier den Baum umgerissen hat. Bei elektrischen Kerzen ist das ärgerlich, führt aber nicht zu einem Kollateralschaden in den eigenen vier Wänden.
Grundregel Nr. 1 sollte sein, wenn der „Baum brennt“ wie er soll, heißt es Präsenzpflicht für einen Erwachsenen, damit der Baum nicht unkontrolliert in Flammen geraten kann.
Bäume mit richtigen Kerzen gehören auch nicht in die Nähe von Gardinen oder anderem brennbaren Material.
Grundregel Nr. 2: Verwenden sie brennende Kerzen, dann gehört ein großes Gefäß mit Wasser immer in die Nähe des Weihnachtsbaumes. Sobald ein durchgetrockneter Weihnachtsbaum Feuer fängt, setze man ihn unter Wasser. Auch Gartenspritzen haben sich zum Löschen bewährt. Man kann mit diesen Geräten, sofern sie über ein etwas längeres Sprührohr verfügen, ziemlich weit nach oben sprühen. Natürlich kann man den Baum damit auch noch etwas Wasser anbieten und ihn einsprühen, wenn er nicht brennt. Wasser auf die Nadeln hält ihn länger frisch. Und auf diese Weise wird eine Gartenspritze selbst im tiefsten Winter noch zu einem sinnvollen Weihnachtsgeschenk.