Das Team „R2D2“ siegt zum 5. Mal in der Power Class

Sekt für die Sieger – Heiko Wöhler feiert mit den Platzierten und verkündet das offizielle Aus für Thönse. (Foto: Svenja Steinseifer)
 
Von staubig bis matschig hatte das 11. Rasenmähertreckerrennen alles zu bieten. (Foto: Svenja Steinseifer)

Heiko Wöhler gibt nach dem Rennen das offizielle Aus bekannt

THÖNSE (svs). Einmal im Jahr pilgern Rennsportfans und Teams aus allen Bundesländern mit ihren Rasenmäherboliden „gen Mekka“, nach Thönse. „Das ist hier das Mekka der Rasenmähertreckerrennen“, sagt Max Becher von „Misgurnus Fossilis“. Das Team startet furios und endet im Pech. Nächstes Jahr werden die Bayern wieder angreifen, zum letzten Rennen in Thönse.
„Leicht machen sie es einem nicht“, sagt Max Becher zur Konkurrenz. Für Fahrer Martin Sinn sind die „Löcher auf der Strecke die Hölle“. Im 20-Minuten-Takt wechselt er sich auf den zwei Stunden andauernden Rennen mit Andreas Schmid ab, um schnell und fit zu bleiben. Für 82 Teams, 25 davon in der Main Class, bedeutet dies insgesamt rund 10 Stunden auf dem Rennboliden. „Anstrengend“, sagt Schmid.
Dennoch fahren sich Misgurnus Fossilis in der „Power Class“ souverän nach vorn, die ersten drei Rennen entscheidet das Team aus dem Schongau für sich. Dann, im vierten Rennen – Welle gebrochen. Die Favoriten 2012 verlieren fünf Runden. „Entscheidend ist die Technik, der Rest ist Durchhaltevermögen“, sagt Heiko Wöhler, 1. Vorsitzender des Veranstalters Thönse 24. Aufgeben kommt für die Jungs mit dem blau-weißen Rasenmähertrecker trotz Enttäuschung nicht infrage.
„Das letzte Rennen wollen wir jetzt noch mal gescheit rocken!“, sagt Becher, während am Rennboliden fieberhaft geschraubt wird. „Die Bedingungen auf der Strecke sind jetzt knüppelhart“, sagt Becher, pünktlich zum entscheidenden Lauf regnet es. Die Rennleitung deckt den Sprunghügel auf der Zielgeraden mit Stroh ab „das ist zu gefährlich“, entscheidet Wöhler.
Eine ordentliche Ladung Schlamm hinterher schickend driften die Trecker um die matschig gewordenen Kurven. Für „Misgurnus Fossilis“ geht es nicht mehr um einen Platz auf dem Treppchen, eine regelrechte „Schlammschlacht“ um den Sieg liefern sich „R2D2“, „Die schwarzen Witwen“ und „Der Nightmäher“. „Wenn der Trecker nach vorn geht, Du vielleicht noch jemanden überholst, das ist ein so geiles Gefühl!“, beschreibt der 17-jährige Phillip Bartling vom Team „Ananas Express“ den Kick beim Rennen. „Man baut selbst, was man fährt“, darin liegt für Teamkollege Till der Reiz.
Eine große Portion Leidenschaft gehört genauso zum Rasenmähertreckerrennen wie für die „Schwarzfahrer“ der Anzug. Mit ihrem Outfit wollen sich die Jungs aus Ochtrup bewusst von allen anderen absetzten. „Wir versuchen, das ganze Wochenende so sauber wie möglich durchzustehen“, sagen sie. Nicht ganz einfach – besonders während des letzten Rennens 2012. Statt Handfeger für die Laptops der Rennleitung gibt es für die Fahrer eine Schlammpackung satt.
Am Ende gewinnen R2D2 die Power Class und den „Schrott auf Mehrschichtplatte“ mit 133 Runden, „Die schwarzen Witwen“ stehen als Zweitplatzierte mit 132 Runden und „Panic Brothers inside" mit 132 Runden als Dritte auf dem Sieger-Truck. Die Main Class konnten „Atzen Racing“ für sich entscheiden, zweiter wurde „Cartwright Racing Team“ und dritter „Die Schwarzfahrer“ – wenn auch mit dem ein oder anderen Flecken auf dem schwarzen Anzug.
Alles in allem zeigt sich Heiko Wöhler hochzufrieden. „Es war ein super Rennen und wir hatten keine Unfälle“. Die ganzen Jahre sei es toll gewesen, „und darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören.“ Denn das 12. Thönser Rasenmähertreckerrennen im nächsten Jahr wird das Letzte für Heiko Wöhler und sein Team sein. „Wir hätten selbst nie gedacht, dass wir all das hier erreichen“, sagt er.
„All das“ ist längst Kult und der Schock über das Aus in Thönse ist den Teams anzusehen. Trotzdem, auch im nächsten Jahr werden die Motorsport-Fans wieder gen Mekka pilgern, nach Thönse. Um das Rennen dann zum letzten Mal „gescheit zu rocken!“