Dem Wild auf der Spur bei wechselhaftem Wetter

Auch wenn das Wetter sich zu Beginn des Abends unfreundlich zeigte, freuten sich die 15 Kinder und die sie begleitenden Jäger auf den gemeinsamen Ansitz. (Foto: Anna Kentrath)
 

„Abenteuer Jagd“ lockte zahlreiche Ferienpass-Kinder

FUHRBERG (ak). Aus dem Kinderferienpass längst nicht mehr weg zu denken ist das Angebot des Hegerings Burgwedel, das Thema Jagd einmal ganz aus der Nähe kennenlernen zu dürfen.
Seit mehr als zehn Jahren laden Jäger aus Privatjagden und Forst nun schon Kinder ein, mit ihnen auf die Pirsch zu gehen. Zum „Abenteuer Jagd“ ging es am Freitag nach Fuhrberg. Über die Resonanz auf dieses Angebot konnte sich der Hegering Burgwedel auch in diesem Jahr wieder nicht beklagen, denn über die Anzahl der 15 Plätze hinaus gab es eine Warteliste.
Das Wetter zeigte sich leider gegen 18.00 Uhr von seiner unangenehmen Seite. Zunächst war es warm und schwül, dann begann es langsam, aber stetig auch noch zu regnen. Leichtes Grummeln am Horizont ließ den Ansitz der wetterfest gekleideten und erwartungsvollen Kinder schon in weite Ferne rücken, doch das Gewitter verzog sich vorerst. Der Regen sorgte jedoch für eine spontane Planänderung: statt an der Jagdhütte fand das gemeinsame Grillen vor dem Ansitz auf dem Hof der Familie Heuer statt. Mit würziger Bratwurst und als Nachtisch frischen Blaubeeren von Heuers gestärkt, konnte dann das „Abenteuer Jagd“ beginnen.
Aus einem Lostopf mussten die teilnehmenden Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren, wie auch die Jäger eine Zahl ziehen, und wurden einander zugeordnet. Jedes Kind wurde einem Jäger anvertraut, der dem neugierigen Gast im Vorfeld und natürlich auch nach dem Ansitz alle Fragen erschöpfend beantworten konnte. Während des Ansitzes, so viel war allen Kindern klar, musste still gesessen und geschwiegen, höchstens geflüstert werden, denn schließlich war es das Ziel, Wild in Anblick zu bekommen.
Dieser Ansitz „ist eine Realsituation“, stellte Horst Windt, Leiter der Aktion fest. „Wir sind Jäger und Jäger gehen mit Gewehr auf die Jagd“, wenn sich die Situation ergebe, werde auch geschossen, allerdings, und das wiederholte er mit Nachdruck, nur wenn es der ausdrückliche Wunsch der Kinder sei. „Ihr müsst deutlich sagen, wenn Ihr das nicht wollt“, stellte Windt heraus, „gegen Euren Willen wird natürlich nicht geschossen“.
Nur ein Kind entschied sich nach dieser Ansprache gegen das Schießen. Letztendlich wurde aber gar kein Schuss abgegeben, da die Witterung es allen Beteiligten nicht leicht machte. Ein Wolkenbruch ging nieder, doch dank des anfänglich noch zarten Regens hatten die Jäger Kanzeln zum Ansitz vorgesehen, Ansitzmöglichkeiten mit Überdachung. Gegen 21.00 Uhr klarte es dann glücklicherweise auf und einige Tiere nutzen gerade diesen Zeitpunkt der Dämmerung, Sonnenuntergang war etwa gegen 21.20, um aus dem Wald heraus zu treten. Einige Kinder durften sich über den Anblick von Rehen, Böcken und Kitzen, Hasen, Füchsen und sogar einem Hirschkalb freuen. Wildschweine ließen sich an diesem Tag nicht blicken.
Auch wenn „kein Wild an diesem Abend zur Strecke kam“, das heißt kein Tier von einem Jäger erlegt worden war, gab es doch einen „Guck-König“. Der 10-jährige Eric berichtete begeistert, dass er zwei Kitze, einen Fuchs, einen Hasen und besagtes Hirschkalb zu Gesicht bekommen habe.
Nicht alle Kinder kamen in den Genuss, Tiere zu sehen, doch das störte bei dem rundum gelungenen Ansitzerlebnis nicht so sehr, schließlich durften alle noch ein spannendes Packet mit jeder Menge Tierinfos und Bildern mit nach Hause nehmen: Ausmalbücher, ein riesiges Poster, Tiersticker und eine spannende Zeitung über die Natur. Auch die Eltern gingen nicht leer aus beim Abholen, für sie gab es vielversprechende Wildrezepte.