Der Ortsbürgermeister in Großburgwedel hat (nur) eine Stellvertreterin

Nach der Wahl zur stellvertretenden Ortsbürgermeisterin: Dr. Verena-Maria Itzel-Kietzmann nahm die Gratulationen von Rolf Fortmüller (links) und SPD-Ratsherr Bedri Özdemir entgegen. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - FDP-Ratsfrau Dr. Verena-Maria Itzel-Kietzmann gewählt

GROSSBURGWEDEL (ti). Der Ortsrat in Großburgwedel hat sich schwer getan mit der Entscheidung, wer die Stellvertretung von Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller übernehmen soll. Nach der Wahl von Axel Düker zum Bürgermeister der Stadt Burgwedel ist das Thema monatelang auf die lange Bank geschoben worden. Mit den Stimmen der CDU-Mehrheit wurde jetzt die FDP-Ratsfrau Dr. Verena-Maria Itzel-Kietzmann in das Amt gewählt.
Ursprünglich hatte es zwei Stellvertreter für den Ortsbürgermeister gegeben. Nach der Wahl von Rolf Fortmüller zum Ortsbürgermeister waren die Ratsmitglieder Heinrich Gremmel von der FDP und Axel Düker von der SPD auf diese Posten gewählt worden. Nachdem Gremmel alle politischen Ämter aufgegeben hatte, beschloss der Ortsrat, es mit Düker bei einem Stellvertreter zu belassen. Die Lage stellte sich nun seit Anfang des Jahres ganz anders dar.
CDU-Ratsherr Carsten Niemann schlug die FDP-Kandidatin für die Wahl vor. Sie sei die einzige Frau im Ortsrat. Aus politischen und gesellschaftspolitischen Gründen solle ein Zeichen gesetzt werden. Das solle kein falsches Signal für die gute Zusammenarbeit im Ortsrat sein, betonte er.
SPD-Ratsherr Bedri Özdemir, der ebenfalls kandidierte, hielt sofort dagegen. Er meinte, dass es üblich wäre, dass die zweitgrößte Fraktion im Rat den Posten zu besetzen habe. Er wisse auch nicht, wieso es problematisch wäre, wieder zwei Stellvertreter einzusetzen. Fortmüller gab darauf zurück, dass es nun bei einem Stellvertreter bleiben müsse.
In den Abstimmungen wurde zunächst die Erweiterung abgewiesen. Danach wurde Verena-Maria Itzel-Kietzmann bei eigener Enthaltung mit den Stimmen der CDU-Mehrheit gewählt. Özdemir und Sven Rodewald, sein Ratskollege von der SPD, gratulierten der frischgebackenen Stellvertreterin.
Das bedeutete aber nicht, dass damit der Ortsrat zur Tagesordnung und einer weiteren vertrauensvollen Zusammenarbeit übergehen konnte. Eine Debatte schloss sich an, bei der Rodewald geltend machte, dass es nun das zweite Mal sei, dass Özdemir von der SPD aufgestellt und vom Rat nicht gewählt worden sei. Gleiches hatte sich bei der Wahl des stellvertretenden Stadtbürgermeisters zugetragen.
Özdemir selbst war nicht nur die Enttäuschung anzumerken. Er vermisse die Anerkennung seiner Arbeit in den Räten, äußerte er. Er habe auch ein Problem mit der FDP. Das werde die Zusammenarbeit künftig schwermachen.