Das traditionelle Hoffest der CDU und die Politik

Große Präsentation auf dem CDU-Hoffest: v.l. Rolf Fortmüller, Jan Sbresny, Christoph Hanne, Rainer Fredermann und MdB Hendrik Hoppenstedt. (Foto: Renate Tiffe)
 
Viele angeregt Gespräche beim traditionellen Hoffest der CDU Burgwedel. (Foto: Renate Tiffe)

Ist Burgwedel eine Krankenhausstadt?

GROSSBURGWEDEL (ti). In Jahren, in denen Wahlen anstehen, ist bei den Sommerfesten der Parteien eine eigene Note nicht von der Hand zu weisen. Das gilt besonders, wenn es sich, wie jetzt am 11. September, um Kommunalwahlen handelt, bei denen die Parteien ihre ortsansässigen Kandidaten ins Rennen um die Mehrheit in der Stadt und in der Region schicken. Das gilt für alle Parteien. Beim CDU-Hoffest in Großburgwedel kam die Politik diesmal mehr als sonst zum Tragen.
Da war zuerst das Fest für die Kinder mit der Rallye durch die sechs Spielpätze des Ortes - von Parteineuling Dr. Babette Zühlke-Thümler mit Umsicht organisiert und zum Erfolg geführt, wie sich an der Zahl von mehr als 50 Kindern zeigte, die schließlich bei weiteren Angeboten am eigentlichen Ort des Festes für Trubel sorgten.
Gegen Abend fanden sich dann die Mitglieder und Gäste der Partei auf dem Hof Ocker ein, um bei sommerlichen Temperaturen und Gesprächen untereinander die einmalige Atmosphäre auf dem alten Großburgwedeler Bauernhof zu genießen.
Für die Parteispitze war dies die Gelegenheit, ihre Kandidaten für die Ortsräte und den Rat der Stadt sowie für die Region vorzustellen und die Programme für die kommende Wahlperiode vorzulegen.
Es gibt genug Bereiche, für die die CDU sich in den nächsten Jahren einsetzen will, von der Forderung nach einem Wirtschaftsförderer, über die Realisierung des Feuerwehrbedarfsplanes, die Förderung von Kindergärten und Schulen bis hin zur soliden Haushaltspolitik.
In den Reden von Dr Hendrik Hoppenstedt, dem Bundestagsabgeordneten und früheren Burgwedeler Bürgermeister und des Parteivorsitzenden Rainer Fredermann am anfang des Abends stand jedoch das Thema im Vordergrund, das zur Zeit in der Stadt Wellen schlägt: der Erhalt des Krankenhauses innerhalb des Klinikums Region Hannover.
Galt dessen Bestandssicherung nach dem Regionsbeschluss vom Juni als Konsens unter den Parteien,so weckte ein Plakat der CDU („Hände weg von unserem Krankenhaus“) den Unmut der Sozialdemokraten, die sich gern als Retter der Klinik darstellen. Das sei in mehrfacher Weise unrichtig, meinte Fredermann. Erstens seien es die Christdemokraten gewesen, die sich von Anfang an für die Standorte in Burgwedel und Lehrte eingesetzt haben, während bei Rot-Grün noch mehrere Schwenks notwendig gewesen seien.
Und zweitens sei bisher nur der Prüfauftrag beschlossen worden. Über die Kosten sei immer noch nichts zu hören gewesen. Das gebe Anlass zu Zweifeln und Spekulationen. Ihn deswegen in die rechte Ecke zu stellen, sei eine Unverschämtheit, so Fredermann. Er erwarte eine Entschuldigung.
Fakt ist, dass es bis heute keine Standortgarantie gibt, weder von der Geschäftsführung noch vom Aufsichtsrat und schon gar nicht von den Parteien. Deren Aufgabe in den nächsten Jahren wird es sein, in geduldiger Kleinarbeit das Mögliche zu erreichen.
Die CDU setzte aber noch einmal eins drauf, indem sie beim Hoffest ihr neuestes Plakat präsentierte: „Burgwedel ist Krankenhausstadt“. Ist Burgwedel nicht viel mehr? Die vielen angeregten Gespräche an diesem warmen Sommerabend ließen dies mehr als deutlich werden.