„Das Rathaus muss ein Teil der Innenstadt werden“

Der „Alte Markt“ müsse wach geküsst werden, hier sollte über die Bäume nachgedacht werden, formulierte Prof. Christian Schonhoff. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Fortsetzung v. S. 1/ Gestaltungsmerkmale im Visier

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der Stadtplaner Prof. Christian Schonhoff erläuterte sein Vorgehen: Er wolle berichten, was sein Team in Großburgwedel gesehen habe, die Defizite aufzeigen und im letzten Schritt die Potentiale benennen.
Die Ankommenssituation für Fremde erweise sich als orientierungslos. Ein Gang vom Parkplatz Dr. Albert-David-Straße zum Alten Markt zeige eine tolle räumliche Situation, die aber bearbeitet werden müsse. Gleiches gelte auch für die Von-Alten-Straße. Der Domfront Platz vermittele ein Gefühl von Urbanität, die Zugangssituation zum Rathaus sei nicht optimal.
„Das Rathaus muss ein Teil der Innenstadt sein“, so Schonhoff. Insbesondere seien er und sein Team von den Gassen positiv beeindruckt, die vom Parkplatz zum Alten Markt, zur Von-Alten Straße und zum Domfront-Platz führen. Er bezeichnete den roten Klinker als Großburgwedeler Gestaltungsmerkmal, kritisierte aber, dass es in der Innenstadt etwa 15 unterschiedliche Materialien bei den Bodenbelägen gebe. Auch das „Mobiliar“, Fahrradständer, Papierkörbe, Pflanzenbeete, Baumeinfassungen, müsse überdacht werden. „Weniger wäre hier mehr gewesen“, so Schonhoffs Fazit.
Der Alte Markt müsse wach geküsst werden und hier solle man unbedingt über die Bäume nachdenken, formulierte er mit gebotener Vorsicht. Gleiches gelte für die Von-Alten-Straße. Hier müssten vor allem die Beläge und Übergänge bearbeitet werden. Zunächst müsse man aufräumen, danach die Qualitäten stärken. Ein Konzept für die Zukunft müsse die Verbindung der Strukturelemente Alter Markt, Amtshof, Dr. Albert David-Straße, Domfrontplatz, Rathaus und Von-Alten-Straße beinhalten. Als wichtigstes Potential Burgwedels bezeichnete er die Umgebung. Von hier aus über den Grünen Ring sollten Radwege in die Innenstadt geführt werden.
In der anschließenden Diskussion sagte Martin Vietmeyer von der IGK, sechs Monate im Jahr herrsche in der Von-Alten-Straße Betrieb, die übrigen sechs Monate Starre. „Wie kann man hier auch bei schlechtem Wetter verweilen“, fragte er. Das Entre zur Innenstadt beginne für ihn nicht beim Alten Markt, sondern an der Dammstraße.
Karlheinz Schridde, IGK, kritisierte, ihm fehlten Aussagen darüber, wie die Innenstadt funktioniere. Schonhoff sei in seinem Bericht, insbesondere bei der Von-Alten-Straße, ausschließlich gestalterisch vorgegangen. Der Stadtplaner war über diese Kritik etwas erstaunt. Eine Straße wie die Von-Alten-Straße müsse ein Raum für alle Generationen sein. „Das Neben- und Miteinander muss hier funktionieren“, erklärte er den Anliegern und Geschäftsleuten. „Das Neben- und Miteinander wird durch die Gestaltung unterstützt“.