„Die Herausforderungen im Jahr 2016 annehmen“

Für den musikalischen Rahmen sorgte Annette Langehein mit ihren Schülerinnen und Schülern. (Foto: Renate Tiffe)

Weihnachtsmarkt soll auf neue Schultern verteilt werden

WETTMAR (ti). Die Wege um das Dorfgemeinschaftshaus waren dicht verschneit. Nur der breite Zugang vor der Freitreppe war freigeräumt. Die CDU Wettmar hatte zu ihrem Neujahrsempfang 2016 eingeladen. Wie immer hatte sich bis 11.15 Uhr – wegen der Zeit nach dem Kirchgang – der Raum oben im Haus gefüllt. Etwa 50 Gäste hatten sich eingefunden. Diesmal konnte ein kleines Jubiläum begangen werden: zum 20. Mal wurde der „Bürger des Jahres“ gefeiert.
Abwesend waren allerdings der Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt und Rainer Fredermann, der Landtags- und Regionsabgeordnete (letzterer entschuldigt wegen seines 30. Hochzeitstages). Die Berichterstattung blieb also auf Burgwedels zweitgrößten Ortsteil begrenzt – genug Stoff noch für längere Gespräche hinterher. Und eine gute Gelegenheit für den Ortsbürgermeister Michael Kranz, sich eingehender und persönlicher, ja auch launiger, mit den Gegebenheiten des Jahres 2015 im Dorf zu befassen. Für die musikalische Umrahmung sorgte diesmal Annette Langehein mit ihren jungen und jüngsten Schülerinnen und Schülern, denen der anerkennende Beifall der Gäste sicher war.
Für Wettmar sei es ein gutes Jahr gewesen, erklärte Kranz und zählte all die Veranstaltungen im Jahreslauf auf, die mit viel Engagement von Ehrenamtlichen organisiert worden waren. Die Reihe war so lang, dass das „Alarmzeichen“ am Ende kaum verwunderlich erschienen. Zum Weihnachtsmarkt hatte es nicht mehr gereicht. Die „Wintersause“ stattdessen war bekanntermaßen kein Ruhmesblatt. Er sei von vielen angesprochen worden, die „ihren Weihnachtsmarkt“ wieder haben wollten, teilte Kranz mit. Aufgabe für 2016 werde es sein, andere Grundlagen zu schaffen. Wenn möglich solle die Arbeit auf neue Schultern verteilt werden und nicht immer nur zu Lasten derjenigen gehen, die neben ihrer Vereinsarbeit noch weitere ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen. Sprich: die Vereine sind mittlerweile mit der zusätzlichen Organisation überfordert. Kranz nannte auch gleich den Termin für ein Treffen mit Interessierten. Es soll am 15. Februar um 20.00 Uhr im Gemeindezentrum von St. Marcus stattfinden.
Der Dank an die Ehrenamtlichen schloss auch lobende Worte für den Ortsrat mit ein. Unter den vier Parteien habe sich eine gesunde Streitkultur entwickelt, hob der
Ortsbürgermeister hervor. „Wir diskutieren miteinander und reden nicht übereinander“. Auf diese Weise sei einstimmig der Antrag an den Stadtrat beschlossen worden, „den Bedarf an einen barrierefreien Versammlungsraum in Zusammenhang mit der Planung der Feuerwehr festzustellen“ Mit anderen Worten: der Ortsrat will ein neues Dorfgemeinschaftshaus, das für alle Mitbürger erreichbar ist.
Natürlich stehe die Frage, wieviel Flüchtlinge aufzunehmen, und schwieriger zu integrieren sind, weiter im Raum. Wettmar hat bei der Unterbringung und beim Sprachunterricht bereits viel geleistet. Überlegungen müssten stattfinden, was in Zukunft an Infrastruktur, ob Schule oder Kindergarten, notwendig ist. Kranz forderte die Einwohner auf: „lassen Sie uns die Diskussion nicht scheuen“. Eine jede Angst in diesem Zusammenhang habe ihre Berechtigung und nur im Austausch miteinander könne eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. „Lassen sie uns die Herausforderungen im Jahr 2016 annehmen!“
Für die Kommunalwahl im September wünsche er sich, dass der Ortsrat mit seiner Arbeit die Wettmarer in den vergangenen Jahren überzeugt habe, so Kranz. Als Vorsitzender der CDU Wettmar hoffe er wieder auf die Mehrheit im Ortsrat und auf möglichst viele CDU-Mitglieder im Burgwedeler Stadtrat. Er selbst strebt dort ein Mandat an.