Der Affenkönig im KulturKaffee

Viktoria Krüger und Stefan Rautenkranz sind stolz, die 33 Original Siebdrucke von Jörg Immendorff in Isernhagen zeigen zu können.

Kunstverein Burgwedel zeigt 33 original Druckgrafiken von Jörg Immendorff

ISERNHAGEN (dno). Der Kunstverein Burgwedel startet mit einer ganz besonderen Ausstellung in das neue Jahr! Erstmalig in der Region Hannover, ist der komplette druckgrafische Zyklus „Der Affenkönig Xiu Pei“ mit 33 Original Siebdrucken aus dem Jahr 2002 von Jörg Immendorff in der Galerie des KulturKaffee Rautenkranz in Isernhagen, zu sehen. Der Andrang war dementsprechend groß auf der Vernissage am vergangenen Sonntagnachmittag.
Den 1945 in Bleckede bei Lüneburg geborenen Künstler zu beschreiben, ist nicht ganz einfach. Mit wenigen Worten, kommt man hier nicht aus. Denn Jörg Immendorff war ein außergewöhnlicher Künstler, der sich in vielen Formen der Malerei, Bildhauerei, Grafik und Aktionskunst ausdrückte. Vor allem war er aber ein Visionär, der sich immer irgendwo zwischen "Leiden und Exzess" befand. Sein Schaffen war immer geprägt von einer politischen und auch gesellschaftskritischen Haltung. So scheute er sich als junger Künstler nicht davor, mit einem Klotz in den Farben schwarz-rot-gold am Bein, vor dem Bundestag auf und ab zu laufen. Zu seinen Freunden, Weggefährten und auch Lehrern zählten Joseph Beuys oder der aus der ehemaligen DDR stammende A.R. Penck.
Immendorf eröffnete in Hamburg und Düsseldorf Szenekneipen, schuf Bühnenbilder für die Salzburger Festspiele und porträtierte sogar Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf seinen Auslandsreisen. 1997 wurde ihm der Premio Marco, der höchstdotierte Kunstpreis der Welt, verliehen. Zahlreiche Ehrungen schlossen sich an, so wurde Immendorff unter anderem 1997 zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste Salzburg ernannt. 1998 erhält er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland sowie 2006 den Goslarer Kaiserring.
Viktoria Krüger, Vorsitzende der GEDOK (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer Gruppe NiedersachsenHannover e.V.) bezeichnete Immendorff in ihrer Ansprache am Sonntag im KulturKaffee als "einer der bekanntesten Künstler der Gegenwart, der sich engagierte aber auch provozierte." Mit den 33 Büttenblättern zum "Affenkönig", deren Reihenfolge verbindlich festgelegt ist, ging Immendorff auf seine "ganz persönliche Reise." „Für mich war und ist der Affe einfach ein zweites Ich. Symbol für Ambivalenz der Künstlerexistenz, der Überzeugung und Selbstzweifel. Er ist albern und weise und steht für Gegensätze. Der Affe erscheint auf meinem Rücken sitzend, und vor mir ist das Bild, das ich male, das er angreift und dann etwas anderes malt oder mich bemalt", so der Künstler, 1992. Am 28. Mai 2007 starb Jörg Immendorff im Alter von 61 Jahren nach langer, schwerer Krankheit in seinem Haus in Düsseldorf
Die Ausstellung mit dem kompletten druckgrafischen Zyklus "Der Affenkönig Xiu Pei" ist
in der Galerie im KulturKaffee, Hauptstraße 68 in Isernhagen FB bis zum 15. März 2018 zu sehen. Öffnungszeiten, Montag bis Donnerstag sowie Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.