Der erste Dorfmarkt in Thönse wird nicht der letzte sein

Kurzfristig auf die Beine gestellt und gleich ein toller Erfolg: der 1. Dorfmarkt Thönse. (Foto: Renate Tiffe)
 
Eine imponierende Hüpfburg sorgt für jede Menge Spaß bei den Kindern. (Foto: Renate Tiffe)

Die Bruchstraße wurde am Sonntag zur Vorzeigemeile

THÖNSE (ti). Die Miene des Ortsbürgermeisters zeigte die für ihn typische nach innen gekehrte Zufriedenheit. Und so äußerte sich Heinz-Theo Rockahr dann auch im Getümmel des ersten Thönser Dorfmarktes: „Wir sind sehr zufrieden."
Die beiden Manager des sonntäglichen Ereignisses, Clemens Koss und Andreas Krüger waren da schon offner: „Toll, wie das läuft! Ein voller Erfolg! Der erste Dorfmarkt wird nicht der letzte sein“.
Nach den jahrelangen sommerlichen Höhenflügen beim Rasenmähertreckerrennen und deren abruptem Ende hatte sich in Thönse eine gewisse Leere aufgetan. Die „Truppe“ von damals und auch der Ortsrat konnten nicht daran vorbeigehen. Und so entstand ziemlich bald die Idee, für eine Folgeveranstaltung, die ein Dorfmarkt sein sollte. Der Ortsrat übernahm die Schirmherrschaft. „Mit der Organisation haben wir erst im Mai angefangen. Auf´s Geratewohl“, wie Krüger berichtet. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass alle hier im Dorf an einem Strang ziehen wollen“, ergänzte Koss. Und so haben sie „kurzfristig den Markt auf die Beine gestellt“, wie er sich gerade darstellte: mit einem bunten Kaleidoskop des Dorflebens in Burgwedels kleinerem Ortsteil und einer Besucherresonanz, wie sie sich jeder Veranstalter nur wünschen kann.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre mögen mit geholfen haben. Es gab ein Musikprogramm, das den Tag begleitete, aber auch immer wieder Liebhaber der einen oder anderen Richtung anzog. Die Jagdhornbläser eröffneten die Reihe, der Thönser Fanfarenzug folgte und danach auf der Bühne am Heierpfuhl die stadtbekannten jungen Rockbands und auch die, deren Aktionsradius schon über Burgwedel hinausreicht, wie die Gruppe „That`s Why“. Etwaige Lücken füllte Joachim Schrader aus Engensen mit Ohrwürmern aus der Vergangenheit auf seiner Drehorgel.
Es gab eine leicht nachvollziehbare „Marktordnung“. Den Kindern blieb der schattige Teil unter den hohen Eichen am „Roten Platz“ vorbehalten. Dort nutzten junge Väter die Gelegenheit, mit ihren Kleinkindern zu spielen (wovon Mutter schnell ein Foto machte), sie auf dem Bobbycar-Parcours zu bewundern oder die Größeren beim Rodeo anzufeuern, wenn es ihnen auf der imponierend großen Hüpfburg davor zu voll wurde. Die Jugendfeuerwehr animierte Jungen wie Mädchen zum gezielten Wasserspritzen. Kinder, die es lieber ruhiger mochten, vergnügten sich am Streichelzoo ein paar Schritte weiter. Ganz Mutige ließen sich zu einer Spritztour auf einem der Oldtimer-Trecker einladen. Die Show der Trecker aus den 1960er Jahren bis hin zu den heutigen Riesen-Fahrzeugen weckten nicht nur das Interesse der Erwachsenen. Fahrten der anderen Art, nämlich Kutschfahrten, bot der Wettmarer Mühlenverein an, um der wieder hergestellten Vergangenheit eine Referenz zu erweisen.
Bis zum anderen Ende der Bruchstraße hatte sich dann der eigentliche Markt ausgebreitet: mit Angeboten in Kunsthandwerk- und Schmuck, einen großen Stand für Obst- und Gemüse, und nicht zu wenig kleineren Ständen, auf denen sich die Käufer mit Marmeladen und Säften, mit Wurstwaren und Honig oder auch mit einer geräucherten Lachsforelle versorgen konnten. Wohl dosiert dazwischen die Bier- und Getränkewagen sowie der Bratwurststand Schützenvereins und der Feuerwehr. Wer es spezieller mochte, ließ sich zur Weinverköstigung einladen oder stillte seinen Hunger mit einem Hotdog bei den Treckerfreunden.
Das Schöne sei, dass fast alle Thönser Vereine und Vereinigungen dabei sind, sagte Koss. Für manche, wie dem jungen Zusammenschluss von „education matters“, der sich für benachteiligte Kinder in Ostafrika einsetzt, bot sich hervorragend die Gelegenheit, sich in der Öffentlichkeit vorzustellen. - Aber auch für alle anderen Beteiligten war es ein Gewinn, kurz vor den Sommerferien noch einmal ein Bild zu vermitteln von dem, was das Thönser Dorfleben ausmacht.