Der 35. Dorfabend in Wettmar – alle Plätze ausverkauft

Kaum ein Laienspiel in 35 Jahren, bei dem Reni Günther (links) nicht mitwirkte. Als komische Mutti, brachte sie nicht nur Sohn Harald (Wilfried Künstler) in Verlegenheit, sondern auch das Personal (Friedhilde Turek) zur Verzweiflung. (Foto: Renate Tiffe)
 
Nicht nur singen – die Allerjüngsten, die Musik AG des Kindergartens, entzückte das Publikum mit seinem spielerischen Auftritt. (Foto: Renate Tiffe)

MGV kann sich auf den Nachwuchs verlassen

WETTMAR (ti). Egal ob in der Aula der Grundschule oder in der geräumigeren Westerfeldhalle - so wie dieses Mal. Die Dorfabende des Männergesangvereins „Germania“ (MGV) haben immer ihr Publikum. „Alle Plätze ausverkauft“ hieß es auch in diesem Jahr beim 35. Dorfabend, bei dem sich vor allem auch der Nachwuchs von seiner besten Seite zeigen konnte.
Die beharrliche Förderung des Sänger- Nachwuchses im Kindergarten und in der Grundschule zeitigt ihre Erfolge. Schon lange bevor die Erkenntnis aufkeimte, dass Singen sich positiv auf die schulischen Leistungen auswirken kann, hatte der MGV damit begonnen, den Musikunterricht nach Kräften zu unterstützen. „Ohne unsere Kinder ginge gar nichts mehr“. Das Lob des MGV-Vorsitzenden Hans-Heinrich Günther nach den Auftritten von Musik-AG und Kinderchor schien bei diesem bunten Abend nicht zu weit gegriffen.
Und so hatten die altgedienten „Germanen“ noch vor dem sonst üblichen „Deutschen Sängergruß“ der Jugend den Vortritt gelassen. Die erklomm mit Spaß - und in viel größerer Zahl - die Bühne, um das Gelernte zum Besten zu geben. Das Publikum war sofort dabei. Bekannte Lieder wie „Bunt sind schon die Wälder“, wurden vom Kinderchor der Grundschule gesungen, wie auch der „Kartoffel-Boogie“ der Musik AG des Kindergartens. Danach zogen die Hexen der Theater-AG der Grundschule die Blicke auf sich und in manch hübschem Sketch wurde - nicht nur - das Schulleben abgehandelt.
Der Auftritt der „Germanen“ folgte mit besagtem Auftakt. Es brauchte schon mehrere Lieder bis der Chor schließlich mit „Santa Lucia“ und „Rot sind die Rosen“ zur bekannten Form auflief. Ein großer Beifall war ihm am Ende dennoch sicher.
Kein Dorfabend ohne Laienspiel! Die Laienspielgruppe, ein Abkömmling des MGV wie später auch die „Goschenhobler“, tat gut daran, sich auf kürzere Sketsche zu beschränken. Umwerfend Reni Günther und Wilfried Künstler, die als alte Mutter („ich will Hühnerfrikassee!“) und Sohn Harald in ihrem unsäglichen Mobil bei einer „Fastfuud“ – Niederlassung vorgefahren waren und das Personal (Friedhilde Turek als Verkäuferin und Hannelore Dietrich als Marktleiterin) zur Verzweiflung brachten. „Hamburger? Ne, wir sind aus Wettmar!“ Auch die Happy-Senior-Tüte konnte es ihnen nicht recht machen. Die Lacher waren schon auf ihrer Seite gewesen, als sie sich auf der Bühne zeigten. Nicht ganz so leicht hatten es Lothar Urban und Martina Wolters später „Auf dem Fußballplatz“.
In 35 Jahren ist das eine oder andere schon mal schief gelaufen. Was aber tun, wenn eine Gastgruppe, die Fairytales aus der Wedemark, kurz vor Beginn des Abends absagt? Der MGV meisterte auch das mit Bravour, indem er seinen Chorleiter, Andre Sitnow, drei Stücke auf der Klarinette spielen ließ. Das Publikum wünschte sogar eine Zugabe.
Ohne die kam auch der mit Spannung erwartete „Junge Chor Wettmar“ nicht von der Bühne. Mit frischem Sound und ungewohntem Repertoire – Tourdion, Pavane, Lech Lamidbar – schloss das Publikum die vorwiegend jungen Sängerinnen mit in sein Herz und applaudierte reichlich. Vielleicht hat damit der eine oder andere junge Vater, der derweil auf der „Tribüne“ den Nachwuchs hütete („warte noch bis Mutti kommt“) einen Anstoß bekommen, es selbst einmal mit dem Chorsingen zu probieren.
Eindrucksvoll dann das Finale mit dem Kanon „Gelungener Abend“, den MGV und Junger Chor gemeinsam darbrachten. Wieder einmal ein gelungener Dorfabend in Wettmar.