Demenzerkrankte im Blickpunkt

Bürgermeister Axel Düker und Cora Hermenau, Erste Regionsrätin und Leiterin der Gesundheitsregion Region Hannover, präsentieren die Programmflyer zur „Woche der Demenz“ in Burgwedel.

Informationswoche der Region Hannover und der Stadt Burgwedel

Von Birgit Schröder

GROSSBURGWEDEL. Die Geldbörse im Kühlschrank, die Milch im Bücherregal, das Waschmittel im Gefrierschrank – was auf den ersten Blick amüsant wirkt, können Vorboten einer ernsthaften Erkrankung sein: Demenz. In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit der Krankheit Demenz. 300.000 Neuerkrankungen werden jedes Jahr in ganz Deutschland diagnostiziert.
Um die Bürgerinnen und Bürger für dieses Thema zu sensibilisieren, organisieren die Stadt Burgwedel in Zusammenarbeit mit der Region Hannover vom 23. bis zum 27. April die „Woche der Demenz“. „Wir möchten mit dem Angebot möglichst viele Menschen erreichen“, so Bürgermeister Axel Düker. Dazu zählen nicht nur die Angehörigen und Freunde der Erkrankten, sondern auch die Kassiererin im Supermarkt, Bankangestellte, Bäckereiverkäuferinnen bis hin zu Polizeibeamten. Es gehe darum, möglichst vielen Menschen nahe zu bringen, wie einer dementen Person konkret geholfen werden kann.
So steht die „Woche der Demenz“ unter dem Motto „Vielfältige Begegnungen“ und ermöglicht mit ganz unterschiedlichen Angeboten und Aktionen, sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen: aufklärend mit dem Kurzfilm „Apfelsinen in Omas Kühlschrank“, beeindruckend bei einer Fotoausstellung, durch Selbsterfahrung im Demenz-Parcours oder dem „Alterssimulationsanzug“.
„Von Demenz Betroffene, Angehörige und Begleitende fühlen sich oft alleingelassen und mit der Situation überfordert. Die Burgwedeler ‚Woche der Demenz‘ möchte das Thema in den Fokus rücken und Betroffene zusammenbringen. Voneinander zu wissen und sich austauschen zu können ist eine große Hilfe. Hier setzt das Netzwerk, das wir aufbauen wollen, an“, sagt Cora Hermenau, Erste Regionsrätin und Leiterin der Gesundheitsregion Region Hannover. 
Das Projekt „Ganzheitliche Versorgung in Pflege, Medizin und Betreuung am Beispiel Burgwedel“ ist als Pilotprojekt im Rahmen der Gesundheitsregion Region Hannover gestartet und wird vom Land Niedersachsen mit 100.000 Euro gefördert. Die „Woche der Demenz“ ist dabei ein kleines Mosaik in einer großen Projektidee.
„Ich freue mich, dass Burgwedel Vorreiter ist, um hier gebildete Strukturen weiter zu entwickeln und auszubauen. Am Ende sollen viele andere Kommunen von unseren Erfahrungen profitieren können“, sagt Burgwedels Bürgermeister Axel Düker.
Die Woche der Demenz startet am Montag, 23. April 2018, um 17.00 Uhr mit der Auftaktveranstaltung, bei der sich verschiedene Akteurinnen und Akteure mit ihren Ideen und Projekten präsentieren.
Nach der Begrüßung von Bürgermeister Axel Düker und Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Gesundheitsamtes der Region Hannover, wird die Erste Stadträtin Burgwedels, Christiane Concilio, durch das Programm führen. Von Dienstag, 24., bis Freitag, 27. April, sind Vorträge und Aktionen an unterschiedlichen Veranstaltungsorten geplant: von der Bücherei über die Seniorenbegegnungsstätte und dem Amtshof bis hin zum Klinikum und zur Kirchengemeinde St. Petri. Die Programmflyer liegen in allen öffentlichen Gebäuden und Institutionen aus.
Die „Woche der Demenz“ findet im Rahmen des Projekts „Ganzheitliche Versorgung in Pflege, Medizin und Betreuung am Beispiel Demenz“ statt.
„Wir wollen in Burgwedel zeigen, wie eine Versorgungskette funktionieren und auf andere Kommunen übertragen werden kann. Dabei erhalten wir wissenschaftliche Begleitung“, sagt Axel Düker. Von knapp mehr als 21.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Burgwedels sind rund 1.400 im Alter über 80 Jahren. „Wir wissen, dass auch bei uns der Anteil der Demenzerkrankten steigen wird“, so Düker.
In Burgwedel sollen nun – mit Unterstützung der Region Hannover und vielen weiteren Initiativen und Partnerinnen bzw. Partnern vor Ort – Strukturen geschaffen werden, um mit dieser demographischen Entwicklung Schritt halten zu können. „Es sollen nicht nur Angehörige von Demenzerkrankten Unterstützung erhalten.
Das Projekt sieht auch vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Schalter, an der Supermarktkasse oder beim Bäcker, im Rathaus, in der Polizeistation oder bei der Freiwilligen Feuerwehr mit demenziell veränderten Menschen umgehen können“, so Düker weiter. Neben allen Bereichen des Gesundheitswesens, werden auch Kostenträger involviert und verbindliche Strukturen zwischen allen Akteurinnen und Akteuren gebildet.“