CDU Wettmar betont Bedeutung des Ehrenamtes

Der Chor der Grundschule Wettmar mit Schulleiterin Sandra Müller-Herzberg. (Foto: Renate Tiffe)
 
Jürgen Frey (links) wurde für 40 Jahre CDU-Mitgliedschaft ausgezeichnet. (Foto: Renate Tiffe)

Hella Seegers wurde „Bürgerin des Jahres“ beim Neujahrsempfang

WETTMAR (ti). Wettmar (ti). „Wir blicken froh ins neue Jahr“, sang der Mädchenchor unter der Gitarrenbegleitung von Grundschulleiterin Sandra Müller-Herzberg zur Eröffnung. Ein wenig von dem Zukunfts-Optimismus lag über dem Neujahrsempfang der CDU Wettmar, die in diesem Jahr nicht unbedingt hinter der gleichen Veranstaltung in Fuhrberg zurückstehen musste. Offenbar hat der seit Ende 2016 amtierende Ortsverbandsvorsitzende Michael Nözel in der Partei Fuß gefasst und ihr seine eigene Handschrift verliehen – was ihr dem Anschein nach gut bekommt. Die Bedeutung des Ehrenamtes stand diesmal im Mittelpunkt.
Nun ist das Thema hierzulande nicht gerade neu. Bemerkenswert war jedoch, wie konsequent es sich durch die Veranstaltung zog. Nözel vollzog zunächst die Regularien, begrüßte unter den Gästen den Bundestagsabgeordneten Dr. Hendrik Hoppenstedt und Wettmars Ortsbürgermeister Erwin Fette von Bündnis 90/Die Grünen, sowie mehrere Ortsratsmitglieder und die CDU-Vertretungen aus den Ortsräten. Er zeichnete Jürgen Frey für 40-jährige Parteizugehörigkeit aus und begrüßte zwei neue Mitglieder.
Hendrik Hoppenstedt berichtete kurz und prägnant aus Berlin, nicht ganz ohne Seitenhiebe auf die FDP („eine 10-Prozent-Partei darf keine 100 Prozent bei der Umsetzung ihrer Politik erwarten“). Auch zur Situation der Sozialdemokraten äußerte er sich. An diesem denkwürdigen Tag mit der knappen „Groko“-Entscheidung meinte er trocken, dass die SPD-Wähler die Partei vermutlich nicht für die Opposition gewählt haben dürften.
Zielstrebig hatte Nözel sein Hauptthema schon bei der Begrüßung angesteuert. 278 Ehrenamtliche gebe es in Wettmar, die immer wieder für die Gemeinschaft im Ort sorgten. Er zählte die vielen Vereine und Verbände auf, die Musikgruppen, die Fördervereine, Lesekreise und Elternbeiräte der Grundschule.
Zwei der bekannten Ehrenamtlichen konnten ihre Projekte ausführlich vorstellen. Andreas Genske warb für die IWU, die Interessengemeinschaft Wettmarer Unternehmen, von denen jetzt 35 der Vereinigung angehören. Etwa 200 von ihnen soll es insgesamt im Ort geben, 100 sollen in absehbarer Zeit für eine Mitgliedschaft gewonnen werden. Genske kündigte die Gewerbeschau für den 5. August auf dem Dorfplatz an. Ein Fest „zu Ehren der Ehrenamtlichen“ soll es vorher am 3. August geben. Auch für den Weihnachtsmarkt hat die IWU die Organisation übernommen. „Was brauchen wir noch in Wettmar“, fragte Genske. Er wies auf die fehlende Wirtschaftsförderung der Stadt Burgwedel hin und erwähnte die fehlende Gastronomie im Ort. „Da müssen wir uns wohl als Vereine einmischen“.
Für die Burgwedeler Bürgerstiftung machte sich Michael Kranz stark. Auch in einer wohlsituierten Stadt, gebe es individuelle Bedürfnisse, die aus Steuermitteln nicht gedeckt werden können, zeigte er an Beispielen auf.
Schließlich steht auch die traditionelle Auszeichnung des Bürgers, der Bürgerin des Jahres beim CDU-Neujahrsempfang ganz im Zeichen der Ehrenamtlichkeit. Nözel machte es spannend bei seiner Laudatio, indem er lange die unterschiedlichen Aktivitäten der zu Ehrenden aufzählte. Sie war 1991 aus Bayern zu ihrem Mann nach Wettmar gezogen, war von 1992 bis 2011 beim TSV Übungsleiterin für das Kinderturnen, war unterdessen noch Leiterin der Sparte Turnen und Gymnastik und übernahm zusätzlich die Gruppe FIT ab 50, jetzt FIT ab 60. Gemeinsam mit ihrem Mann machte sie die Müller-Grundausbildung, um Führungen an der Bockwindmühle anzubieten, sie macht mit bei der Laienspielgruppe und der Initiative „saubere Landschaft“. Und als 2016 der damalige Ortsbürgermeister Michael Kranz händeringend Organisatoren für das Wiederaufleben des Weihnachtsmarktes suchte, sagte sie auch da mit ihrem Mann beherzt zu. Hella Seegers war die vielfach Engagierte, der Nözel zur 22. Bürgerin des Jahres gratulieren konnte.
Am Ende wandte sich Michael Nözel, der Mann aus der Wirtschaft, der offensichtlich an der Politik Gefallen gefunden hat, noch mit einer handfesten Forderung an die anwesenden Ortsratsmitglieder. Es müsse jetzt ernsthaft über ein neues Dorfgemeinschaftshaus geredet werden, sagte er. Die CDU werde einen Antrag stellen zur Bildung einer Kommission, die sich intensiv um das Projekt kümmert. Seiner Meinung nach muss nicht allein die Kommune das Geld dafür aufbringen.