Die Angst als Thema bei der Lebensberatungsstelle

„Die Spinne soll zeigen, dass hier die Sorgen der Menschen ernst genommen werden“, erklärte Hans-Jürgen Herrmann, Geschäftsführer der Lebensberatungsstelle. (Foto: Renate Tiffe)
ISERNHAGEN/BURGWEDEL (ti). Ein wenig merkwürdig wirkt das spinnenartige Plüschtier, das in der Art eines Maskottchens bei der Lebensberatungsstelle auf dem Tisch liegt. Dabei sollte es im Pressegespräch bei der sozialen Einrichtung in Isernhagen um die Arbeit im vergangenen Jahr gehen und um einen Ausblick für 2015 und die Zukunft.
Die Angst stelle ein gewichtiges Thema bei den Beratungen dar, erklärt Hans-Jürgen Herrmann, der Geschäftsführer. Die Spinne solle zeigen, dass hier diese weitverbreitete Sorge der Menschen ernst genommen wird, dass bei der Beratung durch Wissen Kräfte aktiviert werden, welche die Handlungskompetenz wieder steigen lassen. 2015 solle dabei die Angst der Menschen in den Vordergrund gestellt werden.
Natürlich hatte das Thema auch vorher schon bei vielen Beratungen eine Rolle gespielt. Einblicke in die Arbeit des vergangenen Jahres vermittelt die neue Ausgabe der „Lebenszeichen“, der gut gemachten Broschüre der Lebensberatungsstelle für Burgwedel, Isernhagen und Wedemark, die jetzt zum fünften Mal herausgegeben wurde. Unter den insgesamt 865 Beratungsfällen betrafen 439 Fragen der Ehe- und Lebensberatung, 281 Erziehungsprobleme und 129 die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. Durch die rechtsanwaltliche Erstberatung, die 16 Mal in Anspruch genommen wurde, konnte beispielsweise bei Trennungsängsten geholfen werden.
Wie die Statistik weiter ausweist, wurden 2014 mit 216 die meisten Beratungsfälle aus Burgwedel bearbeitet, gefolgt von Isernhagen und der Wedemark mit je 201 Fällen. 143 Ratsuchende kamen aus anderen Gemeinden. In der Zusammenfassung fällt auf, dass sich in der Erziehungsberatung Verschiebungen ergeben haben. Im Jahr vorher waren noch 374 Fälle vermerkt. Eine andere Entwicklung bahnt sich an. Wie Herrmann mitteilte, bekommt die Isernhagener Lebensberatungsstelle diese Aufgabe nach dem Beratungskonzept der Region neu zugeteilt. Für die drei Kommunen wird sie sowohl inhaltlich wie auch finanziell auf eigene Füße gestellt. Zwar wurde auch vorher in dem Bereich beraten - „wir sind da gut aufgestellt“. Das vollzog sich aber sozusagen auf eigene Kosten. Voraussichtlich ab 1. Januar 2016 will nun die Region einen erheblichen Teil der Personalkosten übernehmen. Die Rahmenbedingungen dafür sind noch genau auszuhandeln, u.a. sind auch Absprachen mit den anderen Beratungsstellen wie der in Burgdorf erforderlich, die bislang als zuständig galt. Das Ziel sei, so Herrmann, überall in der Region gleiche Beratungsmöglichkeiten anzubieten. Für Isernhagen bedeute dies nicht nur eine Anerkennung der Arbeit und ein Agieren auf gleicher Augenhöhe mit den anderen Einrichtungen in der Region, sondern eben auch die Übernahme der Kosten. Die Beratungsleistungen bleiben kostenlos.
Die finanzielle Entlastung erscheint für die Isernhagener Einrichtung dringend nötig. Die Rücklagen aus den vergangenen Jahren sind weitgehend aufgebraucht, mit denen die Kontinuität in der Beratungsarbeit gewährleistet werden konnte. Und der Beratungsbedarf bleibt stabil hoch. 2014 war es zwischenzeitlich schon zu längeren Wartezeiten gekommen. „Aber wir schicken keinen weg“, so der Leiter der Lebensberatungsstelle beruhigend „wir möchten nur möglichst kurzfristig erreichbar sein“.