Die Familie bedeutet ihr viel

Bürgermeister Axel Düker (r.) gratulierte Luzia Zombetzki herzlich zum 102. Geburtstag und überreichte ihr eine Urkunde der Stadt Burgwedel. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Luzia Zombetzki feierte ihren 102. Geburtstag in Kleinburgwedel

KLEINBURGWEDEL (bgp). Luzia Zombetzki lebte bisher in Altwarmbüchen, erst seit kurzem ist die rüstige Seniorin in einem Pflegeheim in Kleinburgwedel. Am 30. Januar 2017 feierte sie mit der Familie und Freunden ihren 102. Geburtstag bei bester Gesundheit.
Die vielen Lebensjahre sind der betagten Jubilarin nicht anzusehen. Vergnügt sitzt sie in der Kaffeerunde und singt mit allen Gästen „Auf der Lüneburger Heide“ und andere bekannte Volkslieder zum Klang eines Akkordeons. Die beiden Söhne Hans und Bernd Zombetzki sind mit ihren Familien dabei und freuen sich über die gute Verfassung der Mutter.
Sie liest immer noch gerne Zeitung und nimmt am Leben der Familie teil, zu der mittlerweile auch vier Enkel und sechs Urenkel gehören, die am Ehrentag mitfeiern. Axel Düker, Bürgermeister der Stadt Burgwedel, und Ortsbürgermeister Jürgen Schodder kamen ebenfalls zum Gratulieren vorbei.
1915 in Ostpreußen geboren, erlebte Luzia Zombetzki durch die zwei Weltkriege viele Schicksalsschläge. Ihr Vater fiel im ersten Weltkrieg, mit acht Geschwistern wuchs sie auf einem Bauernhof auf. Ihren Ehemann verlor sie im zweiten Weltkrieg. 1945 machte sich die junge Witwe mit den Söhnen Hans und Bernd, damals vier und zwei Jahre alt, von Allenstein aus auf den Weg Richtung Westen.
Die Flucht aus Ostpreußen bewegt sie noch heute: „Von Allenstein bis Moritzburg waren wir drei Wochen ohne Essen und Trinken unterwegs, es waren minus 27 Grad. Wir sind lange mit einem Zug gefahren und meine Kinder waren sehr still“, erzählt sie mit bebender Stimme. Am Ende der Flucht landete die Familie im gleichen Jahr in Altwarmbüchen.
Luzia Zombetzki ließ sich von den Schrecknissen der Flucht nicht unterkriegen und packte das Leben an. Sie setzte sich für die Familie und andere Menschen ein. 1951 wurde sie Mitglied im Reichsbund, aus dem der heutige Sozialverband Deutschland hervorging. Dort engagierte sie sich sechzig Jahre lang als Betreuerin, kassierte Beiträge und trug die Verbandszeitung aus. Besondere Freude machte ihr die Organisation von Reisen für die Mitglieder: „Damit war sie immer zugange“, berichtete Sohn Hans schmunzelnd.
Die Jubilarin ist zufrieden mit ihrem Leben und verrät mit einem verschmitzten Lächeln das Geheimrezept ihres Jungbrunnens: „Die Familie macht mich glücklich – darum bin ich so alt geworden!“.