Die Altlast „Mahnmal“: Die Neuen sollen es richten

Ortsbürgermeister Otto Bahlo stellte den Antrag, den „Sachstandsbericht Mahnmal“ von der Tagesordnung abzusetzen. Ordnungsamtsleiterin Andrea Stroker war an diesem Abend Ansprechpartnerin aus der Verwaltung. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Sachstandsbericht Mahnmal“ wurde von der Tagesordnung abgesetzt

GROSSBURGWEDEL (hhs). Gleich zu Beginn der letzten Sitzung des Ortsrats Großburgwedel in dieser Wahlperiode gab es zwei kleine Überraschungen: Zunächst verteilte der Ortsratsherr Gutte einen Antrag, der in Zusammenhang mit dem Tagesordnungspunkt 4 „Sachstandsbericht Mahnmal“ zu sehen ist. Dann eröffnete Ortsbürgermeister Otto Bahlo die Sitzung, begrüßte den Ortsrat und übergab in Zusammenhang mit der Feststellung der Tagesordnung den Vorsitz an die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Madeleine Ahlers die Leitung der Sitzung. Bahlo gab eine Erklärung ab zu Tagesordnungspunkt 4 und stellte anschließend den Antrag, diesen Punkt „Sachstandsbericht Mahnmal“ zu streichen.
Seine Erklärung begründete Otto Bahlo damit, dass Dr. Habbo Knoch, der Geschäftsführer der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten nun zum wiederholten Mal nicht anwesend sei. Knoch war, wie in den Burgwedeler Nachrichten berichtet, im Mai 2010 auf dem Hintergrund der Zerstörung des Mahnmals beauftragt worden, gemeinsam mit dem Ortsrat Großburgwedel ein verändertes Konzept für die zukünftige Gestaltung des Mahnmals auszuarbeiten und schließlich dem Ortsrat vorzulegen zur Abstimmung.
Vor 17 Monaten sei Knoch beauftragt worden, nach den vom Ortsrat formulierten Kriterien ein Lösung zu finden. Drei gemeinsame Sitzungen habe es in dem Zeitraum gegeben, aber es gebe immer noch keine Antwort, keinen Lösungsvorschlag von Dr. Habbo Knoch. Für den 31. August dieses Jahres sei eine Präsentation seitens der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten zugesagt gewesen. Dieser Termin sei, wie alle wüssten, allerdings nicht eingehalten worden. Eine weitere Zusage habe es für Mitte Oktober gegeben, die ebenfalls nicht eingehalten wurde. Nun sei ein weiterer Termin Mitte November in Aussicht gestellt worden. Das sei aber ein Zeitpunkt, an dem der neue Ortsrat die Amtsgeschäfte übernommen habe. Deswegen stelle er den Antrag, den Tagesordnungspunkt 4 abzusetzen.
Der Ortsrat entschied sich mit sechs Ja-Stimmen der anwesenden Mitglieder für die Streichung dieses Punktes. Nur der Ortsratsherr Gutte stimmte dagegen. Das hatte seinen Grund: Gutte wollte mit seinem Antrag erreichen, dass der jetzige Ortsrat noch die Entscheidung über den Gang der Dinge in Sachen „Mahnmal“ treffe. Alle übrigen Ortsratsmitglieder sprachen sich allerdings dagegen aus, ebenfalls mit Begründung: Man wolle den kommenden Ortsrat nicht mit einer Entscheidung die Hände binden. Man sei davon überzeugt, dass der kommende Ortsrat sämtliche Probleme um das Mahnmal sachorientiert und kompetent zu lösen wisse. Im Übrigen müsse Guttes Antrag weder diskutiert noch abgestimmt werden. Mit der Streichung des Tagesordnungspunkts 4 sei auch der Antrag dazu vom Tisch.