"Carmina Burana" rief im Isernhagenhof Begeisterungsstürme hervor

Die Sängerinnen und Sänger hatten sich unter der Leitung von Anne Drechsel monatelang auf „Carmina Burana“ vorbereitet. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Liederreigen um Lust und Liebe im Frühling berührte das Publikum

ISERNHAGEN FB (bgp). Das Vokalensemble Isernhagen und der Frauenchor Femmes Vocales begeisterten die Zuschauer mit dem Chorwerk „Carmina Burana“. Am vergangenen Wochenende brillierte der Chor unter der Leitung von Anne Drechsel mit einer gelungenen Umsetzung des Musikwerkes von Carl Orff im ausverkauften Isernhagenhof.
Rund Hundert Sängerinnen und Sänger, allesamt Laien, hatten sich unter fachkundiger Anleitung von Anne Drechsel intensiv mit den anspruchsvollen Liedtexten in den Sprachen Latein, Mittelhochdeutsch und Altfranzösich befasst. Monatelang hatten sie gemeinsam geprobt, gelitten und gelacht, um sich für die Aufführung des Werkes vorzubereiten.
„Carmina Burana“ ist eine Sammlung aus Lieder- und Dramentexten, die vom 11. bis 13. Jahrhundert entstanden sind und Anfang des 19. Jahrhunderts in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuren entdeckt wurden. Die musikalische Interpretation aus dem Jahr 1937 von Carl Orff mit Bänkel-, Trink- und Liebesliedern ist eine der bekanntesten.
Der Funke der Begeisterung sprang sofort auf das Publikum über, als der Chor in mittelalterlichen Gewändern zum „O Fortuna“ anhob. Durch den bunten Reigen fröhlicher, leidenschaftlicher aber auch melancholischer Lieder, die sich um Liebe, Wollust und Glücksspiel drehten, leitete ein Harlekin (Elfie Prinz).
Dieser bereitete das Publikum in trochäischen Versen auf den Inhalt des darauffolgenden Liedes vor. Die erklärenden Passagen hatte Prinz für die Inszenierung selbst verfasst. Ihre klar intonierten Verse waren wohlklingend, selbst derbe delikate Inhalte wurden für das Publikum poetisch aufbereitet und charmant umschrieben.
Das Wagnis der Chorleiterin Anne Drechsel, mit Laiensängern ein anspruchsvolles Chorwerk umzusetzen, ist voll aufgegangen. Mit Musikern wie Pianistin Dilana Michailov und Markus Matschkowski am Keyboard ebenso wie Marco Schörshusen und Henning Ahlrichs als Schlagzeuger wurde der Chor professionell unterstützt. Weitere Verstärkung erhielt der Chor durch Sängerinnen und Sänger vom gemischten kleinen Chor AnnDre a voci.
Besonderer Augen- und Ohrenschmaus waren in den letzten Liedstücken die kleinen Sängerinnen und Sänger der Ensemble-Spatzen, welche bis zu ihrem Einsatz lange ausharren mussten, um sich dann musikalisch voll einzubringen. Die Begeisterungsstürme aus dem Publikum machten die Zugabe unumgänglich. Eine verpoppte Version von „Oh Fortuna“ überzeugte auch den letzten Skeptiker von dem eigenwilligen Chorwerk, das am Ende alle berauschte.