Der Klinik-Standort Burgwedel muss erhalten bleiben

Dem Klinikum Großburgwedel droht in sechs bis acht Jahren die Schließung.

Statt Modernisierung droht Schließung in sechs bis acht Jahren

GROSSBURGWEDEL (ti). Im Mai 2012 wurden in einer Bürgerversammlung im Amtshof detaillierte Pläne mit Angabe der Bauphasen für die Modernisierung der Regions-Klinik in Burgwedel vorgestellt.
Der Standort hier sei damit langfristig gesichert, resümierte damals der Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt. Die Inbetriebnahme des 26,6 Millionen teuren Umbaus war für den Jahreswechsel 2014/2015 vorgesehen. Stattdessen schreckte jetzt die Bürger wie die Kommunalpolitik die Nachricht auf, dass das Krankenhaus in sechs bis acht Jahren geschlossen werden soll.
Geplant waren die Umstrukturierung der Funktionsbereiche und ein viergeschossiger Anbau, mit dem die Anzahl der Betten auf 234 erhöht werden sollte. Mit den Vorbereitungen wurde kurz nach Bekanntgabe der Pläne begonnen. Im Juli wurde der erst kurz vorher angelegte Patientengarten mit dem alten Baumbestand dem Erdboden gleichgemacht. Das weitere Genehmigungsverfahren zog sich solange hin bis im September 2013 der Baustop durch die Region verfügt wurde.
Wegen des 20-Millionen-Defizits des Klinikums Region Hannover (KRH), zu dem derzeit 11 Krankenhäuser gehören, wurde eine Umstrukturierung des gesamten kommunalen Krankenhausverbandes als notwendig erachtet. Sie läuft jetzt unter der Bezeichnung „Medizinstrategie 2020“. Danach soll das Krankenhaus in Springe geschlossen, und die Häuser in Lehrte und Burgwedel, sollen eventuell in einem Neubau „zusammengeführt“ werden, wie von der KHR-Pressestelle verlautet.
Die bis jetzt geleisteten Vorarbeiten in Großburgwedel haben schon erkleckliche Summen verschlungen, Planungskosten des Architekten, die Baumfällarbeiten und anderes mehr. Genauere Auskünfte hierzu waren von der Pressestelle nicht zu erfahren. Es hat den Wechsel von Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) in den Vorsitz des Aufsichtsrates gegeben und die Entlassung der beiden Geschäftsführer des KRH, aber Zahlen können angeblich nicht genannt werden, hieß es von Seiten des Klinikums Region Hannover.
Unterdessen hat die mutmaßliche Schließung des Krankenhauses in Burgwedel einen Sturm der Entrüstung bei den Bürgern und einen erheblichen Wellenschlag bei den Kommunalpolitikern hervorgerufen. Eingaben und Stellungnahmen gab es vor allem von der Seite der CDU. Auffallend zurückgehalten hat sich Bürgermeister Axel Düker. Und auch von seiner Partei, der SPD, gab es keine Stellungnahme bis auf eine kurze Mitteilung des SPD-Regionsabgeordneten Andreas Strauch zu den CDU-Aktivitäten in der Stadt.
Auf Nachfrage erklärte Düker, dass er selbst erst am Donnerstagnachmittag der vergangenen Woche informiert worden sei und dass es sich ja noch um eine inoffizielle Nachricht handele, die erst am 21. Oktober öffentlich bestätigt werde.
„Der Standort Burgwedel muss erhalten bleiben“, betonte der Bürgermeister. Dafür werde alles in die Waagschale gelegt werden. „Wir sind für jede Entwicklung offen“. Auch an Grundstücken könne Burgwedel ein attraktives Angebot machen. Die Rede ist u.a. von einer Fläche westlich der Firmenzentrale von Rossmann. Es werde aber noch viel Wasser die Wedel hinabfließen, bis eine endgültige Entscheidung für den Standort fallen werde, meinte Axel Düker. Er rechne nicht vor Mitte nächsten Jahres damit.
Wie aus dem Rathaus zu hören war, soll in der Ratssitzung am kommenden Montag eine gemeinsame Resolution der Fraktionen beschlossen werden. Burgwedel soll künftig mit einer Stimme reden, was die Zukunft des Krankenhauses betrifft.