Der Thönser Patchwork-Gruppe fehlt der Nachwuchs

Im Gemeindehaus St. Petri gab es Quilts in den verschiedensten Formaten zu bewundern. (Foto: Renate Tiffe)

Sehenswerte Ausstellung im Gemeindehaus St. Petri

GROSSBURGWEDEL (ti). Vier Jahre ist es her, seit die Patchwork-Gruppe im Landfrauenverein Burgwedel-Isernhagen mit einer großen Ausstellung im Gemeindehaus der St. Petri-Kirche hervortrat.
Es war eine großartige Schau des textilen Kunsthandwerks, die wie immer ihr interessiertes – vorwiegend weibliches - Publikum fand. Es gab auch etwas zu gewinnen. Ein großformatiges Gemeinschaftswerk der Patchworkerinnen war als erster Preis bei der Tombola ausgelobt.
Zu bewundern gab es Quilts, die in jüngster Zeit entstanden sind, in den verschiedensten Formaten - bis hin zur doppelten Bettdecke - Quilts als Zudecken, als Wandbehänge und Tischdecken, als Kissenbezüge und Taschen, und auch in Form vieler kleiner praktischer Dinge, wie Topflappen oder Eierwärmer - aber eben mit dem Hauch des Besonderen. Letzteres stand auch in reichhaltiger Auswahl zum Verkauf.
Die Stoffe, die auseinandergeschnitten und in zeitaufwendiger „Nadelarbeit“ zu neuen, individuellen Kreationen zusammengesetzt werden, sind vielfältiger, bunter geworden, mit speziellen Motiven. So gab es nicht nur einen Teppich mit den Emblemen von Hannovers liebstem Fußballverein zu sehen. Aber auch sehr ungewöhnliche Motive: Für ihren Schwiegersohn, der Triathlonläufer ist, hat eine Näherin aus seinen abgelegten T-Shirts einen ganz eigenen Sportlerteppich geschafffen. Eine Arbeit, die noch dem ursprünglichen Quilten nahekommt, bei dem gebrauchte Kleider oder Bettzeug als - meist wärmende - Zudecken eine neue Verwendung fanden.
Mehr als 25 Jahre besteht die Thönser Landfrauengruppe, die sich dem Patchwork verschrieben hat und auf diese eigene Weise auch eine besondere Gemeinschaft pflegt. Dem Landfrauenverein angeschlossen hatten sich die Frauen vor Jahren anlässlich eines ihrer jährlichen Aufenthalte im Goslarer „Haus der Landfrau“, jeweils einer Zeit, welche die Gruppe inspiriert und motiviert. Einige von ihnen hatten bereits dem Verband angehört.
In letzter Zeit schrumpft die Gruppe allerdings sichtbar. Sie zählt nur noch fünfzehn Mitglieder und bei der einen oder anderen ist das Ausscheiden aus Altersgründen bereits abzusehen. Einige befürchten schon, dass es diesmal die letzte Ausstellung gewesen sein könnte. Es ist wie bei vielen anderen Vereinigungen auch: der Nachwuchs fehlt.
Obwohl es durchaus jüngere Frauen gibt, die sich für das Kunsthandwerk interessieren, dessen meditative Seite geschätzt wird. Bei der letzten Ausstellung der Isernhagener Patchworkgruppe im Isernhagenhof gab es eine beachtliche Nachfrage nach Anfangskursen. Wie zu erfahren war, treffen sich dort die jüngeren Frauen regelmäßig in den Abendstunden.