Clownin Sorina zaubert ein Lächeln auf die Gesichter

Gerda Kuhlemann (r.) hat mit 93 Jahren immer noch Freude an den Späßen der Clownin Sorina. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Senioren freuen sich über einen Besuch der Klinik-Clownin

KLEINBURGWEDEL (bgp). Seit zehn Jahren besucht Heike Ippensen als Clownin Sorina das Seniorenpflegeheim Lindenriek. Die ausgebildete Religionspädagogin und Diakonin kombinierte ihr Fach mit der Leidenschaft für das Clown-Spiel. Seit ihrer Ausbildung als Klinik-Clownin sorgt sie regelmäßig für Freude in Seniorenpflegeeinrichtungen.
Vorsichtig klopft Clownin Sorina an die Zimmertür. Da die Seniorin, welche sie besuchen möchte, stark schwerhörig ist, öffnet sie vorsichtig die Tür und wartet, bis die betagte Dame sie wahrnimmt. Die Freude bei ihr ist groß, als sie erkennt, wer zu Besuch kommt. „Das ist aber eine Überraschung", ruft sie freudig aus und ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.
Sorina setzt sich mit ihrem kleinen Koffer und einem aufblasbaren Hammer ihr gegenüber, rückt ein wenig näher und ergreift ihre Hand. Die Seniorin muss ihr Gegenüber gut sehen können, da sie jedes Wort von den Lippen abliest. Wie sich herausstellt, ist sie an diesem Tag eigentlich etwas traurig, doch der Besuch der Clownin muntert sie schon wieder auf.
Sorina holt einen leuchtenden Zauberstab aus ihrem Köfferchen und fährt vorsichtig über die Hand der alten Dame: „Schau mal, das kitzelt", sagt sie. „Oh, das fühlt sich gut an, da kommt Leben in die Hände", erwidert die Seniorin begeistert. Die Rolle der Clownin erlaubt, was sonst eigentlich nicht üblich ist: Sorina darf auch mal duzen.
Körperkontakt sei ebenso wichtig wie Einfühlungsvermögen, erläutert Sorina, aber vorher müsse klar sein, wie die Verfassung der Person an dem Tag sei. Vornehmlich besuche sie Menschen, die ihre Zimmer kaum noch verlassen könnten oder möchten.
Um sie am Leben teilhaben zu lassen, gehe sie zu ihnen in die Zimmer und schaue, was an jenem Tag möglich sei. Kognitiv gut aufgestellte Bewohner seien interessiert und versuchten, ihre Zaubertricks herauszufinden. Das sei ein großer Spaß, fügt sie hinzu, es rege zum Mitmachen an. Über die Rolle der Clownin finde sie auch Zugang zu dementen Menschen, die früher einmal einen Zirkus besucht hätten.
Dort habe es immer einen Clown gegeben. Um die Bewohner daran zu erinnern, schminkt sich Sorina immer weiß, wie es früher im Zirkus Tradition war. In den Jahren ihrer Arbeit habe sie erfahren, dass Sorina bei den Heimbewohnern einen Vertrauensvorschuss genieße, wie man ihn als normaler Mensch nicht immer bekäme, weiß Heike Ippensen zu berichten.