„Die Burgwedeler sind sparsam“

Wilfried Mieske (von links) informierte über den Betrieb der Kläranlage im Gespräch mit Bernard Davy, Axel Düker, Bernard Soul, Andreas Listing, Sylvie Tallonneau und Marcel Folliot. (Foto: G. Gosewisch)

Gäste aus Domfront besichtigten Klärwerksbetrieb

BURGWEDEL (gg). Für den Besuch aus Burgwedels Partnerstadt Domfront, wie immer am Himmelfahrtswochenende, hatte Bürgermeister Axel Düker und sein Team aus der Stadtverwaltung auch einen Besuch des Klärwerksbetriebs vorbereitet, denn es waren die klassischen kommunalen Aufgaben, zu denen sich Domfronts Bürgermeister Bernard Soul und seine Stellvertreter Bernard Davy, Marcel Folliot und Sylvie Tallonneau informieren wollten - neben der Wasseraufbereitung auch die Energiegewinnung in der Biogasanlage, die Organisation der Altenpflege sowie der Radwegeausbau. Immer geht es um den Vergleich der hiesigen mit dem französischen Gegebenheiten, um Ideen für die jeweils eigene Organisation zu entwickeln. Dass es dafür Sinn macht, ganz genau hinzuschauen und zu hinterfragen, zeigte sich beim Zentralklärwerk Burgwedel, denn schon bei den wichtigsten Kennzahlen taten sich Besonderheiten auf. 4,90 Euro kostet ein Kubikmeter Wasser aus der Leitung in Domfront. Die Lage der Stadt in der Normandie hat dabei einen wesentlichen Einfluss. Mit Granit im Untergrund muss Oberflächenwasser genutzt werden, die Ansprüche an Reinheit aus dem Sickerboden haben ihren Preis. „Den Lauf des Wassers“ im Zentralklärwerk Burgwedel zeigte Wilfried Mieske. Seit 25 Jahren ist er für den Klärwerksbetrieb im Dienst, hat die Anlagenmodernisierung im Jahr 2012 ebenso begleitet wie zuvor im Jahr 2006 den Rückbau der Anlagentechnik in Wettmar, Thönse und Engensen, die nun nur noch Pumpstationen sind. „3.500 Kubikmeter Schmutzwasser pro Tag in der Zentralkläranlage gereinigt werden, bei starkem Regen können es auch 11.000 Kubikmeter sein“, so seine Eingangsinformation. „Das sind nur 20 Liter täglicher Wasserverbrauch pro Einwohner. Die Burgwedeler sind sparsam“, betonte Axel Düker. Natürlich bleibt dennoch eine Menge über: zwischen 10.000 und 12.0000 Kubikmeter flüssiger Klärschlamm, der überwiegend für die Düngung verwendet wird. Andreas Listing, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Domfront – Burgwedel, hatte bei der Übersetzung der Fachbegriffe von Deutsch in Französisch gut zu tun, tat dies aber mit der Routine und großer Freude, denn schließlich gehe es ja darum, so seine Überzeugung, dass man voneinander lerne.